Schaubild: Stadtteilkoordination Plus (Grafik: www.salecker.info)

Was bedeutet „Stadtteilkoordination Plus“

Das Ende von drei Quartiersmanagement-Gebieten in Spandau Ende 2027 steht fest. Enden werden Falkenhagener Feld-West, Heerstraße Nord und die Spandauer Neustadt. Das ist die schlechte Nachricht. Die gute Nachricht ist, es wird in Spandau zwei neue Gebiete (Neustadt West und Georg-Ramin-Siedlung) geben. Das Nachfolgemodell der auslaufenden QM-Gebiete nennt sich „Stadtteilkoordination Plus“.

„Stadtteilkoordination Plus“ ist in Berlin ein zeitlich befristetes Fördermodell für Gebiete, in denen das Quartiersmanagement endet oder bereits beendet wurde. Es soll sicherstellen, dass aufgebaute Netzwerke, Beteiligungsstrukturen und nachbarschaftliche Angebote nach dem Ende des Quartiersmanagements erhalten bleiben und nicht abrupt wegbrechen. Die Stadtteilkoordination Plus übernimmt dabei eine Brückenfunktion zwischen Bewohnerschaft, lokalen Einrichtungen, Initiativen und Bezirksverwaltung.

Aufgabe und Ziel

Ausgangspunkt ist die reguläre Stadtteilkoordination, die in Berlin vor allem der Vernetzung, dem Informationstransfer und der Rückmeldung von Bedarfen aus dem Stadtteil an Verwaltung und Politik dient. Die „Plus“-Variante erweitert diese Funktion in ehemaligen QM-Gebieten und soll die im Programm „Sozialer Zusammenhalt“ aufgebauten Strukturen stabilisieren, bis sie möglichst in den bezirklichen Regelbetrieb überführt werden können. Finanziert wird die Stadtteilkoordination Plus grundsätzlich je zur Hälfte aus bezirklichen Mitteln und aus Mitteln des Projektfonds.

Unterschied zum Quartiersmanagement

Der wichtigste Unterschied zum Quartiersmanagement liegt in der Funktion. Das Quartiersmanagement ist ein stärker ausgestattetes, zeitlich befristetes Förderinstrument, das Projekte entwickelt, Fördermittel einsetzt, Beteiligungsverfahren organisiert und soziale wie städtebauliche Entwicklungen im Quartier aktiv steuert. Die Stadtteilkoordination arbeitet dagegen dauerhafter und mit geringerer Eingriffstiefe; sie vernetzt Akteure, vermittelt Informationen, unterstützt Beteiligung und sorgt dafür, dass Kooperationen und Engagement langfristig tragfähig bleiben.

Überführung in Regelstrukturen

Die Überführung in die bezirkliche Regelfinanzierung erfolgt schrittweise in der Verstetigungsphase eines QM-Gebiets. Dabei werden gemeinsam mit Bezirksamt, Quartiersmanagement, Quartiersrat und weiteren Akteuren die Projekte, Orte und Netzwerke identifiziert, die dauerhaft gebraucht werden und deshalb in den Bezirkshaushalt oder andere Regelstrukturen übernommen werden sollen. Stadtteilkoordination Plus ist in diesem Prozess wichtig, weil sie Wissen sichert, Kontakte zusammenhält und den Übergang organisatorisch begleitet.

Bedeutung für nachbarschaftliches Engagement

Für das nachbarschaftliche Engagement ist die Stadtteilkoordination besonders wichtig, weil sie Bewohnerinnen und Bewohner, Initiativen, Vereine und soziale Einrichtungen miteinander in Verbindung bringt. Sie greift Anliegen aus dem Stadtteil auf, unterstützt Austauschformate, begleitet Beteiligung und stärkt damit die Mitwirkung der Bewohnerschaft vor Ort. So trägt sie dazu bei, dass Engagement nicht nur punktuell entsteht, sondern im Stadtteil dauerhaft verankert wird.

Bezüge zu Spandau

Für Spandau ist wichtig, dass der Bezirk bereits über eine eigene, ausdifferenzierte Stadtteilkoordination verfügt. Nach Angaben des Bezirksamts gibt es dort eine bezirkliche Stadtteilkoordination sowie lokale Stadtteilkoordinationen in den neun Spandauer Bezirksregionen, die an Stadtteilzentren oder soziale Treffpunkte angebunden sind. Ziel ist ausdrücklich, die Kommunikation innerhalb des Stadtteils sowie zwischen Stadtteil, Verwaltung und Politik zu verstetigen und das freiwillige beziehungsweise zivilgesellschaftliche Engagement zu stärken.

Gleichzeitig gibt es in Spandau mehrere aktive Quartiersmanagement-Gebiete, nämlich Falkenhagener Feld-West, Falkenhagener Feld Ost, Heerstraße Nord und Spandauer Neustadt. Dort übernimmt das Quartiersmanagement derzeit noch klassische Förder- und Entwicklungsaufgaben, etwa durch Beteiligung, Projektförderung und sozialräumliche Stabilisierung. Ein unmittelbarer Bezug zu „Stadtteilkoordination Plus“ ergibt sich deshalb vor allem perspektivisch: Wenn QM-Gebiete in Spandau künftig aus der Förderung herausgenommen werden, soll Stadtteilkoordination Plus als Übergangs- und Verstetigungsinstrument relevant werden.