Am 9. Mai 2026 eröffnet im Schaudepot der Zitadelle Spandau die neue Intervention Zeitfelder – Time Fields. Die Künstlerinnen Simone Zaugg und Pfelder sowie der syrische Künstler Amer Al Akel entwickeln darin künstlerische Positionen zum Umgang mit belasteten Denkmälern aus NS-Zeit, DDR und Kolonialismus.
Das Schaudepot ergänzt die Dauerausstellung Enthüllt. Berlin und seine Denkmäler um eine experimentelle Dimension. Jährlich wechselnde Kurator*innen aus Kunst, Wissenschaft und Bildung erarbeiten dort neue Zugänge zu problematischen Objekten der Stadtgeschichte. Im Fokus des aktuellen Jahrgangs stehen Fragen der deutschen Erinnerungskultur, auch aus migrantischen Perspektiven.

Zaugg und Pfelder arbeiten mit konsequenter Verhüllung der Exponate und verlagern die Wahrnehmung vom Visuellen auf andere Sinne: Tasten, Hören und Riechen sollen alternative Zugänge zu historischen Narrativen eröffnen. Die Skulpturen Amer Al Akels erweitern diesen Ansatz um eine transkulturelle Dimension und stellen mitteleuropäische Geschichte in Bezug zu aktuellen politischen Gegenwarten.
Die Ausstellung läuft bis zum 30. September 2026 und wird von Führungen, einem Schülerworkshop sowie einem Artist Talk begleitet.
Informationen
- Eröffnung: 9. Mai 2026, 14 Uhr
- Laufzeit: 10. Mai – 30. September 2026
- Ort: Zitadelle Spandau, Schaudepot, Am Juliusturm 64, 13599 Berlin
Begleitprogramm
- So, 7. Juni, 15 Uhr: Führung durch das Schaudepot
- Do, 20. August, 13 Uhr: Ferienworkshop für Schüler*innen
- Mi, 30. September, 18 Uhr: Artist Talk mit Pfelder und Simone Zaugg
Schaudepot in der Bastion Königin
Den Anstoß für ein Schaudepot mit kontroversen Objekten gab das Jahr 2021, als die Zitadelle zwei Bronzepferde des Bildhauers Josef Thorak aufnahm. Nach und nach gesellten sich weitere unerwünschte Berliner Denkmäler und Skulpturen dazu. Thematisch baut das Schaudepot auf der Ausstellung „Enthüllt. Berlin und seine Denkmäler“ auf – wagt dabei aber einen ungewöhnlichen Schritt: Die gezeigten Objekte bleiben dieselben, doch der Blickwinkel auf sie wandelt sich. Jährlich entwickeln Kurator*innen aus Wissenschaft, Kunst oder Bildung eine neue Ausstellung mit frischen Texten und Schwerpunkten. Auf diese Weise bleiben die Objekte lebendig und lassen sich aus unterschiedlichen Perspektiven erfahren – sei es historisch, künstlerisch oder experimentell.
Bastion Königin
Die Bastion Königin entstand zwischen 1558 und 1578 nach Entwürfen des Baumeisters Chiaramella und verfügte ursprünglich wie die Bastion König über eine obere und eine untere Verteidigungsgalerie. Am 18. April 1813 zerstörte eine Explosion das in der Bastion befindliche Pulvermagazin, nachdem preußische Truppen das Bauwerk unter Beschuss genommen hatten. Der anschließende Wiederaufbau begann 1832 und nahm rund zehn Jahre in Anspruch. Vom Zitadellenhof aus betritt man die Bastion heute durch ein Rundbogenportal. Von den einst zwei Verteidigungsgalerien ist nur noch eine erhalten; an den Zugängen zu den Kasematten sind jeweils Magazinräume angeordnet.



