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Zeitumstellung, ein Relikt aus alten Tagen (Foto: Ralf Salecker)

Zeitumstellung, ein Relikt aus alten Tagen (Foto: Ralf Salecker)

Am Sonntag, den 25. März ist es mal wieder soweit. Die Umstellung auf die Sommerzeit wird uns eine Stunde “kosten”. Genau um 2 Uhr morgens werden die Uhren um eine Stunde vorgestellt. Damit verlieren wir eine Stunde Schlaf. Erst am am letzten Sonntag im Oktober um 3 Uhr bekommen wir dies Stunde wieder zurück. Es braucht jedesmal ein paar Tage, bis sich der Körper darauf eingestellt hat.

Funkuhren bekommen dazu automatisch das passende Signal der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) in Braunschweig. Trotzdem sollte man sich nicht darauf verlassen. Nicht alle funktionieren, so, wie sie es sollten. Ein kritischer Blick kann nicht schaden, um pünktlich alle Termine wahrnehmen zu können. Wer sein Smartphone entsprechend eingestellt hat, muss sich keine Gedanken um die Umstellung machen.

Warum machen wir das?

Eigentlich sollte durch diese Umstellung Energie eingespart werden, da so eine längere Nutzung des Tageslichts möglich war. Geschockt durch die Ölkrise 1973 wollte man nun europaweit sparsamer mit den Ressourcen umgehen.  Erfahrungsgemäß verbrauchen wir am Abend weniger Strom für Licht, gleichen dies durch einen erhöhten Heizbedarf im Frühjahr und im Herbst am Morgen wieder aus. Der Einsatz stromsparender Leuchtmittel, dürfte dieses Verhältnis noch stärker auseinandertreiben. Die Energieversorger konnten insgesamt keine Energieeinsparung feststellen.

Die Zeit wird übrigens in Deutschland nicht willkürlich umgestellt. Wie so vieles regelt ein speziell dazu erlassenes Gesetz diesen Vorgang:

Gesetz Sommer/Winterzeit:

Verordnung vom 12.07.2001 , veröffentlicht am 18.07.2001 im Bundesgesetzblatt Jahrgang 2001 Teil I Nr. 35:
Auf Grund des § 3 des Zeitgesetzes vom 25. Juli 1978 (BGBl. I S. 1110, 1262), der durch das Gesetz vom 13. September 1994 (BGBl. I S. 2322) geändert worden ist, verordnet die Bundesregierung:
§ 1
Ab dem Jahr 2002 wird die mitteleuropäische Sommerzeit (§ 1 Abs. 4 des Zeitgesetzes) auf unbestimmte Zeit eingeführt.
§ 2
(1) Die mitteleuropäische Sommerzeit beginnt jeweils am letzten Sonntag im März um 2 Uhr mitteleuropäischer Zeit. Im Zeitpunkt des Beginns der Sommerzeit wird die Stundenzählung um eine Stunde von 2 Uhr auf 3 Uhr vorgestellt.
(2) Die mitteleuropäische Sommerzeit endet jeweils am letzten Sonntag im Oktober um 3 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit. Im Zeitpunkt des Endes der Sommerzeit wird die Stundenzählung um eine Stunde von 3 Uhr auf 2 Uhr zurückgestellt. Die Stunde von 2 Uhr bis 3 Uhr erscheint dabei zweimal. Die erste Stunde (von 2 Uhr bis 3 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit) wird mit 2 A und die zweite Stunde (von 2 Uhr bis 3 Uhr mitteleuropäischer Zeit) mit 2 B bezeichnet.

 

Die Diskussion um die Abschaffung der Sommerzeit

Zweifel am Sinn der Zeitumstellung werden immer häufiger geäußert. Sogar die EU hat sich wieder mit dem Thema beschäftigt. Im Februar forderte das EU-Parlament von der EU-Kommission, diese solle die Zeitumstellung überprüfen und einen passenden Vorschlag unterbreiten. Kein Land innerhalb der EU kann diese Entscheidung alleine treffen. Die EU selbst scheint die Abschaffung aus Angst vor einem möglichen bürokratischen Aufwand nicht konsequent angehen zu wollen.

Ein Grund für die kritischen Überlegungen ist die Erkenntnis, dass sich die gewünschten positiven Ergebnisse bzgl. einer merkbaren Energieeinsparung nicht erfüllt hätten, Studien aber zunehmend negative Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit feststellen. Eine Langzeitstudie gelegte 25% mehr Herzinfarkte, 12% mehr Depressionen und 15% mehr Krankmeldungen nach einer Umstellung auf Sommerzeit. Insgesamt klagen viele Betroffene über Müdigkeit und Schlafstörungen. Selbst Tiere reagieren negativ darauf, wenn plötzlich die Fütter- oder Melk-Rhythmen sich verändern.