Zum Tod von Sigurd Hauff (1935–2026)

Mit Sigurd Hauff verlor Spandau einen seiner prägendsten Politiker. Der ehemalige Bezirksbürgermeister starb am 27. Mai 2026 im Alter von 90 Jahren. Berlin trauert um einen „aufrechten und sozial engagierten Politiker“, wie Regierender Bürgermeister Berlins, Kai Wegner, ihn würdigte.

Ein Leben in Dienst an der Stadt

Sigurd Hauff wurde am 24. Juli 1935 in Tübingen geboren und war seit 1958 Mitglied der SPD, insgesamt 60 Jahre Parteizugehörigkeit. Nach einem Studium in Geschichte, Germanistik und Anglistik arbeitete er zunächst als Lehrer, bevor sich sein politischer Weg in West-Berlin entschied.

1971 wurde Hauff in das Abgeordnetenhaus von Berlin gewählt und war dort Mitglied des Fraktionsvorstandes der SPD. Von 1981 bis 1992 gestaltete er als Volksbildungsstadtrat elf Jahre lang das kulturelle und gesellschaftliche Leben Spandaus maßgeblich mit.

Bürgermeisterjahre: 1992–1995

Seine prägendsten Jahre für Spandau waren seine Amtszeit als Bezirksbürgermeister von 1992 bis 1995. In dieser Zeit setzte Hauff mit viel Energie und Leidenschaft für die Belange der Stadt und ihrer Bürger ein.

Wesentliche Leistungen in seiner Amtszeit als Bezirksbürgermeister (1992–1995)

  • Stärkung der Beziehungen zu den Nachbargemeinden im Havelland und Überwindung der jahrzehntelange Trennung
  • Initiiierung zahlreicher kultureller Projekte in Spandau
  • Entscheidende Mitwirkung beim Aufbau des Kulturhauses in der Altstadt von Spandau
  • Aktive Förderung der Städtepartnerschaft Berlins mit Prag
  • Unterstützung beim Aufbau demokratischer Verwaltungsstrukturen in Mittel- und Osteuropa (Partner in Mittel- und Osteuropa)

Auszeichnung von Königin Elisabeth II.

Da Spandau bis 1994 die Garnisonsstadt der britischen Streitkräfte in Berlin war, erhielt Hauff 1993 eine außergewöhnliche Ehre: Von Königin Elisabeth II. bekam er den Titel Officer of the Order of the British Empire (OBE) für seine deutsch-britischen Verdienste. Sein Bruder Volker Hauff war sogar Bundesminister und später Oberbürgermeister von Frankfurt.

Stadtältester von Berlin und spätere Jahre

2004 erhielt Sigurd Hauff die Ehrenbezeichnung Stadtältester von Berlin, eine Auszeichnung für Menschen, die mehr als 20 Jahre der Stadt in Wahl- oder Ehrenämtern gedient haben. Bis zuletzt lebte er im Westen von Spandau.

Im Juni 2025 hatte der heutige Spandauer Bezirks-Bürgermeister Frank Bewig (CDU) Hauff noch ins Rathaus eingeladen. „Mit dem Tod von Sigurd Hauff verliert Spandau einen engagierten Bezirksbürgermeister und eine prägende Persönlichkeit unseres Bezirks“, sagte Bewig.

Ein ehrendes Andenken

Wo und wann Sigurd Hauff beerdigt wird, ist nicht öffentlich bekannt. In Spandau gibt es jedoch ein besonderes Grabfeld für Bürgermeister auf dem Friedhof in den Kissen, auf dem viele historische Spandauer Bürgermeister und Persönlichkeiten beigesetzt sind. Bei der nächsten Bezirkssitzung wird die Bezirkspolitik vermutlich ein Foto vom ehemaligen Bürgermeister stellen und eine Schweigeminute halten.

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