Atomkraft? - Nein Danke!

Alternativen zu Vattenvall und Co.

Stromanbieter wechseln leicht gemacht

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Atomkraft? - Nein Danke!

Die Ereignisse in Japan haben es wieder einmal deutlich gemacht. Atomstrom birgt unkalkulierbare Risiken. Ob die Bundesregierung in Anbetracht der Ereignisse ihre Verhältnis zur Atomenergie überdenkt, bleibt abzuwarten. Anbieter, wie Vattenfall, mit seinen Panenreaktoren in Krümmel und Brunsbüttel, fallen nicht unbedingt durch eine vertrauensbildende Informations- oder Energiepolitik auf. Es wäre also an der Zeit, zu einem Stromanbieter zu wechseln, der seine Energie ohne Atomkraftwerke erzeugt.

Sie haben schon einmal daran gedacht, den Stromanbieter zu wechseln? Dann geht es ihnen wie vielen anderen Menschen auch! Da wir alle „Gewohnheitstiere“ sind, scheint die Vorstellung eines Wechsels als schier unüberwindliche bürokratische Hürde. Ähnlich erging es allen, als die ersten Telefonanbieter mit preiswerteren Tarifen auf den Markt kamen.

40 Milliarden Euro aus Steuergeldern flossen bisher in die Atomforschung, so das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung in Berlin (DIW). Wenn man dann noch die immensen Kosten für die „Endlagerung“, Castortransporte und die Asse mit betrachtet, dann wurden in den letzten Jahrzehnten rund 80 Milliarden Euro ausgegeben – aus Steuergeldern. Kein Wunder, dass Atomstrom immer so günstig ist, wenn eine Seite nur die Gewinne einstreicht und der Steuerzahler für die Kosten aufkommt. Die Verlängerung der Laufzeiten für die Atomkraftwerke hätte der Atomindustrie bis zu 100 Milliarden Euro Gewinn eingebracht. Damit könnte es möglicherweise vorbei sein …

Es wird von westeuropäischen Atomkraftwerksbetreibern gerne behauptet, die sichersten Kraftwerke der Welt zu haben. Ein Ereignis wie in Fukushima sein hier nicht möglich, der spricht ganz schlicht nicht die Wahrheit. Natürlich werden wir hier kaum solch schwere Erdbeben, oder einen vergleichbaren Tzunami zu erwarten haben. Die Ereignissein der Vergangenheit, im schwedischen Forsmark, zeigen das die Gefahr einer Kernschmelze sehr wohl auftreten kann. Ein „simpler“ Kurzschluss hatte dort 2006 das Kühlsystem ausfallen lassen. Nur mit viel Glück kam es dort zu keiner Katastrophe. Dieses Ereignis wurde damals als schwerster Zwischenfall seit Tschernobyl und Harrisburg bezeichnet.

Der Strommarkt ist seit 1998 „liberalisiert“. Sie können also ihren Anbieter frei wählen. Inhaber von Stromleitungen müssen anderen Erzeugern die Durchleitung gewähren. Für diesen Service verlangen sie Gebühren, die so genannten Durchleitungsgebühren. Diese werden häufig als Instrument genutzt, um unliebsamer Konkurrenz das Leben schwer zu machen (wie auch in anderen liberalisierten Märkten). Entsprechend wenig Anbieter können sich in diesem Markt behaupten.

Die Motivation zum möglichen Wechsel kann aus unterschiedlichen Gründen erwachsen. Stetig ansteigende Preise sind in einer Zeit der real schrumpfenden Gehälter sicherlich ein Hauptargument. Der Strommarkt ist ein sehr einträgliches Geschäft. Nicht umsonst konnte Deutschlands größter Stromanbieter E.on für das Jahr 2005 den Gewinn vom Vorjahr von 7,4 Milliarden Euro noch weiter steigern. Andere Stromanbieter melden ebenso Rekordgewinne für das laufende Jahr. E.on und RWE erzielten 2010 einen Gewinn von 5 und 3,8 Milliarden Euro. Ein Großteil davon kam aus der Atomenergie. Vier Unternehmen, E.on, RWE, EnBW und Vattenfall beherrschen 90 Prozent des Marktes.

Nach dem neuen Energiewirtschaftsgesetz sind Stromanbieter verpflichtet, der Bundesnetzagentur in Bonn neu kalkulierte Nutzungsentgelte vorzulegen. Vormals war für niemanden nachvollziehbar, wie die möglicherweise deutlich überhöhten Gebühren sich zusammensetzten. Dem „Quasi-Monopol“ der Stromgiganten sollen so engere Grenzen gesetzt werden. Vattenfall Europa will, anders als EON und RWE, seine Nutzungsentgelte, die etwa ein Drittel des Strompreises ausmachen, nicht senken, sondern nur umverteilen. Der private Stromkunde bleibt also außen vor. Nach Schätzungen des Bund der Energieverbraucher sind die Strompreise in Deutschland um 20 bis 30 Prozent überhöht.

Auch naturverträglich gewonnene Energie ist häufig ein Wechselargument. Vor allem dann, wenn die Kosten nicht oder nur wenig über den alten liegen. Kernenergie ist dabei grundsätzlich ausgeschlossen, da deren Nutzung mit erheblichem Gefährdungspotenzial beim Betrieb des Kraftwerkes und bei der Entsorgung der radioaktiven Abfälle verbunden ist. Ebenso ist Strom aus Kohlekraftwerken (vor allem aber bei solchen, die Braunkohle verstromen) ein möglicher Ausschlussgrund, da diese erheblich für die Treibhausgasemissionen verantwortlich sind. Ökostrom kann aus regenerativen Quellen wie Solarstrom, Geothermie, Wind- und Wasserkraft, Biomasse oder auch aus modernen effizient genutzten Anlagen mit Kraftwärmekopplung stammen. Die Anbieter Greenpeace Energy, Lichtblick, Naturstrom und EWS Schönau verkaufen nur Energie aus ökologisch korrekten Quellen.

Das Internet bietet eine Vielzahl von Informationsmöglichkeiten zu beiden Optionen. So können sie ihren Jahresverbrauch, sowie ihre Postleitzahl in ein Abfrageformular eingeben, um sekundenschnell eine Auswahl von preiswerten Anbietern zu erhalten. Alle anfallenden Kosten können sie so in einer übersichtlichen Tabelle miteinander vergleichen. Zu jedem Anbieter können sie sich das Vertragsdokument als PDF-Dokument auf ihren Computer speichern.

Der Wechsel zu einem Stromanbieter ihrer Wahl ist unbürokratisch und risikolos möglich, denn dieser übernimmt alle Formalitäten, also auch die Abmeldung beim alten Anbieter. Je kürzer die Vertragslaufzeiten sind, umso schneller können sie auf Veränderungen reagieren. Lassen sie sich Informationen über alle Kostenverursacher (Zahlungen an die Gemeinde, jährliche Grundgebühr, Zahlung an den Mehrwertsteuer, Netzbetreiber, Stromsteuer) geben und natürlich darüber, zu wann und wie schnell ein Wechsel (auch abhängig von ihrer eigenen Kündigungsfrist) möglich ist.

Die Netzpflege liegt auch weiterhin in der Verantwortung des Netzinhabers. Dieser ist bei entsprechenden Problemen der erste Ansprechpartner. Ebenso kann auch dieser weiterhin für die alljährliche Ablesung ihres Zählers zuständig sein. Die erhobenen Daten leitet er dann an den eigentlichen Stromanbieter weiter.
Auch wenn der gewählter Stromanbieter einmal in Konkurs gehen sollte, besteht kein Grund zur Sorge. Der Strom fließt auch weiterhin. Innerhalb einer gewissen Zeit kann problemlos ein neuer Anbieter gewählt werden.

  • Grüner Strom Label e.V.
    Umweltverbände zusammen mit den Verbraucherverbänden versuchen ein unabhängiges Zertifikat für „Öko-Strom zu etablieren.
  • Der Verein „EnergieVision“, getragen vom Öko-Institut in Freiburg, der Umweltstiftung WWF Deutschland und der Verbraucherzentrale NRW, vergibt das Qualitäts-Siegel „ok-power“
  • Das Öko-Institut e.V. informiert in seiner EcoTopTen-Kampagne über umweltfreundliche Stromanbieter.
  • optel Media Services GmbH
    Hier finden sie nach Eingabe ihres jährlichen Stromverbrauchs die günstigsten Stromanbieter.

About Ralf Salecker

Ralf Salecker, freier Fotograf und Journalist

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