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Warum feiern wir Weihnachten?

Der 25. Dezember als Datum für das Weihnachtsfest geht wahrscheinlich auf ein römisches Sonnenwendfest zurück. Im 3. Jahrhundert nach Christus stieg der Sonnenkult zur beherrschenden Religion in Rom auf. In der Folge wurde schließlich auch die Wintersonnenwende immer wieder großartig gefeiert.

Den Geburtstag Jesu zu feiern war damals aus sehr unterschiedlichen Gründen nicht denkbar. Weder wurden von den frühen Christen Geburtstage gefeiert, noch kannte irgendjemand überhaupt das exakte Geburts-Datum. Die Geburt Jesu könnte nach neueren Erkenntnissen zwischen vier Jahren vor Christus und sechs Jahren nach Christus liegen. 10 Jahre sind ein langer Zeitraum.  Die Geburt wurde eigentlich als Beginn des sündigen Lebens angesehen? Warum sollte also gerade diese eine Geburt besonders gefeiert werden? Eine spannende Frage.

Wahrscheinlich wurde das Weihnachtsfest erstmals zur Zeit Konstantin des Großen (also im vierten Jahrhundert nach Christus) gefeiert. Schnell breitete es sich aus, genutzt als politisches Instrument, um die Macht der römischen Bischöfe auszuweiten. Etwa in den gleichen Zeitraum fällt auch die Entstehung des Oster- und Pfingstfestes.

Ob das Weihnachtsfest nun bewusst in Konkurrenz zum bestehenden heidnischen Fest gesetzt wurde, oder ob heidnische Feste einfach anders besetzt werden sollten, ist dabei fast unerheblich…

Keine Tiere unterm Weihnachtsbaum!

Wenn Kinder ihren Willen durchsetzen

Das Fest der Liebe naht mit Riesenschritten. Wer kennt das nicht den Wunsch nach einem Haustier? Kinder wünschen sich Tiere zu Weihnachten, weil sie darin ein großes lebendiges Kuscheltier sehen. Vielen Eltern fällt es sehr schwer, diesem drängenden Wunsch nicht nachzukommen. Große Kinderaugen, aber auch lautstarkes Geschrei und noch viel mehr Tränen können ein ausgesprochen wirksames Druckmittel sein.

Die ehemalige Brandenburgische Verbraucherschutzministerin Anita Tack mahnte einmal:

„Keinesfalls sollte spontan ein Tier als Weihnachtsgeschenk gekauft werden. Vor deren Anschaffung sollten die Anforderungen an die artgerechte Haltung der Tiere intensiv bedacht werden. … Haustiere sind kein Spielzeug. Ihre Haltung bringt für einen langen Zeitraum ein erhebliches Maß an Verantwortung, Pflichten und Kosten mit sich.“

Spandaus Ordnungsstadtrat:

„Eine Entscheidung für ein Tier sollte immer wohlüberlegt, vorbereitet und langfristig getroffen werden, nur so werden alle glücklich werden. … Eine artgerechte Haltung braucht mehr Zeit als gedacht, ist von den Kindern allein meist eh nicht zu gewährleisten. … Wenn Sie zweifeln, dann empfehlen wir Ihnen vor dem Kauf einen Besuch im Tierheim Berlin. Dort wird eine gründliche Vorbereitung auf den tierischen Zuwachs angeboten, bei der Interessierte Tiere und deren Haltung kennen lernen können und intensiv von Tierpflegern beraten werden.“

Gewiss ist den meisten Eltern bewusst, dass sie mit der Erfüllung des Wunsches niemandem einen großen Gefallen tun. Aber auch Eltern wollen von ihren Kindern geliebt werden. So wird der innige Wunsch der Kleinen oft wider besseren Wissens in die Tat umgesetzt.

Ob kleine Kinder sich der Verantwortung bewusst sind, die mit der Anschaffung eines Vierbeiners oder gefiederten Freundes verbunden ist, kann mit großer Sicherheit verneint werden. Der Wunsch oder die feste Absicht, diese zu übernehmen ist ganz bestimmt vorhanden – anfangs sogar die Zeit dafür. Gerade letztere wird sehr schnell zum Problem. Immer nach solch großen Feiertagen haben Tierheime einen erschreckend großen Zulauf. Zum Glück, muss man fast sagen, schließlich landet leider manch ein Tierchen auf der Straße.

Exoten für die Erwachsenen

Nun kann man nicht immer den lieben Kleinen die Schuld am Kauf von neuen Hausgenossen geben. Exotische Tiere üben auf manch Erwachsenen eine große Faszination aus. Die Zahl an Spinnen, Schlangen, Echsen, Schildkröten und anderen nichtheimischen Tierarten in deutschen Haushalten nimmt stetig zu.

Geschützte Tierarten werden in Koffern aus fernen Ländern eingeführt. Immer wieder entdeckt der Zoll geschmuggelte Tiere. Da macht es nichts, wenn der größte Teil der Tiere den Transport nicht überlebt hat. Der Rest kann immer noch für viel Geld verkauft werden. Ehrliche Tierhändler, die ein Geschäft und Angestellte unterhalten müssen, können mit den Dumpingpreisen der Tiermafia nicht konkurrieren. In Spandau gab es einmal eine ganze Menge Zoofachgeschäfte. Wo sind sie geblieben?

Hauptsache billig

Nicht immer ist die Herkunft der kuscheligen Tiere bekannt. Vielfach ist es den Käufern egal – so lange das Tierchen nur billig ist. Ein scheinbares Rasse-Haustier wird da ohne zu überlegen genommen. Oft kommen die Tiere aus Osteuropäischen Zuchten, wo sie unter tierquälerischen Bedingungen gezüchtet werden. Ob nun über das Internet oder als Zeitungsinserat, wann immer eine solche Anzeige verlockend ins Auge fällt, sollten sich die potentiellen Käufer klar machen, das extrem billige Preise unter vernünftigen Zuchtbedingungen nicht möglich sind. Wer solche Tiere kauft, tut denen nichts Gutes, vielmehr feuert er so einen boomenden Markt an, bei dem schon vorher viele auf der Strecke geblieben sind. Tierschutzorganisationen raten grundsätzlich vom Kauf von Tieren aus ungeklärter Herkunft ab.

Kann man nun noch ruhigen Gewissens an den Erwerb eines Haustieres denken?

Natürlich! Alles ist möglich, man muss sich nur der eigenen Verantwortung bewusst sein, die mehrere Jahre zu tragen ist. Vor allem verursachen Tiere Dreck und viel Arbeit, manche Lärmen – besonders wenn sie länger alleine gelassen werden. Es sollte nur nicht unbedingt die Weihnachtszeit sein, in der man sich ein Tier anschafft. In der großen Hektik kann sich ein Tier kaum in Ruhe eingewöhnen. Natürlich gehört auch eine ausführliche Information über die Bedürfnisse der Tiere dazu. Die bekommen sie in den Zoofachgeschäften.

Aus einer kleinen unscheinbaren Echse kann im Laufe der Jahre ein mehrere Meter langes Ungetüm werden. Was geschieht dann? Im Südpark, im Spandauer Stadtforst und im Zitadellengraben tummeln sich Rotwangen- und Gelbwangen-Schmuckschildkröten im Wasser, ausgesetzt von ihren Besitzern, weil der Besitz von geschützten oder bedrohten Tieren einst meldepflichtig wurde.

Wir feiern Weihnachten – Was feiern Menschen anderer Religionszugehörigkeit?

Vier Beispiele für Feste zur Sonnenwende

Christi Geburt

Die Geburtszeit von Jesus Christus ist leider nicht genau überliefert. Die christliche Zeitrechnung bildete sich erst über Jahrhunderte hinaus und blieb mit römisch-heidnischer Zeitrechnung verflochten. Es ist sicherlich kein Zufall, dass Christi Geburt in die Zeit um die Sonnenwende gelegt wurde. Im 5. und 6. Jahrhundert unserer Zeitrechnung wurde zunächst von Mönchen mittels Bibelexegese und astronomischer Befunde Christi Geburt ermittelt und auf einem Konzil im 9. Jahrhundert verbindlich der 25. Dezember bzw. 6. Januar festgelegt. Christliche Feste und frühere heidnische Naturfeste überlagern sich. In der Nach vom 21. zum 22. Dezember ist jedes Jahr die Wintersonnenwende (auf der nördlichen Erdhalbkugel). Die längste Nacht und der kürzeste Tag des Jahres sind erreicht. Danach werden die Tage langsam wieder länger. Die Kräfte des Lichts und der Wärme bahnen sich ihren Weg.

Chanukka

Ein Fest, bei dem auch das Licht eine Rolle spielt, ist Chanukka, das jüdische Lichtfest. Es begann 2011 am 21. Dezember und dauert acht Tage, endet also am 28.12.2011. Chanukka ist ein untergordnetes Fest, aber ein Fest der Selbstbehauptung. Es erinnert an die Wiedereinweihung des zweiten jüdischen Tempels in Jerusalem. Im Jahr 164 v. Chr. führten Matitjahn und seine fünf Söhne eine kleine jüdische Armee gegen den hellenistischen-syrischen Herrscher Antiochus zum Sieg. Sie trieben ihn und seine Armee aus Israel hinaus. Die Makkabäer beseitigten den im jüdischen Tempel errichteten heidnischen Altar und führten den jüdischen Tempeldienst wieder ein. Als man zur Einweihung die Menorah, den siebenarmigen Leuchter des Tempels, anzünden wollte, fand sich nur ein kleines Gefäß mit koscherem (geweihtem/reinem) Öl. Wie durch ein Wunder reichte diese winzige Ölmenge für 8 Tage. So lange brannten die Lichter der Menorah. Daran erinnern die acht Arme des Chanukka-Leuchters. Hinzu kommt aber der neunte Arm, der Lichthalter („der Diener“). Nur mit dieser neunten Kerze dürfen die anderen Kerzen angezündet werden. Chanukka ist vor allem ein häusliches Fest. Die Familie feiert mit Freunden zu Hause. Man isst Krapfen oder Kartoffelpuffer mit Apfelmus. Gemeinsam werden Chanukka-Lieder gesungen. Die Kinder bekommen Geschenke und Süßigkeiten.

Dong Zhi

Die Chinesen feiern diesen Tag der Sonnenwende. Dong Zhi ist das zweitwichtigste Fest des chinesischen Kalenders. Es ist ein Fest der Familie und des Frohsinns. Die Menschen kleiden sich neu, bringen ihrer Familie Geschenke. Es wird getrunken und gefeiert. Auch im indianischen Kulturkreis genießt die Sonnenwende eine hohe Bedeutung. Die Hopi-Indianer feiern den Sieg des Lichtes über die Dunkelheit einen Monat lang. Im antiken Rom lag auf der Wintersonnenwende die Geburt Mithras, des unbesiegten Sonnengottes – zweifellos der Vorläufer des christlichen Weihnachtsfestes.

Divali

Unweigerlich mit Süßigkeiten als Geschenk verknüpft ist auch das hinduistische Fest Divali (auch Dewali oder Deepvali). Zum indischen Fest des Lichtes gehören Feuerwerk, Licht in Öllampen, Kerzenlicht oder Neonlichter. Letzteres ist bei wohlhabenden Leuten en vogue. Das Divali-Fest wird überall auf dem riesigen Subkontinent Indien gefeiert, hat aber sehr unterschiedliche Bedeutungen. Gemeinsamer Nenner ist, dass dieses Fest immer auch die Erneuerung des Lebens feiert. Das indische Fest liegt aber meist im Spätherbst, zwischen dem 19. Oktober und dem 13. November. Es ließen sich sicherlich noch mehr Feste zur Herbst- bzw. Winterszeit finden.

azb

Rente für den Weihnachtmann?

Nikolaus, Weihnachtsmann, Christkind, Knecht Ruprecht und wie er sonst noch genannt wird …

Bestürzt mussten wir in den letzten Tagen erfahren, dass der Weihnachtsmann in eben diesem Jahr seinen 87. Geburtstag feiern sollte. Selbst wenn wir alle Arbeitszeit-Reformen, die geplant sind, vorweg nehmen, müssten wir ihn wohl oder übel sofort in seine verdiente Rente schicken.

Es kommt aber noch viel schlimmer. Angeblich ist dieser Herr die schnöde Erfindung eines Konzerns, der auch heute noch mit seinem braunen sprudelnden Wasser von sich Reden macht. 1931 soll der Zeichner Haddon Sundblom im Auftrag von CocaCola die auch heute noch bekannte Zeichnung des rotgewandeten weißbärtigen alten Mannes zu Papier gebracht haben.

Das ist doch bestimmt gelogen… Den Weihnachtsmann gibt´s wirklich…

Thomas Nast „erfand“ den Weihnachtsmann

Glücklicherweise ist all dies nicht wahr. Wahrscheinlich ist es ein nach Nordamerika ausgewanderter Bayer Namens Thomas Nast gewesen, der für das heutige Erscheinungsbild von Santa Claus verantwortlich ist. Er gilt als der Ur-Vater der amerikanischen Karikatur. 1862 (oder 1863) zeichnete er für die Zeitschrift Harper´s eine Figur, die heutzutage wohl eher Kopfschütteln hervorrufen würde.

Noch tobte der amerikanische Bürgerkrieg. So verwundert es nicht, die Gaben bringende Gestalt als Truppenbetreuer, gekleidet in eine Jacke mit den Sternen des Sternenbanners und eine passend gestreifte Hose zu sehen. Erst in den späteren Jahren formte er die Augen zwinkernde und Pfeife rauchende, gemütliche dicke Gestalt, so wie wir sie heute kennen. Vorbild war ihm die Nikolausgestalt seiner Heimat, der Belzenickel, oder auch Pelznickel. Eine Kurzform für die Pelz tragende Gestalt des Nikolaus.

Der Nikolaus wiederum geht zurück auf die Gestalt eines Bischofs der antiken türkischen Stadt  Myra. Er galt als besonders freigiebig. Naturgemäß trägt er also in katholischen Gegenden auch eher einen Bischofs gemäßen Mantel. In protestantischen oder weniger religös gefärbten Gefilden ist diese Herkunft und damit die Kleidung nicht mehr von besonderer Bedeutung.

Thomas Nast verbindet in seinen Zeichnungen deutsche und holländische (die Namensabwandlung von Sinte Klaas zu Santa Claus) Wurzeln zu einer gerade in schlechten Zeiten herbeigewünschten Gestalt, die Gutes bringt. Selbst der Wohnsitz von Santa Claus, nämlich der Nordpol, findet sich auf einer 1865 geschaffenen Zeichnung von Nast.
Gehen wir noch ein paar Jahrzehnte zurück finden wir eine weitere Wurzel, die zur verwirrenden Vermischung von Nikolaus und Weihnachtsmann beigetragen hat. Clement Clarke Moore schrieb für seine Kinder ein Weihnachtsgedicht. In diesem beschrieb er 1822 den Nikolaus, der mit einem Schlitten, bespannt mit acht Rentieren (Dasher, Dancer, Prancer, Vixen, Comet, Cupid, Donder, Blitzen) auf dem Dach landet und des nächtens durch den Kamin herabsteigt um die Strümpfe zu füllen.

Andere Quellen sagen, der wahre Urheber dieses Gedichts „A Visit From St. Nicholas“ wäre ein Major Henry Livingston. Erich Kästner übersetzte später selbiges Gedicht und gab ihm den Titel „Als der Nikolaus kam“. Um die Verwirrung zu komplettieren, wird selbst der Major nicht als der wahre Urheber angesehen. Eine Satire von Washington Irving, die 1809 unter dem Namen „Knickerbocker History“ sowie ein Gedicht von 1821 „The Children´s Friend“ sollen die Beschreibung schon vorweg genommen haben. Aus Anfangs einem, wurden später dann acht Rentiere.
Dem aufmerksamen Leser wird sicherlich nicht entgangen sein, dass in der Aufzählung ein Name fehlt. Rudolph, das Rentier mit der roten Nase. 1939 schrieb Rudolph Robert L. May mit „Rudolph the red-nosed Reindeer“ eine Geschichte, die schnell ihren Siegeszug um die Welt antrat. Beflügelt wurde der Erfolg durch ein gleichnamiges Weihnachtslied mit dem Text von Johnny Marks und der Musik von Gene Autry.

1845 erblickte die erste Ausgabe von Heinrich Hoffmanns Struwelpeter die Welt. Hier taucht der Weihnachtsman sogar als strafende Figur auf.

Wie kommt´s nun, dass wir eigentlich den Nikolaus meinen und den Weihnachtsmann nennen?

Papst Paul der VI. war es, der 1969 den Gedenktag des heiligen Nikolaus von Myra aus dem römischen Generalkalender strich. Die reale Gestalt des Bischofs ist sowohl in der Oströmischen wie auch in der Weströmischen Kirche belegt. Über die wahren Geburtsdaten streiten sich die Gelehrten. Hinzu kommt, dass es noch einen anderen Nikolaus, nämlich Sion, Bischof von Pinora gegeben hat.

Noch etwas älter ist eine Legende, die Nikolaus wunderwirkend im 4. Jahrhundert als Bischof von Myra (heute Demre im türkischen Südanatolien) beschreibt. In der griechisch-orthodoxen Kirche wird er aus diesem Grund gar den Aposteln gleichgestellt. Ein bulgarisches Sprichwort bringt seine Bedeutung dann auf den Punkt. „Wenn Gott stirbt, dann wählen wir den heiligen Nikolaus zu seinem Nachfolger“.
Nachdem die byzantinische Prinzessin Theophanu Ende des 10. Jahrhunderts Kaiser Otto II. ehelichte, wurde Nikolaus zum ottonischen Haus- und Hofheiligen. Im Laufe der Jahrhunderte verselbständigte sich der Gedanke an einen heimlich Geschenke bringenden Mann immer weiter.
Am 8. Mai 1087 brachten ein paar italienische „Händler“ die sterblichen Überreste des Heiligen in die italienische Stadt Barese. Auch wenn es offiziell um die Rettung der Gebeine vor den muslimischen Eroberern in Kleinasien ging, ist die These, es ging eher um ein paar prestigeträchtige Reliquien, nicht ganz von der Hand zu weisen.

Die in einer Nacht- und Nebel-Aktion gestohlenen Gebeine ruhen auf Geheiß des Papstes seit 1506 in der St.-Michael-Kapelle der Kathedrale St. Nikolaus im schweizerischen Freiburg. Im Jahr 2013 verlangte ein türkischer Archäologe sogar die Rückgabe der gestohlenen Gebeine des Bischofs von Myra an die Türkei. Da wurde der Nikolaus plötzlich zum politischen Zankapfel. Die Kathedrale möchte die gebeine um keinen Preis wieder hergeben.

Die Reformation durch Luther brachte es mit sich, dass es nun keine Heiligenverehrung mehr gab. Das Fest, bei dem Kinder beschenkt wurden, war aber inzwischen normales Brauchtum und damit nicht so einfach zu unterbinden. Kurzentschlossen erfand er das Christkind, welches an dessen Stelle trat. Einzig die Holländer blieben dem Nikolaus bis heute treu. Dies galt bis zum Beginn des 19.Jahrhunderts auch für katholische Gegenden. Dann begann eine Vermischung der Traditionen.

Im Zuge der Gegenreformation wurde aus der mittelalterlichen Verehrung eines Heiligen der Besuch durch den Nikolaus Daheim, dem man noch einen Begleiter an die Seite stellte – Knecht Ruprecht trug die Last und war für die Bestrafung mit der Rute zuständig.

Der heutige Weihnachtsmann ist all dies in einer Person. Eine Folge der Globalisierung und/oder Gleichmacherei.

 

Karriere eines „Lappen“

Ein oller Vierbeiner macht Karriere

Rentier (Quelle: U.S. Fish and Wildlife Service, Fotograf: Jon Nickles)

Rentier (Quelle: U.S. Fish and Wildlife Service, Fotograf: Jon Nickles)

Wie sich doch die Moden ändern. Vor mehr als 50 Jahren noch kam 24, eine weißbär­tige, vermummte und brummige Gestalt mit Reisigrute und Jutesack, alleine oder als Beglei­ter des Nikolaus auf einem Schlitten sitzend, ab dem 6. Dezember in unsere Städte und Dör­fer. Beide Symbolgestalten entstammen, wenn auch aus verschiedenem, in Europa verwur­zeltem Volks­brauch­tum. Als Kind wartete man zwar mit Vorfreude, aber auch mit gewis­sem Respekt, ja teilweise sogar Angst, auf diese Herren, denn wenn man das Jahr über nicht immer artig gewesen war, brachte Knecht Ruprecht auch schon mal seine Rute zum Einsatz.

Mit seinem sonorig-brummigen Bass rief er einen gleich bei Namen, sobald er in die Wohn­stube gestapft war. Und er wusste auch immer bestens über sämtliche Verfehlungen, die man sich im vergangenen Jahr geleistet hatte, Bescheid. Gnadenlos wurden einem die Missetaten aufgezählt und dabei jedes Mal bedrohlich mit der Rute gewedelt. Das kleine Geschenk aus dem Jutesack gab es auch nicht umsonst: Zuerst musste man Besserung, weiterhin gutes Betragen versprechen und auch, dass man seinen Eltern immer zur Hand gehen würde. Dann musste man noch ein Gedicht oder ein Lied vortragen. Sobald man dann aber das Geschenk überreicht bekam und er sich verabschiedete, war alles gut – und man konnte sich endlich entspannt und glücklich auf  Weihnachten freuen.

Heutzutage beginnt die Vorweihnachtszeit bereits im An­schluss an die Sommerferien

Die Kaufhäuser geben im September das erste Signal und rüsten spätestens ab Oktober ihre Re­gale und Auslagen auf Weihnachtsartikel um. In keiner Dekoration fehlt mehr das Ren­tiergespann oder einzelne Rentiere. Wer aber macht sich überhaupt noch Gedanken über den Hintergrund solcher Symbolträger?

Rentiere sind ursprünglich in den nördlichen, klimatisch kühleren Breiten, besonders in den Tundren und Nadelwäldern, beheimatete Wildtiere. Lediglich über das Volk der Lappländer ist seit dem 9. Jahrhundert überliefert, dass sie sich Rentiere als Haustiere hielten und sogar züchteten, unter anderem zum Ziehen von Schlitten, die ihnen als Trans­portfahrzeuge dienten. Rentiere sind somit also auch „old Eu­rope“.

Im Amerika von 1822 schließlich veröffentlichte ein Schriftsteller namens Clemens Clarke Moore eine Weihnachtsgeschichte, in der acht Rentiere im Gespann den voll beladenen Schlitten des „San­ta Claus“ ziehen.

Diese Geschichte wurde unter den amerikanischen Kin­dern immer bekannter, so dass eine Kaufhauskette 1939 auf die Idee kam, den acht Rentieren aus der Weih­nachtserzählung ein weiteres,  rotnasiges, namens Rudolph, hinzuzugesellen: Dasher, Dancer, Prancer, Vixen, Comet, Cupid, Donner, Blitzen und Rudolf. Durch Marktforschung hatte man herausgefunden, dass Kinder Außenseiter lieben. Man er­fand die passende Geschichte dazu, dass nämlich Rudolph aufgrund seiner feuerrot leuchten­den Nase von den acht anderen Rentieren verspottet, gehänselt und gemieden wurde, und erst volle Anerkennung erlangte, als „Santa Claus“ sich seiner Vorzüge, dem Wege-Ausleuchten-Können bediente und Rudolph als Leittier dem Gespann voranstellte. Dieses rotnasige Rentier sollte nun in seiner Außenseiterolle die Herzen der Kinder gewinnen – und damit den Weihnachts­ge­schenkeverkauf ankurbeln. Dieses gelang bestens und wurde von der amerikanischen Marketingin­dus­trie immer noch weiter präzisiert. Ein 1949 passend komponiertes Weihnachtslied und schließlich ein 1964 gedrehter Zeichen­trickfilm machten „Rudolph“ zum weihnachtlichen Shooting-Star, auch über Amerikas Gren­zen hinaus.

Inzwischen ist auch bei uns vom ermahnenden, Furcht oder mindestens Respekt einflößenden Knecht Ruprecht kaum noch etwas zu hören. Auch ein Zeichen des Wertewandels. Natürlich ist die Geschichte vom „rednosed-reindeer“ weitaus kinderfreundlicher. Aber wenn diese „gewollte“  Kinderfreundlichkeit einzig und allein dem Zweck der Konsumsteigerung dient und damit gleichzeitig überlieferte Symbolfiguren völlig in den Hintergrund gedrängt werden, sollte es erlaubt sein, sich auch einmal über Sinn und Werte von Advents- und Weihnachtsfei­erlichkeiten Gedanken zu machen. Natürlich ist es für unsere Wirtschaft von Vorteil, wenn mehr konsumiert wird.

Der Brauch des weihnachtlichen Schen­kens verkommt immer mehr zur Ersatzbefriedigung

Doch zu welchem Preis? Der Brauch des weihnachtlichen Schen­kens verkommt immer mehr zur Ersatzbefriedigung für mangelnde Zeit, Werte- und Sinnmangel und Mangel an Zuwen­dung. Deshalb: Vorsicht vor solchen Trends! Die Geschichte lässt sich schließlich immer noch weiter steigern: Man schafft sämtliche Ladenschlusszeiten und sämtliche Feiertage, natürlich ohne Lohnausgleich, ab. Somit hätten erstens, die Unternehmen weniger unproduktive Lohnkosten und zweitens, jedermann könnte jährlich Tag und Nacht durchgehend vom 1. Oktober bis zum 26. Dezem­ber, Weihnachtsgeschenke für seine zuhause vor dem Fernseher sitzenden, wurzellos und sinnent­leert jeden Konsumtrend aufsaugenden Kinder kaufen.

Natürlich ist es lustig und herzerwärmend, wenn Kinder die Geschichte von Rudolph mögen und mittlerweile überall auf der Welt den englischen Text: „Ru­dolph, the red-nosed reindeer had a very shiny nose, …“ trällern. Warum aber sollte man Kindern an Nikolaus und Weih­nachten aufgrund dieser Geschichte etwas schenken?

ej

 

 

Lebendiger Adventskalender im Falkenhagener Feld 2018

Entdecken Sie Ihre Nachbarschaft in der Vorweihnachtszeit

Weihnachtsgeschichte an der Jeremia

Weihnachtsgeschichte an der Jeremia (Foto: Ralf Salecker)

Eine seit einigen Jahren gepflegte Tradition findet auch in diesem Jahr ihre Fortsetzung. Am 30.November startet der Lebendige Adventskalender im Falkenhagener Feld mit vielen Terminen, an denen sich Orte in diesem Quartier in Kalendertüren verwandeln. Nachbarn besuchen Nachbarn. Eine gute Gelegenheit, Institutionen in entspannter Atmosphäre kennenzulernen. Die Eröffnungsveranstaltung lädt sie diesmal zum „Märchenhaften Erzählcafé“ ins Foyer der Jeremia-Kirche in der Siegener Str. 52. Besuchen sie Menschen und Orte, die ihnen möglicherweise bisher fremd waren. Unterschiedlichste Träger gestalten bei der von der Evangelischen Jeremia-Kirchengemeinde initiierten Aktion für die Menschen, die zufällig vor Ort sind oder sich ganz bewusst auf den Weg gemacht haben.

Plätzchen, Glühwein, nette Gespräche, spannende Geschichten, gemeinsamer Gesang, ein Adventsmarkt, Möglichkeiten zum Basteln und vieles mehr erwarten die neugierigen Besucher hinter den jeweiligen Türchen des lebendigen Adventskalenders. Gehen sie auf Entdeckungstour durch das FF. Ein Höhepunkt der Adventszeit im Falkenhagener Feld ist Adventsmarkt am 7.12. vor der Ev. Zuflucht-und-Jeremia-Kirchengemeinde an der Westerwaldstraße. Der Eintritt ist hier wie bei allen Kalendertürchen des Lebendigen Adventskalenders frei.

Der Lebendige Adventskalender im Falkenhagener Feld nimmt eine Idee auf, die vor allem im ländlichen Raum verbreitet ist. In vielen Dörfern z.B. Niedersachsens trifft man sich im Advent zu einer festen Zeit vor dem für den jeweiligen Tag geschmückten Fenster. Hinter diesem wartet eine kleine Überraschung auf die Besucher.

 

Termine des lebendigen Adventskalender im Falkenhagener Feld 2018

Adventliche Entdeckungen an diesen Terminen im Falkenhagener Feld

30.11. Fr. 18.00 Uhr

  • Märchenhaftes Erzählcafé
  • Foyer Jeremia-Kirche, Siegener Str. 52

 

1.12. Sa. 14.00-16.00

  • Weihnachtsgestecke selber machen
  • KlimaWerkstatt in der JTW, Gelsenkircher Str. 20

 

2.12. So. 11.00 Uhr

  • Gottesdienste zum 1. Advent
  • Paul-Gerhardt-Gemeinde, Im Spektefeld 26 und
  • Jeremia-Kirche, Siegener Str. 52

 

4.12. Di. 16.00 Uhr

  • Jugendtheaterwerkstatt
  • Gelsenkircher Str. 20

 

5.12. Mi 16.00-19.00

  • Angebote für Kinder und Jugendliche
  • Outreach
  • Spekteweg 32

 

5.12. 18.00-20.00

  • WanderSterneKüche, KlimaWerkstatt im KieztreFF
  • Falkenseer Chaussee 199

 

6.12. Do 16.00-18.00

  • Bastelnachmittag
  • Gewobag-Kiezstube, Spekteweg 52

 

7.12. Frei 16.00-19.30

  • Adventsmarkt an der Zuflucht-Kirche
  • 16

 

8.12. Sa 10.00 Uhr

  • Kinderbibelfrühstück
  • Paul-Gerhardt-Gemeinde, Im Spektefeld 26

 

9.12. So 11.00-18.00

  • Adventstag
  • Paul-Gerhardt-Gemeinde, Im Spektefeld 26

 

9.12. So 11.00 Uhr

  • Gottesdienst
  • Jeremia-Kirche, Siegener Str. 52

 

10.12. Mo 18.30 Uhr

  • Advent in der Falken-Apotheke
  • Siegener Straße

 

12.12. Mi 14.00-17.00

  • Stadtteilbibliothek

 

12.12. Mi 18.00 Uhr

  • Besinnlicher Advent mit Flöten und Lesung
  • Foyer Jeremia-Kirche, Siegener Str. 52

 

14.12. Frei 18:.00

  • Advent im Charlotte-Treff
  • Wittgensteiner Weg 1

 

15.12. Sa 15.00-17.00

  • Kreativkids
  • Paul-Gerhardt-Gemeinde, Im Spektefeld 26

 

16.12. So 14.00

  • Familiengottesdienst zum 3. Advent, mit anschließender Adventsfeier
  • Jeremia-Kirche, Siegener Straße 52

 

17.12. Mo 16.00 Uhr

  • Advent mit der AWO
  • Foyer der Jeremia-Kirche, Siegener Str. 52

 

18.12. Di 16.00

  • Advent
  • Klubhaus an der Westerwaldstraße

 

19.12. Mi 16.00 Uhr

  • Schwedenhaus Café
  • Treffen mit Familien aus vielen Ländern
  • Stadtrandstraße

 

20.12. Do 18.00-20.00

  • Geschenke Selbermachen
  • KlimaWerkstatt
  • Foyer der Jeremia-Kirche, Siegener Str. 52

 

23.12. So 11.00 Uhr

  • Advent in der Jeremia-Kirche, Siegener Str. 52