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Aktionen der KlimaWerkstatt Spandau im Januar 2019

Die KlimaWerkstatt Spandau will auch im Januar 2019 die Menschen in die Gärten und die Ernte zu den Menschen bringen!

Die KlimaWerkstatt Spandau startet ins neue Jahr mit einem Neujahrstreffen, wo Ideen und kreative Anregungen für Aktionen gesammelt und geplant werden.

Nach einem Vortrag zum Thema „Wie baue ich Insektenhotels richtig?“ setzen wir dieses Wissen gleich in einem Workshop um und bauen gemeinsam ein Insektenhotel.

Unter dem Motto ‚Konservieren, tauschen, ausprobieren‘ organisiert der LebensMittelPunkt Spandau jeden zweiten Dienstag im Monat ein Treffen zum Thema regionale Ernährung. Diesmal stellt sich auch der Berliner Ernährungsrat vor. Und beim gemeinsamen Kochen und Essen der „WanderSterneKüche“ geht es diesmal um einen veganen Gemüseeintopf.

Di, 15.01.2019, 17 – 19 Uhr – Lebensmittelpunkt Spandau
Konservieren, tauschen, ausprobieren. Der Berliner Ernährungsrat stellt seine Arbeit vor
Ort: KlimaWerkstatt Spandau, Mönchstraße 8, 13597 Berlin

Di, 22.01.2019, 18 – 20 Uhr – Neujahrstreffen
Das Jahr 2019 begrüßen und gemeinsam Pläne schmieden
…mit regionalen veganen Leckereien für einen klimagerecht ausgerichteten Empfang
Ort: KlimaWerkstatt Spandau, Mönchstraße 8, 13597 Berlin

 

Die Teilnahme an den Terminen ist kostenfrei. Eine Anmeldung ist gewünscht, aber nicht zwingend erforderlich.

Kontakt: 0151-7565 0511

garten@klimawerkstatt-spandau.de

www.klimawerkstatt-spandau.de/regional

Gemeinsam gärtnern und mehr im Januar 2019 im Falkenhagener Feld

Die KlimaWerkstatt Spandau will auch im Januar 2019 die Menschen in die Gärten und die Ernte zu den Menschen bringen!

Freitag, 11. Januar, 17-19 Uhr – Insektenhotels richtig bauen. Vortrag und Workshop. Ort: Klubhaus Spandau, Westerwaldstr. 13

Anleitungen für Insektenhotels finden sich viele im Netz, aber funktionieren die auch? Mittlerweile gibt es empirische Untersuchungen, die belegen: Viele der käuflichen Bausätze sind nicht geeignet, werden nicht von den Insekten genutzt oder können sogar Schaden anrichten. In diesem Workshop zeigen wir, welche Materialien für welche Insekten empfohlen werden. Im Anschluss an eine kurze Vorstellung der verschiedenen Typen bauen wir gemeinsam ein Insektenhotel, dass dann auch im Falkenhagener Feld installiert wird.

Dienstag, 15. Januar, 17-19 Uhr – Lebensmittelpunkt Spandau. Konservieren, Tauschen, Ausprobieren.  Ort: KlimaWerkstatt Spandau, Mönchstr. 8, Altstadt

Wir starten mit leichter Verspätung ins Neue Jahr, damit auch alle Zeit haben, aus dem Winterurlaub zurück zu kehren. Als Auftakt für das neue Jahr laden wir uns Experten vom Berliner Ernährungsrat ein. Ziel dieses Zusammenschlusses von Profis und engagierten BürgerInnen ist es, Ernährung zu einem politischen Thema zu machen, auf bestehende Probleme zum Beispiel bei der Schulverpflegung aufmerksam zu machen und Lösungen zu entwickeln. Eine Vertreterin stellt uns die Arbeit des Ernährungsrates vor und gemeinsam überlegen wir, was davon auch für Spandau wichtig und umsetzbar wäre. Dazu gibt es Kostproben von den Konserven der letztjährigen Ernten in Spandau.

Dienstag, 22. Januar, 18-20 Uhr – Neujahrsempfang. Das Neue Jahr begrüßen und gemeinsam Pläne schmieden! Ort: KlimaWerkstatt Spandau, Mönchstr. 8, Altstadt

Lasst uns zusammen das neue Jahr begrüßen und Ideen und kreative Anregungen für unsere Aktionen sammeln und planen. Gemeinsam mit allen Projekten der KlimaWerkstatt bieten wir ein World-Café an, um mit Ihnen und Euch ins Gespräch zu kommen. Außerdem stellen wir regionale vegane Leckereien bereit und machen erlebbar, wie man die Verpflegung für einen Empfang klimagerecht ausrichten kann.

Dienstag, 29. Januar, 18-20 Uhr –  WanderSterneKüche. Kulinarische Experimente mit regionalen Zutaten. Ort: KieztreFF, Falkenseer Chaussee 199

Zu Beginn des Jahres verwerten wir alles, was so im Keller eingelagert ist und machen daraus einen veganen Gemüseeintopf. Für den würzigen Geschmack kann man statt Würstchen Räuchertofu benutzen. Nebenbei wollen wir vorstellen, wie Ernten im Keller über den Winter gebracht werden können. Denn wer weiß, wie man Möhren, Äpfel, Kartoffeln, und Zwiebeln richtig lagert, kann auch größere Mengen über den Herbst bringen. Beim gemeinsamen Abendessen genießen wir die Ergebnisse unserer Kochkunst, lernen Nachbarn kennen und erfahren Neues über das Gärtnern und Zubereiten.

 

Die Teilnahme an den Terminen ist kostenfrei. Eine Anmeldung ist gewünscht, aber nicht zwingend erforderlich.

Kontakt: 0151-7565 0511

garten@klimawerkstatt-spandau.de

www.klimawerkstatt-spandau.de/regional

Warum feiern wir Weihnachten?

Der 25. Dezember als Datum für das Weihnachtsfest geht wahrscheinlich auf ein römisches Sonnenwendfest zurück. Im 3. Jahrhundert nach Christus stieg der Sonnenkult zur beherrschenden Religion in Rom auf. In der Folge wurde schließlich auch die Wintersonnenwende immer wieder großartig gefeiert.

Den Geburtstag Jesu zu feiern war damals aus sehr unterschiedlichen Gründen nicht denkbar. Weder wurden von den frühen Christen Geburtstage gefeiert, noch kannte irgendjemand überhaupt das exakte Geburts-Datum. Die Geburt Jesu könnte nach neueren Erkenntnissen zwischen vier Jahren vor Christus und sechs Jahren nach Christus liegen. 10 Jahre sind ein langer Zeitraum.  Die Geburt wurde eigentlich als Beginn des sündigen Lebens angesehen? Warum sollte also gerade diese eine Geburt besonders gefeiert werden? Eine spannende Frage.

Wahrscheinlich wurde das Weihnachtsfest erstmals zur Zeit Konstantin des Großen (also im vierten Jahrhundert nach Christus) gefeiert. Schnell breitete es sich aus, genutzt als politisches Instrument, um die Macht der römischen Bischöfe auszuweiten. Etwa in den gleichen Zeitraum fällt auch die Entstehung des Oster- und Pfingstfestes.

Ob das Weihnachtsfest nun bewusst in Konkurrenz zum bestehenden heidnischen Fest gesetzt wurde, oder ob heidnische Feste einfach anders besetzt werden sollten, ist dabei fast unerheblich…

Keine Tiere unterm Weihnachtsbaum!

Wenn Kinder ihren Willen durchsetzen

Das Fest der Liebe naht mit Riesenschritten. Wer kennt das nicht den Wunsch nach einem Haustier? Kinder wünschen sich Tiere zu Weihnachten, weil sie darin ein großes lebendiges Kuscheltier sehen. Vielen Eltern fällt es sehr schwer, diesem drängenden Wunsch nicht nachzukommen. Große Kinderaugen, aber auch lautstarkes Geschrei und noch viel mehr Tränen können ein ausgesprochen wirksames Druckmittel sein.

Die ehemalige Brandenburgische Verbraucherschutzministerin Anita Tack mahnte einmal:

„Keinesfalls sollte spontan ein Tier als Weihnachtsgeschenk gekauft werden. Vor deren Anschaffung sollten die Anforderungen an die artgerechte Haltung der Tiere intensiv bedacht werden. … Haustiere sind kein Spielzeug. Ihre Haltung bringt für einen langen Zeitraum ein erhebliches Maß an Verantwortung, Pflichten und Kosten mit sich.“

Spandaus Ordnungsstadtrat:

„Eine Entscheidung für ein Tier sollte immer wohlüberlegt, vorbereitet und langfristig getroffen werden, nur so werden alle glücklich werden. … Eine artgerechte Haltung braucht mehr Zeit als gedacht, ist von den Kindern allein meist eh nicht zu gewährleisten. … Wenn Sie zweifeln, dann empfehlen wir Ihnen vor dem Kauf einen Besuch im Tierheim Berlin. Dort wird eine gründliche Vorbereitung auf den tierischen Zuwachs angeboten, bei der Interessierte Tiere und deren Haltung kennen lernen können und intensiv von Tierpflegern beraten werden.”

Gewiss ist den meisten Eltern bewusst, dass sie mit der Erfüllung des Wunsches niemandem einen großen Gefallen tun. Aber auch Eltern wollen von ihren Kindern geliebt werden. So wird der innige Wunsch der Kleinen oft wider besseren Wissens in die Tat umgesetzt.

Ob kleine Kinder sich der Verantwortung bewusst sind, die mit der Anschaffung eines Vierbeiners oder gefiederten Freundes verbunden ist, kann mit großer Sicherheit verneint werden. Der Wunsch oder die feste Absicht, diese zu übernehmen ist ganz bestimmt vorhanden – anfangs sogar die Zeit dafür. Gerade letztere wird sehr schnell zum Problem. Immer nach solch großen Feiertagen haben Tierheime einen erschreckend großen Zulauf. Zum Glück, muss man fast sagen, schließlich landet leider manch ein Tierchen auf der Straße.

Exoten für die Erwachsenen

Nun kann man nicht immer den lieben Kleinen die Schuld am Kauf von neuen Hausgenossen geben. Exotische Tiere üben auf manch Erwachsenen eine große Faszination aus. Die Zahl an Spinnen, Schlangen, Echsen, Schildkröten und anderen nichtheimischen Tierarten in deutschen Haushalten nimmt stetig zu.

Geschützte Tierarten werden in Koffern aus fernen Ländern eingeführt. Immer wieder entdeckt der Zoll geschmuggelte Tiere. Da macht es nichts, wenn der größte Teil der Tiere den Transport nicht überlebt hat. Der Rest kann immer noch für viel Geld verkauft werden. Ehrliche Tierhändler, die ein Geschäft und Angestellte unterhalten müssen, können mit den Dumpingpreisen der Tiermafia nicht konkurrieren. In Spandau gab es einmal eine ganze Menge Zoofachgeschäfte. Wo sind sie geblieben?

Hauptsache billig

Nicht immer ist die Herkunft der kuscheligen Tiere bekannt. Vielfach ist es den Käufern egal – so lange das Tierchen nur billig ist. Ein scheinbares Rasse-Haustier wird da ohne zu überlegen genommen. Oft kommen die Tiere aus Osteuropäischen Zuchten, wo sie unter tierquälerischen Bedingungen gezüchtet werden. Ob nun über das Internet oder als Zeitungsinserat, wann immer eine solche Anzeige verlockend ins Auge fällt, sollten sich die potentiellen Käufer klar machen, das extrem billige Preise unter vernünftigen Zuchtbedingungen nicht möglich sind. Wer solche Tiere kauft, tut denen nichts Gutes, vielmehr feuert er so einen boomenden Markt an, bei dem schon vorher viele auf der Strecke geblieben sind. Tierschutzorganisationen raten grundsätzlich vom Kauf von Tieren aus ungeklärter Herkunft ab.

Kann man nun noch ruhigen Gewissens an den Erwerb eines Haustieres denken?

Natürlich! Alles ist möglich, man muss sich nur der eigenen Verantwortung bewusst sein, die mehrere Jahre zu tragen ist. Vor allem verursachen Tiere Dreck und viel Arbeit, manche Lärmen – besonders wenn sie länger alleine gelassen werden. Es sollte nur nicht unbedingt die Weihnachtszeit sein, in der man sich ein Tier anschafft. In der großen Hektik kann sich ein Tier kaum in Ruhe eingewöhnen. Natürlich gehört auch eine ausführliche Information über die Bedürfnisse der Tiere dazu. Die bekommen sie in den Zoofachgeschäften.

Aus einer kleinen unscheinbaren Echse kann im Laufe der Jahre ein mehrere Meter langes Ungetüm werden. Was geschieht dann? Im Südpark, im Spandauer Stadtforst und im Zitadellengraben tummeln sich Rotwangen- und Gelbwangen-Schmuckschildkröten im Wasser, ausgesetzt von ihren Besitzern, weil der Besitz von geschützten oder bedrohten Tieren einst meldepflichtig wurde.

Rente für den Weihnachtmann?

Nikolaus, Weihnachtsmann, Christkind, Knecht Ruprecht und wie er sonst noch genannt wird …

Bestürzt mussten wir in den letzten Tagen erfahren, dass der Weihnachtsmann in eben diesem Jahr seinen 87. Geburtstag feiern sollte. Selbst wenn wir alle Arbeitszeit-Reformen, die geplant sind, vorweg nehmen, müssten wir ihn wohl oder übel sofort in seine verdiente Rente schicken.

Es kommt aber noch viel schlimmer. Angeblich ist dieser Herr die schnöde Erfindung eines Konzerns, der auch heute noch mit seinem braunen sprudelnden Wasser von sich Reden macht. 1931 soll der Zeichner Haddon Sundblom im Auftrag von CocaCola die auch heute noch bekannte Zeichnung des rotgewandeten weißbärtigen alten Mannes zu Papier gebracht haben.

Das ist doch bestimmt gelogen… Den Weihnachtsmann gibt´s wirklich…

Thomas Nast “erfand” den Weihnachtsmann

Glücklicherweise ist all dies nicht wahr. Wahrscheinlich ist es ein nach Nordamerika ausgewanderter Bayer Namens Thomas Nast gewesen, der für das heutige Erscheinungsbild von Santa Claus verantwortlich ist. Er gilt als der Ur-Vater der amerikanischen Karikatur. 1862 (oder 1863) zeichnete er für die Zeitschrift Harper´s eine Figur, die heutzutage wohl eher Kopfschütteln hervorrufen würde.

Noch tobte der amerikanische Bürgerkrieg. So verwundert es nicht, die Gaben bringende Gestalt als Truppenbetreuer, gekleidet in eine Jacke mit den Sternen des Sternenbanners und eine passend gestreifte Hose zu sehen. Erst in den späteren Jahren formte er die Augen zwinkernde und Pfeife rauchende, gemütliche dicke Gestalt, so wie wir sie heute kennen. Vorbild war ihm die Nikolausgestalt seiner Heimat, der Belzenickel, oder auch Pelznickel. Eine Kurzform für die Pelz tragende Gestalt des Nikolaus.

Der Nikolaus wiederum geht zurück auf die Gestalt eines Bischofs der antiken türkischen Stadt  Myra. Er galt als besonders freigiebig. Naturgemäß trägt er also in katholischen Gegenden auch eher einen Bischofs gemäßen Mantel. In protestantischen oder weniger religös gefärbten Gefilden ist diese Herkunft und damit die Kleidung nicht mehr von besonderer Bedeutung.

Thomas Nast verbindet in seinen Zeichnungen deutsche und holländische (die Namensabwandlung von Sinte Klaas zu Santa Claus) Wurzeln zu einer gerade in schlechten Zeiten herbeigewünschten Gestalt, die Gutes bringt. Selbst der Wohnsitz von Santa Claus, nämlich der Nordpol, findet sich auf einer 1865 geschaffenen Zeichnung von Nast.
Gehen wir noch ein paar Jahrzehnte zurück finden wir eine weitere Wurzel, die zur verwirrenden Vermischung von Nikolaus und Weihnachtsmann beigetragen hat. Clement Clarke Moore schrieb für seine Kinder ein Weihnachtsgedicht. In diesem beschrieb er 1822 den Nikolaus, der mit einem Schlitten, bespannt mit acht Rentieren (Dasher, Dancer, Prancer, Vixen, Comet, Cupid, Donder, Blitzen) auf dem Dach landet und des nächtens durch den Kamin herabsteigt um die Strümpfe zu füllen.

Andere Quellen sagen, der wahre Urheber dieses Gedichts „A Visit From St. Nicholas“ wäre ein Major Henry Livingston. Erich Kästner übersetzte später selbiges Gedicht und gab ihm den Titel „Als der Nikolaus kam“. Um die Verwirrung zu komplettieren, wird selbst der Major nicht als der wahre Urheber angesehen. Eine Satire von Washington Irving, die 1809 unter dem Namen „Knickerbocker History“ sowie ein Gedicht von 1821 „The Children´s Friend“ sollen die Beschreibung schon vorweg genommen haben. Aus Anfangs einem, wurden später dann acht Rentiere.
Dem aufmerksamen Leser wird sicherlich nicht entgangen sein, dass in der Aufzählung ein Name fehlt. Rudolph, das Rentier mit der roten Nase. 1939 schrieb Rudolph Robert L. May mit „Rudolph the red-nosed Reindeer“ eine Geschichte, die schnell ihren Siegeszug um die Welt antrat. Beflügelt wurde der Erfolg durch ein gleichnamiges Weihnachtslied mit dem Text von Johnny Marks und der Musik von Gene Autry.

1845 erblickte die erste Ausgabe von Heinrich Hoffmanns Struwelpeter die Welt. Hier taucht der Weihnachtsman sogar als strafende Figur auf.

Wie kommt´s nun, dass wir eigentlich den Nikolaus meinen und den Weihnachtsmann nennen?

Papst Paul der VI. war es, der 1969 den Gedenktag des heiligen Nikolaus von Myra aus dem römischen Generalkalender strich. Die reale Gestalt des Bischofs ist sowohl in der Oströmischen wie auch in der Weströmischen Kirche belegt. Über die wahren Geburtsdaten streiten sich die Gelehrten. Hinzu kommt, dass es noch einen anderen Nikolaus, nämlich Sion, Bischof von Pinora gegeben hat.

Noch etwas älter ist eine Legende, die Nikolaus wunderwirkend im 4. Jahrhundert als Bischof von Myra (heute Demre im türkischen Südanatolien) beschreibt. In der griechisch-orthodoxen Kirche wird er aus diesem Grund gar den Aposteln gleichgestellt. Ein bulgarisches Sprichwort bringt seine Bedeutung dann auf den Punkt. „Wenn Gott stirbt, dann wählen wir den heiligen Nikolaus zu seinem Nachfolger“.
Nachdem die byzantinische Prinzessin Theophanu Ende des 10. Jahrhunderts Kaiser Otto II. ehelichte, wurde Nikolaus zum ottonischen Haus- und Hofheiligen. Im Laufe der Jahrhunderte verselbständigte sich der Gedanke an einen heimlich Geschenke bringenden Mann immer weiter.
Am 8. Mai 1087 brachten ein paar italienische „Händler“ die sterblichen Überreste des Heiligen in die italienische Stadt Barese. Auch wenn es offiziell um die Rettung der Gebeine vor den muslimischen Eroberern in Kleinasien ging, ist die These, es ging eher um ein paar prestigeträchtige Reliquien, nicht ganz von der Hand zu weisen.

Die in einer Nacht- und Nebel-Aktion gestohlenen Gebeine ruhen auf Geheiß des Papstes seit 1506 in der St.-Michael-Kapelle der Kathedrale St. Nikolaus im schweizerischen Freiburg. Im Jahr 2013 verlangte ein türkischer Archäologe sogar die Rückgabe der gestohlenen Gebeine des Bischofs von Myra an die Türkei. Da wurde der Nikolaus plötzlich zum politischen Zankapfel. Die Kathedrale möchte die gebeine um keinen Preis wieder hergeben.

Die Reformation durch Luther brachte es mit sich, dass es nun keine Heiligenverehrung mehr gab. Das Fest, bei dem Kinder beschenkt wurden, war aber inzwischen normales Brauchtum und damit nicht so einfach zu unterbinden. Kurzentschlossen erfand er das Christkind, welches an dessen Stelle trat. Einzig die Holländer blieben dem Nikolaus bis heute treu. Dies galt bis zum Beginn des 19.Jahrhunderts auch für katholische Gegenden. Dann begann eine Vermischung der Traditionen.

Im Zuge der Gegenreformation wurde aus der mittelalterlichen Verehrung eines Heiligen der Besuch durch den Nikolaus Daheim, dem man noch einen Begleiter an die Seite stellte – Knecht Ruprecht trug die Last und war für die Bestrafung mit der Rute zuständig.

Der heutige Weihnachtsmann ist all dies in einer Person. Eine Folge der Globalisierung und/oder Gleichmacherei.