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Frauen, Küche, Kinder – 70 Jahre Grundgesetz

Gleichberechtigung war nicht vorgesehen

Elisabeth Selbert (Briefmarke Deutsche Bundespost von Gerd Aretz 1987)

Elisabeth Selbert (Briefmarke Deutsche Bundespost von Gerd Aretz 1987)

Am 23.Mai 1949, also vor 70 Jahren wurde das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland verabschiedet. In vielen Jubiläumsreden priesen viele es als eine der weltweit besten Verfassungen, die zur Vorlage für viele Länder diente. Unverkennbar waren damals noch die Spuren des Krieges, als die Arbeit an einem Gesetzeswerk begann, welches ein solches Geschehen niemals wieder zulassen sollte. Eine Chance für einen echten Neuanfang – rechtlich wie gesellschaftlich.

Nun ist das Grundgesetz keine allein deutsche und schon gar keine gesamtdeutsche Entwicklung. Grundlage waren nämlich Empfehlungen der westlichen Besatzungsmächte. Eine Sammlung von Dokumenten –  die sogenannten Frankfurter Dokumente – wurde am 1. Juli 1948 den Ministerpräsidenten und zwei Bürgermeistern der westlichen Besatzungszonen übergeben. In ihnen wurde nur eine Lösung ohne die sowjetische Besatzungszone angestrebt.

Die Ministerpräsidenten wiederum veröffentlichten am 10. Juli eine Stellungnahme (Koblenzer Beschlüsse) dazu. Bewusst wollten sie mit der Bundesrepublik Deutschland keinen neuen deutschen Staat gründen. Sie bevorzugten ein vorläufiges Provisorium – bis zur Gründung eines Gesamtdeutschen Staates.

Das Grundgesetz als Provisorium

Von den Ministerpräsidenten wurde auf Anweisung der Westalliierten ein Parlamentarischer Rat eingesetzt, um ein Grundgesetz als vorläufige Verfassung zu gestalten. 65 Mitglieder hatte dieses parlamentarische Gremium. Nur vier davon waren Frauen (Elisabeth Selbert, Frieda Nadig (SPD), Helene Wessel (Zentrum) und Helene Weber (CDU)). Nicht umsonst wird landläufig nur von den „Vätern des Grundgesetzes“ gesprochen… Die „Mütter des Grundgesetzes“ werden dabei gerne vergessen.

Der Krieg hatte vieles verändert, u. a. auch die Rolle der Frau in der Gesellschaft. Während die Männer an der Front einen sinnlosen Tod starben, wurden daheim die Arbeitskräfte knapp. Das Ideal der Nationalsozialisten, von einer Frau, die einzig für Küche und Kinder verantwortlich war, konnte nicht mehr aufrecht erhalten werden. Gleichberechtigung von Mann und Frau ist also eher aus der Not geboren.

Traditionell ungleich

Im Bürgerlichen Gesetzbuch von 1. Januar 1900 wurde das traditionell ungleiche Verhältnis sehr deutlich festgeschrieben, obwohl der allgemeine Grundsatz „Freiheit und rechtlicher Gleichheit aller am Privatrechtsverkehr teilnehmenden Personen“ gelten sollte – nur nicht im Bereich des Familienrechts.

Männer entschieden über den Familienbesitz, auch wenn Frauen ihn mit, oder sogar alleine erwirtschaftet hatten. Männer entschieden, ob und wo ihre Frauen arbeiten, oder gar ein Bankkonto einrichten durften. Nach einer Schulausbildung gab es für sie kein Abschlusszeugnis. Ein Wahlrecht für Frauen, weder passiv noch aktiv, existierte nicht. Zum Studium wurden Frauen erst ab 1908 zugelassen.

Mit der Weimarer Reichsverfassung von 1919, nach Ende des ersten Weltkrieges gab es immerhin schon ein allgemeines Wahlrecht für Mann und Frau. In Artikel 109 hieß es: „Alle Deutschen sind vor dem Gesetze gleich. Männer und Frauen haben grundsätzlich dieselben staatsbürgerlichen Rechte und Pflichten.“

Das allgemeine Wahlrecht für Frauen wurde 1933, mit der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten, auf das aktive Wahlrecht beschränkt. Kaum war der zweite Weltkrieg zu Ende, wünschten sich viele die alten Zustände wieder her. Selbst bei den „Müttern des Grundgesetzes“ war Anfangs kein großer Drang noch Gleichheit vorhanden.

Gleichberechtigung war kein selbstverständlicher Gedanke

Elisabeth Selbert bildete da die Ausnahme. Für sie war der Gedanke an eine Gleichberechtigung der Geschlechter völlig selbstverständlich, ja sogar ein Menschenrecht. Mit ihrem Formulierungsantrag an den Grundsatzausschuss des Parlamentarischen Rates „Männer und Frauen sind gleichberechtigt“ erfuhr sie eine fast einhellige Ablehnung.

Dort hielt man eine Formulierung, wie sie noch aus Weimarer Zeit herrührte, „Männer und Frauen haben die gleichen staatsbürgerlichen Rechte und Pflichten“ (bemerkenswert dabei ist die Weglassung des wichtiges Wortes „grundsätzlich“), für ausreichend. Zusätzlich planten die „Väter“ anfangs den pikanten Zusatz „Gleiches muß gleich, Ungleiches nach seiner Eigenart verschieden behandelt werden“. Elisabeth Selbert, erkannte als Juristin sofort die Absicht, das alte Rollenklischee „Kinder, Küche, Kirche“ durchzusetzen.

Die drei „Mitstreiterinnen“ von Elisabeth Selbert sahen anfangs eher Probleme in ihrer Forderung. Sie befürchteten, dem Familienrecht würde der Boden entzogen und ein Rechtschaos wäre unweigerlich die Folge. Teile des Bürgerlichen Gesetzbuches wären dann Verfassungswidrig.

Auf einen männlichen Wähler kamen 1,7 weibliche Wahlberechtigte

Nur der intensiven Überzeugungsarbeit von Elisabeth Selbert ist es zu verdanken, dass nach mehrfachen Ablehnungen ihres Antrags im Gremium die Gleichberechtigung Einzug ins Grundgesetz gefunden hat. Ihr gelang es in einer beispielhaften Öffentlichkeitsarbeit Frauen aller Gesellschaftsschichten inhaltlich zu mobilisieren und zu einen. Der daraus resultierende politische Druck ließ dann ein Nein nicht mehr zu, auch wenn konservative Kreise das „gottgewollte“ Geschlechterverhältnis, mit dem Mann als das Oberhaupt der Familie, gerne beibehalten hätten. Waschkörbeweise überfluteten Briefe den Parlamentarischen Rat. Der Krieg hatte das Zahlenverhältnis der Geschlechter zu Gunsten der Frauen verändert. Es gab 1,7 mal soviele weibliche, wie männliche Wahlberechtige. Dieser Mehrheit konnten sich auch die Konservativen nicht verschließen.

Am 23. Mai 1949 war es dann so weit. Das Grundgesetz der Bundesrepublik trat in Kraft. In Artikel 3 Absatz 2 Satz 1 heißt es unzweideutig: „Männer und Frauen sind gleichberechtigt.“ Nun hätte dieser Artikel alleine nichts bewirkt. Die Wirklich, in Form des noch geltenden Familienrechts, stand dagegen. Erst der mit der Übergangsregelung in Artikel 117 Absatz 1 Grundgesetz, nach der alle dem Gleichheitsprinzip entgegenstehenden Gesetze bis Ende März 1953 angepasst sein mussten, erzwang die Umsetzung des Verfassungsgrundsatzes. Alles, was dem im Familienrecht entgegenstand, verlor dann seine Gültigkeit. Dies war der eigentlich revolutionäre Ansatz.

Ganz so schnell ging es dann doch nicht. Die angestrebte Reform des Bürgerlichen Gesetzbuches mit dem Gesetz über die Gleichberechtigung von Mann und Frau, trat erst am 1. Juli 1958 in Kraft. Erst jetzt konnte eine Frau über ihre Erwerbstätigkeit selbst entscheiden.

Im Zuge einer Verfassungsreform wurde der Artikel 3 Absatz 2 Grundgesetz um folgende Satz ergänzt: „Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin.“

Auch heute ist die Lebenswirklichkeit noch ein Stück vom Ideal entfernt. Trotzdem haben wir allen Grund, auf diese Verfassung stolz zu sein.

Keine Tiere unterm Weihnachtsbaum!

Wenn Kinder ihren Willen durchsetzen

Das Fest der Liebe naht mit Riesenschritten. Wer kennt das nicht den Wunsch nach einem Haustier? Kinder wünschen sich Tiere zu Weihnachten, weil sie darin ein großes lebendiges Kuscheltier sehen. Vielen Eltern fällt es sehr schwer, diesem drängenden Wunsch nicht nachzukommen. Große Kinderaugen, aber auch lautstarkes Geschrei und noch viel mehr Tränen können ein ausgesprochen wirksames Druckmittel sein.

Die ehemalige Brandenburgische Verbraucherschutzministerin Anita Tack mahnte einmal:

„Keinesfalls sollte spontan ein Tier als Weihnachtsgeschenk gekauft werden. Vor deren Anschaffung sollten die Anforderungen an die artgerechte Haltung der Tiere intensiv bedacht werden. … Haustiere sind kein Spielzeug. Ihre Haltung bringt für einen langen Zeitraum ein erhebliches Maß an Verantwortung, Pflichten und Kosten mit sich.“

Spandaus Ordnungsstadtrat:

„Eine Entscheidung für ein Tier sollte immer wohlüberlegt, vorbereitet und langfristig getroffen werden, nur so werden alle glücklich werden. … Eine artgerechte Haltung braucht mehr Zeit als gedacht, ist von den Kindern allein meist eh nicht zu gewährleisten. … Wenn Sie zweifeln, dann empfehlen wir Ihnen vor dem Kauf einen Besuch im Tierheim Berlin. Dort wird eine gründliche Vorbereitung auf den tierischen Zuwachs angeboten, bei der Interessierte Tiere und deren Haltung kennen lernen können und intensiv von Tierpflegern beraten werden.“

Gewiss ist den meisten Eltern bewusst, dass sie mit der Erfüllung des Wunsches niemandem einen großen Gefallen tun. Aber auch Eltern wollen von ihren Kindern geliebt werden. So wird der innige Wunsch der Kleinen oft wider besseren Wissens in die Tat umgesetzt.

Ob kleine Kinder sich der Verantwortung bewusst sind, die mit der Anschaffung eines Vierbeiners oder gefiederten Freundes verbunden ist, kann mit großer Sicherheit verneint werden. Der Wunsch oder die feste Absicht, diese zu übernehmen ist ganz bestimmt vorhanden – anfangs sogar die Zeit dafür. Gerade letztere wird sehr schnell zum Problem. Immer nach solch großen Feiertagen haben Tierheime einen erschreckend großen Zulauf. Zum Glück, muss man fast sagen, schließlich landet leider manch ein Tierchen auf der Straße.

Exoten für die Erwachsenen

Nun kann man nicht immer den lieben Kleinen die Schuld am Kauf von neuen Hausgenossen geben. Exotische Tiere üben auf manch Erwachsenen eine große Faszination aus. Die Zahl an Spinnen, Schlangen, Echsen, Schildkröten und anderen nichtheimischen Tierarten in deutschen Haushalten nimmt stetig zu.

Geschützte Tierarten werden in Koffern aus fernen Ländern eingeführt. Immer wieder entdeckt der Zoll geschmuggelte Tiere. Da macht es nichts, wenn der größte Teil der Tiere den Transport nicht überlebt hat. Der Rest kann immer noch für viel Geld verkauft werden. Ehrliche Tierhändler, die ein Geschäft und Angestellte unterhalten müssen, können mit den Dumpingpreisen der Tiermafia nicht konkurrieren. In Spandau gab es einmal eine ganze Menge Zoofachgeschäfte. Wo sind sie geblieben?

Hauptsache billig

Nicht immer ist die Herkunft der kuscheligen Tiere bekannt. Vielfach ist es den Käufern egal – so lange das Tierchen nur billig ist. Ein scheinbares Rasse-Haustier wird da ohne zu überlegen genommen. Oft kommen die Tiere aus Osteuropäischen Zuchten, wo sie unter tierquälerischen Bedingungen gezüchtet werden. Ob nun über das Internet oder als Zeitungsinserat, wann immer eine solche Anzeige verlockend ins Auge fällt, sollten sich die potentiellen Käufer klar machen, das extrem billige Preise unter vernünftigen Zuchtbedingungen nicht möglich sind. Wer solche Tiere kauft, tut denen nichts Gutes, vielmehr feuert er so einen boomenden Markt an, bei dem schon vorher viele auf der Strecke geblieben sind. Tierschutzorganisationen raten grundsätzlich vom Kauf von Tieren aus ungeklärter Herkunft ab.

Kann man nun noch ruhigen Gewissens an den Erwerb eines Haustieres denken?

Natürlich! Alles ist möglich, man muss sich nur der eigenen Verantwortung bewusst sein, die mehrere Jahre zu tragen ist. Vor allem verursachen Tiere Dreck und viel Arbeit, manche Lärmen – besonders wenn sie länger alleine gelassen werden. Es sollte nur nicht unbedingt die Weihnachtszeit sein, in der man sich ein Tier anschafft. In der großen Hektik kann sich ein Tier kaum in Ruhe eingewöhnen. Natürlich gehört auch eine ausführliche Information über die Bedürfnisse der Tiere dazu. Die bekommen sie in den Zoofachgeschäften.

Aus einer kleinen unscheinbaren Echse kann im Laufe der Jahre ein mehrere Meter langes Ungetüm werden. Was geschieht dann? Im Südpark, im Spandauer Stadtforst und im Zitadellengraben tummeln sich Rotwangen- und Gelbwangen-Schmuckschildkröten im Wasser, ausgesetzt von ihren Besitzern, weil der Besitz von geschützten oder bedrohten Tieren einst meldepflichtig wurde.

Spandau-Kalender für 2019

Den Spandaus Kalender gibt es bei Bedarf auch als Firmenkalender

Spandau-Kalender 2019, November, Spandau-Tourist-Info (Fotos: Ralf Salecker)Von „Unterwegs in Spandau“ wird es einen Kalender für das Jahr 2019 geben. Wie schon für das Jahr 2017 kommt er als praktischer Streifenkalender (ca. 14,5 x 44 cm) daher. Damit passt er in die kleinste Ecke – und Sie haben alle wichtigen Termine im Blick. Ab Ende Oktober wird er zu erwerben sein.

In den Geschäften merkt man es schon lange, Weihnachten steht vor der Türe. Weihnachtspostkarten aus SpandauSpandau-Aufkleber, Kühlschrankmagnete, oder gar großformatige Panoramabilder aus Spandau auf Leinwand wären doch ein schönes Geschenk.

Jeder Monat zeigt einen anderen schönen Ort in Spandau: Ein Foto in Postkartengröße und darunter viel Platz für Notizen. Der freie Fotograf und Journalist Ralf Salecker kommt so dem Wunsch derjenigen entgegen, die sich einen Spandau-Kalender wünschten, der es ermöglicht, Geburtstage, Urlaubstage und andere Termine eintragen zu können.

Firmen können ihre eigene Version des Spandau-Kalender für 2019 bestellen und so ihre Verbundenheit zum Bezirk dokumentieren. Ab 50 Stück Mindestabnahme ist ein eigener Firmenaufdruck, sowie die Nutzung der Seite 14 für eigene Informationen möglich. Fragen Sie einfach nach den Konditionen.

Der Preis für den Spandau-Kalender 2019 beträgt 10,99 Euro (inkl. Mehrwertsteuer).

  • Wer mind. 10 Stück hier bestellt, bekommt diese innerhalb Spandaus kostenlos angeliefert und noch einen dazu.
  • Erhältlich ist er seit Ende Oktober u.a. in der Tourist-Information im Gotischen Haus, in der Dorotheenstädtischen Buchhandlung, der Buchhandlung im Johannesstift, bei Hugendubel im Kaufhaus Karstadt und natürlich hier
  • Wer den Kalender in sein Verkaufsprogramm aufnehmen möchte, kann sich gerne bei mir melden und nach den Konditionen fragen.
  • Wer winterliche oder weihnachtliche Spandau-Postkarten sucht, findet diese hier.
  • Ein tolles Weihnachtsgeschenk: Panoramabilder als Leinwanddrucke finden Sie hier.

Die einzelnen Blätter des Spandau-Kalenders 2019

Spandau-Kalender 2019, November, Spandau-Tourist-Info (Fotos: Ralf Salecker) Spandau-Kalender 2019, November, Spandau-Tourist-Info (Fotos: Ralf Salecker) Spandau-Kalender 2019, November, Spandau-Tourist-Info (Fotos: Ralf Salecker) Spandau-Kalender 2019, November, Spandau-Tourist-Info (Fotos: Ralf Salecker) Spandau-Kalender 2019, November, Spandau-Tourist-Info (Fotos: Ralf Salecker) Spandau-Kalender 2019, November, Spandau-Tourist-Info (Fotos: Ralf Salecker) Spandau-Kalender 2019, November, Spandau-Tourist-Info (Fotos: Ralf Salecker) Spandau-Kalender 2019, November, Spandau-Tourist-Info (Fotos: Ralf Salecker) Spandau-Kalender 2019, November, Spandau-Tourist-Info (Fotos: Ralf Salecker) Spandau-Kalender 2019, November, Spandau-Tourist-Info (Fotos: Ralf Salecker) Spandau-Kalender 2019, November, Spandau-Tourist-Info (Fotos: Ralf Salecker) Spandau-Kalender 2019, November, Spandau-Tourist-Info (Fotos: Ralf Salecker) Spandau-Kalender 2019, November, Spandau-Tourist-Info (Fotos: Ralf Salecker) Spandau-Kalender 2019, November, Spandau-Tourist-Info (Fotos: Ralf Salecker)

 

 

!Respect-Training an der Grundschule im Beerwinkel

Bildungseinrichtungen im Falkenhagener Feld arbeiten gemeinsam an einem friedlichen Miteinander im Stadtteil

Soziales Lernen in Bewegung

Soziales Lernen in Bewegung

Gewaltexzesse sind an Deutschlands Schulen gottlob keine Normalität. Hauen, Hänseleien, Haareziehen hingegen sind keine Seltenheit. Wissenschaftliche Studien belegen, dass mehr als die Hälfte aller Schulkinder im Alter zwischen sechs und 16 Jahren Gewalterfahrungen wie Beleidigungen oder gar Schlagen hinnehmen müssen. Und auch die Lehrer*innenverbände bemängeln den respektlosen Umgang und klagen über eine zunehmend aggressive, bisweilen sogar hasserfüllte Ausdrucksweise ihrer Schüler*innen. An dieser Stelle setzt das Verhaltenstraining von !Respect an. Denn Lernen sollte Spaß machen, und Gewalt hat im Unterricht nichts zu suchen.

Schulung eines wertschätzenden Umgangs

Im Rahmen des Präventionsprojekts !SocialSkills vom gemeinnützigen Verein !Respect e.V. erleben Schüler*innen und Klassenlehrer*innen der Grundschule im Beerwinkel in bewegungsreichen Unterrichtseinheiten sowohl Spiele und Übungen zur Förderung von Kooperations- und Kommunikationsfähigkeit als auch eine handlungsorientierte, ganzheitliche Schulung der Konfliktfähigkeit. Professionelle Konflikttrainer*innen führen das !SocialSkills-Programm zum Sozial-Emotionalen Lernen an mehreren Berliner Grundschulen und an bundesweit bisher knapp 100 weiteren Schulen durch.

Training und Fortbildung aller am Bildungsprozess Beteiligten

Neben den Schüler*innen werden auch Schulleitung, Lehrer*innen, pädagogische Mitarbeiter*innen sowie Eltern und Erziehungsberechtigte in die Schulung miteinbezogen. So können sie zukünftig besser und einheitlich präventiv und intervenierend bei Gewalt und Mobbing wirksam werden.

Die !SocialSkills-Projektphase in der Grundschule fördert ein respektvolles Sozialverhalten von Kindern im Grundschulalter und verbessert deren verbale wie nonverbale Ausdrucksmöglichkeiten sowie die Kooperationsfähigkeit, erhöht die Hilfsbereitschaft untereinander und stärkt die Fähigkeit zur Selbstbehauptung jedes einzelnen Kindes. Die !Respect-Coaches vermitteln den Schüler*innen Strategien, die ihnen helfen, die typischen Konflikte im Grundschulalltag deeskalierend zu lösen.

Nachhaltige Zusammenarbeit

Die an die Projektphase anschließende Zusammenarbeit mit der Schule ermöglicht dieser das Erarbeiten eines individuellen Schulprofils zum Sozialen Lernen. !Respect initiiert den regelmäßigen Austausch der Bildungseinrichtungen untereinander und organisiert in regelmäßig durchgeführten Netzwerktreffen Workshops und Fortbildungen für Schulleitungen und Projektverantwortliche. Darüber hinaus stellt !Respect dem schulischen Personal in einem Coaching-Portal einen großen Wissensfundus rund um das Thema Sozial-Emotionales Lernen zur Verfügung. Hier sind zahlreiche Spiel- und Übungsformen nicht nur beschrieben, sondern auch in Fotoserien veranschaulicht.

Vision: ein friedliches Miteinander im Falkenhagener Feld

Schon seit November 2016 gibt es das „Bildungsforum Falkenhagener Feld“ als Bildungsnetzwerk mit praktischer Ausrichtung. Übergeordnetes Projektziel ist die Schaffung einer durchgängig sozialräumlich verorteten Bildungsstruktur für Kinder, Jugendliche und deren Familien im Falkenhagener Feld. Im Rahmen des Schwerpunktes „Soziales Lernen in Bewegung am Übergang von der Kita zur Grundschule“ arbeiten Bildungseinrichtungen im Quartier an einer gemeinsamen Vision: ein friedliches Miteinander im Falkenhagener Feld. In der AG „Soziales Lernen in Bewegung am Übergang von der Kita zur Grundschule“ treffen sich Schulen, Kitas und Co. und tauschen sich über ihre Erfahrungen sowie ihre Bemühungen zur Verstetigung dieses Lernangebotes in ihren Einrichtungen aus.

„Das !SocialSkills-Training vom !Respect e.V. ist integraler Bestandteil unseres Schwerpunktprojekts ‚Soziales Lernen in Bewegung am Übergang von der Kita in die Grundschule‘. Die Übungen, Spiele und Regeln aus dem Training sind die Grundlage für die Etablierung und Erhaltung eines gewaltfreien Miteinanders in unseren Bildungseinrichtungen und im Quartier.“ erklärt Karola Reiter vom Projekt „Bildungsforum Falkenhagener Feld“, welches vom FiPP e.V. (Fortbildungsinstitut für die pädagogische Praxis) gemeinsam mit den Quartiersmanagements Falkenhagener Feld Ost und West umgesetzt wird.

Die Maßnahme wird durch zahlreiche Förderer ermöglicht

Die Maßnahme ist Teil eines Verbundprojekts der Sozialen Stadt und der Clearingstelle Gesundheit. Das Verbundprojekt wird gefördert durch den Bund, das Land Berlin im Rahmen der Zukunftsinitiative Stadtteil, Programm Soziale Stadt, und im Rahmen des § 20 SGB V durch die AOK Nordost, BARMER, BIG direkt gesund, BKK Landesverband Mitte, DAK-Gesundheit, Kaufmännische Krankenkasse – KKH, KNAPPSCHAFT und Techniker Krankenkasse.

 

Allerheiligen und Halloween – Kirche oder Kommerz?

Allerheiligen und Halloween – Kirche oder Kommerz?

Friedhof Stahnsdorf Grabkreuz

Friedhof Stahnsdorf Grabkreuz – Foto: Ralf Salecker

Friedhof Stahnsdorf, Brunnen - Foto: Ralf Salecker

Friedhof Stahnsdorf, Brunnen – Foto: Ralf Salecker

Vermutlich liegt es am inne wohnenden Spaßfaktor, dass es der Verkaufs- und Marketingmaschinerie vor Jahren gelang, auch in unserem Land „Halloween“ mit allerlei ausgelassenem Treiben am Vorabend von „Allerheiligen“ endgültig als Brauchtum zu etablieren. Süßigkeiten und allerlei Närrisches lassen sich nun einmal besser vermarkten als Grablichter und Friedhofsgestecke. Nichtsdestotrotz entstammen die im 9. Jahrhundert n. Chr. eingeführten religiösen Feiertage „Allerheiligen“ und „Allerseelen“ am 1. und 2. November der gleichen Brauchtumsbasis. Allerheiligen ist dem Gedenken der Geheiligten und Märtyrer gewidmet und Allerseelen dem Gedenken der Verstorbenen innerhalb der eigenen Familie. Traditionell kam die Familie zusammen, um die Gräber verstorbener Angehöriger zu besuchen, sie mit Grün, Blumen und einem „ewigen Licht“ zu schmücken und um Fürbitte für die Erlösung der Seelen der Toten zu bitten. Noch aus vorchristlicher Zeit stammt die Annahme, dass die Verstorbenen an diesem Tag ihre alte Heimat aufsuchen bzw. ruhelos auf der Erde herum irren. Deshalb stellte man an Allerseelen nachts eine Art Wegzehrung auf den Tisch und hielt die Stube warm. Viele Bäckereien boten hierfür extra gebackene „Gebildebrote“ an.

Nach christlicher Auffassung befinden sich die Seelen der Verstorbenen zu dieser Zeit im Fegefeuer. Durch Spenden (Messopfer, Gebete, Fasten) für die „armen Seelen“ könnten die Angehörigen deren Erlösung fördern.
Der Halloween-Brauch setzt diesen Glaubenshintergrund spielerisch um, indem als „Unwesen“ oder mit Totenmasken verkleidete Kinder und Jugendliche lärmend herumziehen und essbare Wegzehrungen erbitten oder einfordern: „Trick or treat“ (auf deutsch auch: „Süßes oder Saures“), was bedeutet, dass man mit Streichen durch die „Unwesen“ zu rechnen hat, sofern man nicht bereit ist, Süßigkeiten herauszurücken.

Denken Sie also daran, sich rechtzeitig mit allerlei Süßigkeiten einzudecken – und vergessen Sie dabei nicht, dass Sie damit sinnbildlich den Seelen verstorbener Angehöriger auf den richtigen Weg verhelfen. Ein Gang zum Friedhof an Allerseelen ersetzt die Süßigkeitsspende jedoch nicht.

Edeltraud Janz

Wer mag eine kostenlose Verleihstation für ein Lastenrad in Spandau managen?

Umweltfreundliche und menschengerechte Mobilität selbst in die Hand nehmen

fLotte: Ein kostenloser Lastenrad-Verleih soll in Berlin starten, betrieben vom ADFC.

fLotte: Ein kostenloser Lastenrad-Verleih soll in Berlin starten, betrieben vom ADFC.

Ein kostenloser Lastenrad-Verleih soll in Berlin starten, betrieben vom ADFC. Es werden interessierte öffentliche Einrichtungen in Spandau gesucht, die bereit sind, die Ausleihe eines Lastenfahrrads zu managen. Maximal 10 können es in Spandau sein. Die Anmeldung erfolgt über die Online-Plattform des ADFC (fLotte). Die fLotte startet zunächst an ausgewählten Standorten und soll zügig ausgebaut werden.

Die freien Lastenräder der fLotte, einer Initiative des ADFC Berlin, bilden einen Baustein der Wende hin zu einer umweltfreundlichen und menschengerechten Mobilität in Berlin. Für kleine und große Transporte stehen die Lastenräder der fLotte und ihrer Partner kostenlos zum Ausleihen bereit. Einfach registrieren, das passende Lastenrad am passenden Standort buchen und los geht’s:

Aufruf vom fLotte-Team: Werde Ausleihstandort für ein fLottes Lastenrad! Dafür braucht es keine besonderen Voraussetzungen, außer dass tagsüber jemand vor Ort sein sollte. Die fLotten Bikes mögen Kinder und begleiten euch zum Baumarkt, Getränkehandel, beim Umzug oder wo immer ihr sie braucht. Die Testphase dient dazu, Räder, Buchungssystem und Abläufe zu prüfen und zu verbessern. Die fLotte soll weiter wachsen und bald ganz selbstverständlich zum Berliner Alltag gehören.

Bei Interesse können geeignete Standorte direkt bei Angelika Haaser (angelika.haaser@ba-spandau.berlin.de) oder Cornelia Niemeitz (cornelia.niemeitz@ba-spandau.berlin.de) gemeldet werden.

Für Fragen rund um die zu erwartenden Aufgaben und zum Zeitplan stehen Frau Niemeitz (90279-2250) oder ihre Kollegin Frau Haaser (90279-2247) jederzeit gerne zur Verfügung.