Rathaus Spandau (Foto: Ralf Salecker)

Fallkosten für Hilfen zu Erziehung in Spandau gesenkt

Dennoch höhere Kosten durch Anstieg der Hilfefälle

Rathaus Spandau (Foto: Ralf Salecker)
Rathaus Spandau (Foto: Ralf Salecker)

Während vieler Jahre lagen in Spandau die Fallkosten für die Hilfen zur Erziehung im berlinweiten Vergleich zu hoch, so dass das Jugendamt sein Budget weit überschritten und dem Bezirk damit Schulden aufgebürdet hatte. Inzwischen ist der Bezirk schuldenfrei. Kosten für Hilfen zu Erziehung entstehen, wenn Eltern ihren Rechtsanspruch auf pädagogische Hilfe zur Erziehung in Anspruch nehmen und die Hilfe für seine Entwicklung zum Wohle des Kindes oder des Jugendlichen notwendig oder hilfreich erscheint, um körperliche und seelische Beeinträchtigungen abzuwenden.

Der Rechtsanspruch besteht zwar auf Hilfe, allerdings nicht auf eine bestimmte Art der Hilfeform. Hier gibt eine Vielzahl von Angeboten, die von ambulanter Unterstützung bis hin zu teil- oder vollstationären Hilfsangeboten reichen.

Durch verschiedene Steuerungsinstrumente, die in den letzten Jahren entwickelt, angewandt und verbessert wurden, hat sich die Situation entspannt und die Spandauer Fallkosten konnten an den Berliner Mittelwert herangeführt werden. Für einzelne Jugendhilfeangebote sind Leistungsverträge neu angepasst oder neu ausgeschrieben worden, so dass die zuvor entstandenen Defizite vermieden bzw. abgebaut werden konnten. Unter der Voraussetzung, die Qualität der Behandlung beizubehalten, wurden die Behandlungen und Unterbringungen bedarfsgerecht angepasst und die Kosten gesenkt. Kostete vorher ein Krisenplatz 185 Euro, liegen die Kosten jetzt bei rund 155 Euro.

Die Spandauer Träger – rund acht Träger jeweils im ambulanten und stationären Bereich –   und beteiligen sich intensiv an der Angebotsüberprüfung und –anpassung.

Bei fachlich gutem Angebotsspektrum gibt es keine durch zu hohe Fallkosten verursachten Defizite mehr.

Dennoch hat das Jugendamt im Jahr 2013 für die Hilfen zur Erziehung 2,8 Mio. Euro mehr ausgegeben als im Jahr zuvor. Der Anteil an ambulanten Hilfen zur Erziehung haben sich um 13,7 Prozent (Berlin +6,6 Prozent) erhöht, im stationären Bereich um 5,6 Prozent (Berlin + 2,1 Prozent). Das ist in der ungünstigen sozial/strukturellen Lage Spandaus bedingt, ähnlich wie in Neukölln, Reinickendorf und Marzahn-Hellersdorf, die sich laut Strukturatlas Berlin 2013 weiter verfestigt hat.

Wie diesem überproportionalen Anstieg wirkungsvoll begegnet werden kann, ist aktuell Gegenstand der Steuerungsdiskussion im Jugendamt Spandau.

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