Figuren von der ehemaligen Siegesallee auf der Zitadelle Spandau

Markgrafen, Kurfürsten und Könige Brandenburgs und Preußens auf der Zitadelle

Per Tieflader und LKW reisten sie von Berlin nach Spandau. Fest verschnürt auf ihren modernen Transportmitteln wurden sie von einem großen Presseaufgebot an der Zitadelle empfangen.

Ab 2012 werden sie dann im Rahmen einer Dauerausstellung mit dem Namen „Enthüllt – Berlin und seine Denkmäler“ präsentiert. Andere Figuren, wie z. B. Lenins gewaltiger Kopf, werden dazu kommen.

Markgrafen, Kurfürsten und Könige, die Figuren der Siegesallee auf der Zitadelle (Foto: Ralf Salecker) Die Markgrafen Johann I. und Otto III. auf dem Tieflader kurz vor der Zitadelle - nach vierstündiger Reise vom Lapidarium in Kreuzberg. (Foto: Ralf Salecker)

Mehr Bilder von der Ankunft gibt´s hier.

Kaiser Wilhelm II. gab sie 1895 in Auftrag. 1902 standen 32 Figuren der deutschen Geschichte auf dem neu geschaffenen Prachtboulevard im Tiergarten. Sämtliche Markgrafen, Kurfürsten und Könige Brandenburgs und Preußens zwischen 1165 und 1888 waren hier – aus italienischen Carrara-Marmor geformt – vereint. Eine große Hauptfigur wurde jeweils rechts und links begleitet von einer Büste aus ihrer Zeit.

Hatten die Statuen damals noch die 750 Meter lange Siegesallee (vom Platz der Republik bis zum Kemperplatz) zum Posieren zur Verfügung, wird es in der Zitadelle ein wenig beengter werden. Dafür werden sie einen passenden musealen Rahmen im ehemaligen Magazin (Haus 8) aus dem 17. Jahrhundert erhalten und 2012 der breiten Öffentlichkeit zur Verfügung stehen.

Ganz allein dem Prunk und der Bildung diente die Prachtallee nicht, die von den Berlinern Puppenallee genannt wurde. Sie enthielt auch eine deutliche Drohung an die Stadtväter um 1900. So steht die Figur Friedrich II., auch genannt der Eiserne, als Bezwinger des städtischen Widerstands (durch die Unterwerfung der Doppelstadt Berlin-Cölln nach dem Berliner Unwillen von 1440-1448 für mehr städtische Autonomie).

Auch gaukelte diese Aneinanderreihung einen lückenlosen Geschichtsabriss vor, der ganz so dann doch nicht stimmte. Wenzel von Luxemburg (26. Februar 1361 in Nürnberg; † 16. August 1419) war seit seiner Krönung im Kindesalter 1363 bis zu seinem Tod 1419 als Wenzel IV. König von Böhmen und von 1376 bis zu seiner Absetzung 1400 Römischer König. Der Titel Markgraf und Kurfürst von Brandenburg nütze ihm nicht viel, da Karl IV. die Regierungsgeschäfte für den Minderjährigen ausübte. In der Siegesallee gibt es keinen Hinweis auf ihn.

Einige der Figuren kamen schon 1954 auf die Zitadelle, als am Schloss Bellevue die Bauarbeiten begannen, um das Schloss zum Sitz des Bundespräsidenten auszubauen. Der Rest verschwand unter der Erde, er wurde vergraben …

Albrecht der Bär steht schon seit längerer Zeit vor der Südkurtine. Nun ist er nicht mehr „allein“, auch wenn Marsilius, erster nachgewiesener Schultheiß von Berlin und Friedrich Sesselmann, Kanzler der Mark unter Friedrich I., schon im Pulvermagazin der rechten Flanke auf ihre museale Zukunft warten. Gleiches gilt für Lynar, der am Aufgang zum Kommandantenhaus und Friedrich Wilhelm IV., welcher in einer Nische auf der Bastion Bastion Kronprinz wartet. Nur Büste Freiherr vom Stein steht nicht in der Zitadelle selbst, sondern blickt vom Reformationsplatz auf den Marktplatz in Spandau.

Einige Figuren werden nur schwerlich den Weg ins Museum finden, da sie zerstört oder verschollen sind. Von manchen existieren nur noch Teile, andere befinden sich in Privatbesitz. Vollständig wird das Ensemble wohl nie mehr werden.

Thilo v. Brügge, Münzmeister v. Berlin, Thilo von Wardenberg, Bürgermeister von Berlin, Symbolfigur des Widerstands gegen Karl IV.; Heinrich Rüdiger von Ilgen, Minister des Auswärtigen (Foto: Ralf Salecker) Thilo v. Brügge, Münzmeister v. Berlin, Thilo von Wardenberg, Bürgermeister von Berlin, Symbolfigur des Widerstands gegen Karl IV.; Heinrich Rüdiger von Ilgen, Minister des Auswärtigen (Foto: Ralf Salecker)

Quelle der nachfolgenden gekürzten Auflistung: Wikipdia

Die ausführliche Liste der Figuren wurde von Herren Schulz, dem Autoren der Liste,  inzwischen auf den aktuellsten Stand gebracht.

http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Figurengruppen_in_der_Berliner_Siegesallee

1 Albrecht der Bär (ca. 1100–1170)

1. Markgraf von Brandenburg (1157–1170) – Begründer der Mark Brandenburg im Jahr 1157; Bildhauer: Walter Schott;

  • Nebenfigur links: Wigger von Brandenburg, Bischof;
  • Nebenfigur rechts: Otto von Bamberg, Bischof

2 Otto I. (ca. 1128–1184)

Sohn von Albrecht dem Bären; 2. Markgraf von Brandenburg (1170–1184 – an der Seite des Vaters bereits seit 1144); Bildhauer: Max Unger;

  • Nebenfigur links: Sibold, 1. Abt im Kloster Lehnin, das von Otto gestiftet wurde
  • Nebenfigur rechts: Pribislaw-Heinrich, letzter slawischer Fürst im Havelland und Christ, vorübergehend mit deutschem Königstitel, Taufpate Ottos

3 Otto II.(nach 1147–1205)

Sohn von Otto I.; 3. Markgraf von Brandenburg (1184–1205); Bildhauer: Joseph Uphues;

  • Nebenfigur links: Johann Gans Edler Herr zu Putlitz, Stifter des Klosters Marienfließ in der Prignitz und Otto politisch eng verbunden;
  • Nebenfigur rechts: Heinrich von Antwerpen (auch: Heinrici de Antwerpe), Domherr des Brandenburger Domkapitels; erster Chronist der Mark Brandenburg (Tractatus de captione urbis Brandenburg)

4 Albrecht II. (ca. 1150–1220)

jüngster Sohn von Otto I., Bruder von Otto II.; 4. Markgraf von Brandenburg 1205–1220; Bildhauer:    Johannes Boese;

  • Nebenfigur links: Eike von Repgow, Verfasser des Sachsenspiegels;
  • Nebenfigur rechts: Hermann von Salza, Hochmeister des Deutschen Ordens

5 Johann I. (1213–1266) und Otto III. (1215–1267)

Söhne von Albrecht II.; regierten gemeinsam; 5. und 6. Markgraf von Brandenburg; Bildhauer: Max Baumbach;

  • Nebenfigur links: Simeon von Cölln (2. Gründungsstadt Berlins), Propst, als Zeuge in der ersten Urkunde Cöllns (28. Oktober 1237) genannt (mit Johann I. und Bischof Gernand von Brandenburg);
  • Nebenfigur rechts: Marsilius, erster nachgewiesener Schultheiß von Berlin (andere Angabe: von Cölln)

6 Johann II. (* 1237(?); † 10. September 1281)

Sohn von Johann I.; (Markgraf von Brandenburg, Mitregent (1266–1281) seines Bruders Otto IV. (mit dem Pfeil)); Bildhauer: Reinhold Felderhoff;

  • Nebenfigur links: Graf Günther I. von Lindow und Ruppin (?–1284); die Grafenlinie Lindow-Ruppin war eine Nebenlinie der thüringischen Grafen von Arnstein, siehe auch Wichmann von Arnstein; der Graf bezeugte mehrere Urkunden Johanns und hat sich wahrscheinlich in dessen Gefolge aufgehalten;
  • Nebenfigur rechts:     Konrad Belitz, auch Konrad von Beelitz (? {Ersterwähnung 1288}–1308), Fernhändler, Kaufmann, Ratsmann und Bürgermeister (?) von Berlin; ältester erhaltener, künstlerisch bearbeiteter Grabstein Berlins, Franziskanerkloster, heute laut Edition Luisenstadt in der Nikolaikirche.

7 Otto IV. (mit dem Pfeil) (ca. 1238–1308)

Sohn von Johann I.; Markgraf von Brandenburg (1267–1308); Bildhauer: Karl Begas;

  • Nebenfigur links: Johann von Kröcher, genannt Droiseke, mit Erwähnungen in mindestens 180 Urkunden bestdokumentierter märkischer Ritter und Edelmann der askanischen Zeit, ausgedehnter Landbesitz;
  • Nebenfigur rechts: Johann von Buch, Vertreter des Bruders Johann II., sorgte für den Freikauf Ottos aus der Gefangenschaft, obwohl der ihn als Berater entlassen hatte

8 Waldemar (der Große) (um 1280–14. August 1319)

Markgraf von Brandenburg (1308–1319, Mitregent bereits ab 1302); Bildhauer: Reinhold Begas;

  • Nebenfigur links: Siegfried von Feuchtwangen, Hochmeister des Deutschen Ordens (unterstützte Waldemar im Kampf gegen Polen);
  • Nebenfigur rechts: Heinrich Frauenlob von Meißen, Dichter und Minnesänger (verfasste ein Loblied auf Waldemar)

9 Heinrich II. (das Kind) (1308–1320)

Markgraf von Brandenburg (1319-1320); Bildhauer: August Kraus;

  • Nebenfigur links: Wartislaw IV., Herzog von Pommern-Wolgast, Vormund von Heinrich (etwas unklar, denn der Wikipediartikel nennt Waldemar als Vormund);
  • Nebenfigur rechts: Ritter Wedigo von Plotho („Der Bauernschlächter“) mit der Physiognomie von Heinrich Zille, der für seinen Freund August Kraus Modell stand

10 Ludwig I. von Wittelsbach (der Bayer, oder auch Ludwig der Ältere) (* Mai 1315; † 18. September 1361)

Markgraf von Brandenburg (1323–1351) als Ludwig V. Herzog von Bayern; Bildhauer: Ernst Herter;

  • Nebenfigur links: Johann von Buch der Jüngere, Jurist, gehörte zum Gefolge Ludwigs.;
  • Nebenfigur rechts: Johann II., Burggraf von Nürnberg, 1345 für kurze Zeit Statthalter von Ludwig I. (der „eigentlich erste“ Hohenzoller in der Mark). Hält im rechten Arm seinen mit einem Brackenhaupt verzierten Helm (Bracke ist ein „starker Fanghund, Symbol der Jagdgerechtigkeit; das Brackenhaupt auf dem Hohenzollernwappen ist 1317 von der Familie erkauft worden.“)

11 Ludwig II. (der Römer) (* 12. Mai 1328; † 17. Mai 1365)

1351–1365 Markgraf von Brandenburg, 1356–1365 (erster) Kurfürst von Brandenburg (ferner als Ludwig VI. Herzog von Oberbayern); Bildhauer: Emil Graf von Schlitz genannt Görtz;

  • Nebenfigur links: Ritter Hasso der Rote von Wedel, hatte sich um die Bekämpfung des Falschen Waldemar verdient gemacht; zudem sollte ein Mitglied der Familie von Wedel in der Skulpturenreihe vertreten sein;
  • Nebenfigur rechts: Friedrich von Lochen, seit 1346 Landeshauptmann der Altmark

12 Otto V. (der Faule) (* 1346; † 15. November 1379)

von 1365–1373 Markgraf und Kurfürst von Brandenburg (ferner Herzog von Oberbayern); Bildhauer: Adolf Brütt;

  • Nebenfigur links: Thilo von Brügge, Berliner Patrizier, Münzmeister von Berlin, Inhaber des Stadtgerichts, Vogt über sechs märkische Städte. Die Büste zeigt ihn mit Amtskette. Das umstirnte Drachenhaupt im Wappen verweist auf die rheinische Herkunft seiner Familie;
  • Nebenfigur rechts: Thilo von Wardenberg (Tiele Wardenberg), Bürgermeister (möglicherweise nur Ratsherr) von Berlin, Symbolfigur des Widerstands gegen Karl IV.. Sockelinschrift: Thilo von Wardenberg, Oldermann von Berlin.

13 Karl IV. (Kaiser) (* 14. Mai 1316; † 29. November 1378)

Der Titel Markgraf und Kurfürst von Brandenburg lag eigentlich bei seinem minderjährigen Sohn Wenzel von Luxemburg (1361–1419), doch führte Karl IV. die Regierungsgeschäfte (1373–1378) für ihn aus. Wenzel fand in der Siegesallee an keiner Stelle eine Erwähnung; Bildhauer: Ludwig Cauer;

  • Nebenfigur links: Dietrich von Portitz (genannt Kagelwit), Erzbischof von Magdeburg und Berater des Kaisers (siehe auch Kagelwit und die Schweinsohren)
  • Nebenfigur rechts: Claus von Bismarck aus der Stendaler Patrizierfamilie von Bismarck, Magdeburger Stiftshauptmann und markgräflicher Hofmeister

14 Sigismund (Kaiser) (* 15. Februar 1368; † 9. Dezember 1437)

Markgraf und Kurfürst von Brandenburg (ferner u. a. römisch-deutscher Kaiser 1433–1437); Regierungszeit: 1378–1397 und 1411–1415  (dazwischen: 1397 und 1411, Jobst von Mähren); Bildhauer: Eugen Börmel;

  • Nebenfigur links: Lippold von Bredow, Landeshauptmann, aus dem mittelmärkischen Adelsgeschlecht Bredow im Ländchen Friesack;
  • Nebenfigur rechts: Bernd Ryke (heute meist: Bernd Reiche), Berliner Bürgermeister

15 Friedrich I. (* 1371; † 20. September 1440)

Markgraf/Kurfürst (seit 1398 als Friedrich IV. Burggraf von Nürnberg); Regierungszeit: 1415–1440, seit 1425 von seinem ältesten Sohn Johann verwaltet; Bildhauer: Karl Ludwig Manzel;

  • Nebenfigur links: Ritter Johann Graf von Hohenlohe aus dem fränkischen Adelsgeschlecht Hohenlohe, ließ bei Begründung der Hohenzollernherrschaft in der Schlacht am Kremmer Damm 1412 sein Leben;
  • Nebenfigur rechts: Wend von Ileburg (Adelsfamilie Eulenburg), Landeshauptmann

16 Friedrich II. (der Eiserne, der Eisenzahn) (* 19. November 1413; † 10. Februar 1471)

dargestellt als Bezwinger des städtischen Widerstands; die Urkunde in seiner Faust symbolisiert die Unterwerfung der Doppelstadt Berlin-Cölln nach dem Berliner Unwillen; die Streitaxt, die Pfeile und die zerrissenen Urkunden am Boden sollen gleichfalls auf die vom Eisenzahn gebrochene Macht der märkischen Städte hinweisen („historisch verbrämte Warnung“ Wilhelm II. an die aktuellen Stadtväter um 1900); Markgraf/Kurfürst (1440–1470); Bildhauer: Alexander Calandrelli;

  • Nebenfigur links: Friedrich Sesselmann, Kanzler der Mark unter Friedrich I., ab 1455 Bischof im Bistum Lebus;
  • Nebenfigur rechts: Wilke Blankenfelde, Bürgermeister von Berlin, zwar einer der „gegen Friedrich II. revoltierenden Patrizier, später jedoch als geläuterter Untertan wieder in Amt und Würden eingesetzt und damit denkmalwürdig.“ Hält in seiner rechten Hand das wiederverliehene Amtssiegel.

17 Albrecht Achilles (* 9. November 1414; † 11. März 1486)

Markgraf/Kurfürst (1470–1486); Bildhauer: Otto Lessing;
Nebenfigur links: Werner von der Schulenburg († 1515), Burghauptmann aus der Adelsfamilie Schulenburg;
Nebenfigur rechts: Ludwig von Eyb (1417–1502), Erbkämmerer und Chronist aus der Familie Eyb

18 Johann Cicero (* 2. August 1455; † 9. Januar 1499)

Markgraf/Kurfürst (1486–1499); Bildhauer: Albert Manthe;

  • Nebenfigur links: Eitelwolf von Stein, († 1515), Humanist und kurfürstlicher Berater;
  • Nebenfigur rechts: Busso von Alvensleben (ca. 1441–1495), Landeshauptmann

19 Joachim I. (Nestor) (* 21. Februar 1484; † 11. Juli 1535)

Markgraf/Kurfürst (1499–1535, bis 1513 gemeinsam mit seinem Bruder Albrecht); Bildhauer: Johannes Götz (Johann Gottfried Götz);

  • Nebenfigur links: Albrecht (1490–1545), Markgraf, Erzbischof von Magdeburg und Mainz;
  • Nebenfigur rechts: Dietrich von Bülow († 1523), Bischof von Lebus

20 Joachim II. (Hektor) (* 13. Januar 1505; † 3. Januar 1571)

Markgraf/Kurfürst (1535–1571). Die erbbedingte vorübergehende Aufteilung der Mark zwischen Hector und seinem jüngeren Bruder Johann dem Weisen (auch Hans von Küstrin), der die Neumark als Markgrafschaft Brandenburg-Küstrin erhielt, wurde in der Siegesallee nicht thematisiert; Bildhauer: Harro Magnussen; Zentrales Thema der Gruppe war die Einführung der Reformation 1539 durch Hektor;

  • Nebenfigur links: Georg der Fromme von Ansbach (1484–1543 oder 1545), Markgraf des Fürstentums Ansbach;
  • Nebenfigur rechts: Matthias von Jagow (1480 oder 1490–1544 oder 1545), Bischof von Brandenburg, Reformator und Ratgeber Hektors; von ihm hatte Hektor 1539 das Abendmahl in beiderlei Gestalt (katholisch und protestantisch) empfangen.

21 Johann Georg  (* 11. September 1525, † 8. Januar 1598)

Markgraf/Kurfürst (1571–1598); Bildhauer: Martin Wolff;

  • Nebenfigur links: Graf Rochus zu Lynar (1525–1596), Hauptbaumeister der Zitadelle Spandau und der Festung Peitz;
  • Nebenfigur rechts: Lampert Distelmeyer (1522–1588), Kanzler der Mark Brandenburg

22 Joachim Friedrich (* 27. Januar 1546; † 18. Juli 1608)

Markgraf/Kurfürst (1598–1608); Bildhauer: Norbert Pfretzschner;

  • Nebenfigur links: Graf Hieronymus von Schlick aus der Familie Schlick, Präsident des geheimen Rates;
  • Nebenfigur rechts: Johann von Loeben (1561–1636) aus der Familie Loeben, Kanzler

23 Johann Sigismund (* 8. November 1572; † 23. Dezember 1619)

Markgraf/Kurfürst (1608–1619); Bildhauer: Peter Breuer;

  • Nebenfigur links: Graf Fabian von Dohna (1550–1622), Oberburggraf;
  • Nebenfigur rechts: Thomas von dem Knesebeck (1559–1625), Geheimer Rat und Landeshauptmann

24 Georg Wilhelm (* 3. November 1595; † 1. Dezember 1640)

Markgraf/Kurfürst (1619–1640); Bildhauer: Cuno von Uechtritz-Steinkirch;

  • Nebenfigur links: Konrad von Burgsdorff (1595–1652), Oberst;
  • Nebenfigur rechts: Graf Adam von Schwartzenberg (1583–1641), Kanzler

25 Friedrich Wilhelm (der große Kurfürst) (* 16. Februar 1620; † 9. Mai 1688)

Markgraf/Kurfürst (1640–1688); Bildhauer: Fritz Schaper;
Nebenfigur links: Reichsfreiherr Georg von Derfflinger (1606–1695), Generalfeldmarschall;
Nebenfigur rechts: Freiherr Otto von Schwerin der Ältere (1616–1679), Oberpräsident des Geheimen Rates

26 Friedrich III. (Friedrich I. (Preußen) (* 11. Juli 1657; † 25. Februar 1713)

Markgraf/Kurfürst (1688–1713) und ab 1701 als Friedrich I. zusätzlich König in Preußen; Bildhauer: Gustav Eberlein;

  • Nebenfigur links: Andreas Schlüter (1664–1714), Bildhauer und Baumeister des Berliner Schlosses;
  • Nebenfigur rechts: Freiherr Eberhard von Danckelmann (1643–1722), Hauslehrer von Friedrich, Minister, Oberpräsident des Geheimen Rates

27 Friedrich Wilhelm I. (Soldatenkönig) (* 14. August 1688; † 31. Mai 1740)

Markgraf/Kurfürst (1713–1740), König in Preußen; Bildhauer: Rudolf Siemering;

  • Nebenfigur links: Leopold von Anhalt-Dessau, Der Alte Dessauer, (1676–1747), Feldmarschall;
  • Nebenfigur rechts: Heinrich Rüdiger von Ilgen (1654–1728), Minister des Auswärtigen

28 Friedrich II. (der Große) (* 24. Januar 1712; † 17. August 1786)

Markgraf/Kurfürst (1740–1786), König in bzw. von Preußen; Bildhauer: Joseph Uphues;

  • Nebenfigur links: Graf Kurt Christoph von Schwerin (1684–1757), Generalfeldmarschall;
  • Nebenfigur rechts: Johann Sebastian Bach (1685–1750), Komponist

29 Friedrich Wilhelm II. (der dicke Lüderjahn) (* 25. September 1744; † 16. November 1797)

Markgraf/Kurfürst (1786–1797), König von Preußen; Bildhauer: Adolf Brütt;
Nebenfigur links: Graf Johann Heinrich Casimir von Carmer (1720–1801), Großkanzler und Justizreformer;
Nebenfigur rechts: Immanuel Kant (1724–1804), Philosoph

30 Friedrich Wilhelm III. (* 3. August 1770; † 7. Juni 1840)

Markgraf/Kurfürst (1797–1840), König von Preußen; Bildhauer: Gustav Eberlein;

  • Nebenfigur links: Gebhard Leberecht von Blücher (1742–1819), Generalfeldmarschall;
  • Nebenfigur rechts: Karl Freiherr vom und zum Stein (1757–1831), Minister

31 Friedrich Wilhelm IV. (* 15. Oktober 1795; † 2. Januar 1861)

Markgraf/Kurfürst (1840–1861), König von Preußen; Bildhauer: Karl Begas;

  • Nebenfigur links: Alexander von Humboldt (1769–1859), Naturforscher;
  • Nebenfigur rechts: Christian Daniel Rauch (1777–1857), Bildhauer

32 Wilhelm I. (Deutscher Kaiser) # (* 22. März 1797; † 9. März 1888)

Markgraf/Kurfürst, König von Preußen 1861–1888, erster deutscher Kaiser (1871–1888); Bildhauer: Reinhold Begas und August Kraus;

  • Nebenfigur links: Helmuth Karl Bernhard Graf von Moltke (1800–1891), Generalstabschef;
  • Nebenfigur rechts: Fürst Otto von Bismarck (1815–1898), Reichskanzler

33 Friedrich III. (Deutscher Kaiser) (18. Oktober 1831; † 15. Juni 1888)

König von Preußen und deutscher Kaiser (1888); War nur 99 Tage Deutscher Kaiser und König von Preußen. Lediglich nach einem Attentat auf Wilhelm I. führte der Kronprinz 1878 vorübergehend die Regierungsgeschäfte. Seine kurze Regentschaft endete bereits im Jahr der Thronbesteigung und machte mit der Thronbesteigung seines Sohnes Wilhelm II. (1859-1941) das Jahr 1888 zum Dreikaiserjahr; Volkstümlich wurde der ihm zugeschriebene Ausspruch: „Lerne leiden, ohne zu klagen!“.Bildhauer: Adolf Brütt in Verbindung mit seinen Schülern und Franz Tübbeck;

  • Nebenfigur links: Generalfeldmarschall Leonhard von Blumenthal;
  • Nebenfigur rechts: Hermann von Helmholtz, Physiker und Physiologe

34 Kaiserin Friedrich, Victoria von Großbritannien und Irland (1840–1901)

Sie wurde nach dem Tod ihres Mannes auch Kaiserin Friedrich genannt; Bildhauer: Fritz Gerth;

About Ralf Salecker

Ralf Salecker, freier Fotograf und Journalist

6 thoughts on “Figuren von der ehemaligen Siegesallee auf der Zitadelle Spandau

  1. Schade, dass die Figuren, wie so viele andere Denkmäler in Berlin, irgendwo „versteckt werden, damit sich die Lefties ja nicht daran stossen. Ich sage: Baut die Siegesallee mit den noch paar vorhandenen Büsten wieder auf.

  2. Die Skulpturen in Spandau auf der Zitadelle zu vereinigen, ist die zweitbeste Idee. Besser fände ich es, diese historischen Zeugnisse möglichst an den originalen Ort zurückzubringen.
    Wenn schon Spandau, was sucht Lenin da? Er sollte einen anderen Platz finden, wo er als historisches Zeugnis der DDR angemessen präsentiert werden kann.

  3. Sehr geehrter Herr Dr. Beines!
    Demnach müssten wir alle Museen abschaffen und die dort ausgestellten Objekte an ihre Originalplätze zurückbringen, was bei manchen Orten auch nicht mehr möglich wäre…

    Die Idee einer solchen Skulpturensammlung finde ich persönlich sehr spannend. Natürlich hoffe ich auf eine entsprechende inhaltliche Aufbereitung aller relevanten Informationen. Der Anspruch, 1000 Jahre deutsche Geschichte abbilden zu wollen und die historische Wirklichkeit sind nicht ganz deckungsgleich.

    Ein Leninkopf und auch andere passen da sehr gut hinein. Schließlich sind Skulpturen Zeugnisse der Vorstellungen ihrer „Erbauer“.

  4. Alles Schön und Gut Spandau ist eine Gute Stelle. Was aber soll das Monster „Denkmal“ Lenin dort schenkt es doch Gesine Lötzsch und Klaus Ernst von den Linken die können es sich ins Schlafzimmer stellen.

  5. Was will der Autor dieses Kommentars wohl sagen? Alle unliebsamen Erinnerungen an die Vergangenheit sind zu tilgen? Wer soll dann entscheiden, was in Museen ausgestellt wird? Die „schweigende Mehrheit“…?

  6. So wie in der DDR dieses ungeliebte Denkmal eines Feindes der Demokratie abgebaut wurde, so wenig braucht Spandau diesen Kopf. Macht Grabsteine draus! Und legt sie auf dem Friedhof der Helden des Sozialismus ab, bei Ulbricht und all den anderen Verbrechern. Dass Spandau diesen Kopf beherbergen soll ist eine Unverschämtheit. Hallo Hr. Bürgermeister, konnten sie das nicht verhindern? Es gibt übrigens noch ganz viele Stalindenkmäler, irgendwo verscharrt, die bräuchten auch noch einen Unterschlupf.

    Zu den anderen Figuren aus der damaligen Siegesallee möchte ich anmerken, dass dieselbe nicht mehr zugänglich ist, da leider das sowjetische Panzerdenkmal genau in dieser Achse steht. Natürlich könnte man dieses abbauen und an einer besser geeigneten Stelle wieder errichten (z.N. Treptower Park oder in Ostpreussen), aber das traut sich natürlich niemand. Außerdem sind die Figuren der „Puppenallee“ dermaßen beschädigt und unvollständig erhalten, dass es keine Freude wäre, dies zu betrachten. Darüber hinaus würde damit dem Vandalismus eine prima Vorlage gegeben. Ein Blick auf „von und zum Stein“ in der Altstadt zeigt das sehr deutlich. Weiterhin wären nicht nur die Figuren aufzustellen, dazu müssten dann auch die Sitzbänke und anderes Zierwerk errichtet werden. Dies alles ist nach meiner Kenntnis nicht mehr vorhanden. In der Wikipedia gibt es einen sehr guten Artikel zur Siegesallee. Irgendwo im Web habe ich auch Nachkriegsbilder gesehen, es wäre unglaublich teuer, das alles zur Restaurieren. Und wir müssen ja schon, da vertraglich gebunden, das sowjetische Panzerdenkmal von unseren Steuergeldern unterhalten. In diesem Sinne…

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