62.Berliner-Oktoberfest-.jpg

Ist Spandau als Standort für das Oktoberfest attraktiv?

Was bietet Mahrzahn-Hellersdorf?

Kein Oktoberfest mehr in Spandau
Kein Oktoberfest mehr in Spandau

Der Oktober ist vorbei, doch Spandau musste in diesem Jahr auf das große Oktoberfest auf dem Festgelände neben den Spandau Arcaden verzichten. Die Aufregung war groß, als Veranstalter Thilo-Harry Wollenschlaeger das bereits angekündigte Fest kurzfristig abgesagt hat. Grund für seine Entscheidung war das von den Behörden geforderte Schallschutzprognosegutachten, das er im Vorfeld erstellen lassen sollte, denn beim letzten Oktoberfest hatte es zehn Beschwerden von Bürgern gegeben, die sich durch das Oktoberfest in ihrer Ruhe gestört fühlten. Da die Erstellung des Gutachtens in einem Größenbereich von 15.000 bis 20.000 Euro liegt, hat der Veranstalter es vorgezogen, das Oktoberfest an einem anderen Ost stattfinden zu lassen; nämlich dort, wo man Veranstaltungen dieser Art willkommen heißt. Seine Wahl fiel auf Marzahn-Hellersdorf, einem Bezirk, der ein Gutachten dieser Art nicht gefordert hatte.

Zusätzliche Schallschutzmaßnahmen, die auf dem in Spandau geforderten Gutachten basieren sollten, wurden vom Umweltamt verlangt, können aber vom Veranstalter allein aus wirtschaftlichen Gründen nicht realisiert werden.  Dennoch garantieren diese Maßnahmen nicht die ungestörte Durchführung eines derartigen Festes, denn allein eine Beschwerde kann Großveranstaltungen dieser Art verhindern.

Nach einer heftigen Diskussion in der Bezirksverordnetenversammlung, bei der Baustadtrat Röding vorgeworfen wurde, die anderen Parteien über das Ausbleiben des Oktoberfestes nicht in Kenntnis gesetzt zu haben, rief Röding in seiner Funktion als Wirtschaftsstadtrat alle Beteiligten zu einem Gespräch am Runden Tisch ein. Die Zukunft der Volksfeste in Spandau sollte diskutiert werden und auf Einladung der Wirtschaftsförderung nahmen an diesem Gespräche Vertreter aller Parteien und natürlich Veranstalter Thilo-Harry Wollenschlaeger teil.

Die Standortdiskussion brandte erneut auf und der Bezirk musste sich die Frage stellen, was Mahrzahn-Hellerdorf kann und bietet, wozu Spandau nicht in der Lage ist. Am Standort Brunsbütteler Damm, einer stark befahrenen Straße im Bezirk, gab es trotz des dort herrschenden Verkehrslärms Anwohnerbeschwerden – unverständlich, wenn man die vorbeirauschenden Autokolonnen in Augenschein nimmt. Die Beschwerden waren auf die Lautstärke aus dem Festzelt zurückzuführen. Außerdem hat es Beschwerden gegeben, die sich auf das lärmende Verhalten der Oktoberfestbesucher nach Beendigung der Veranstaltung bezogen haben. Hier muss festgestellt werden, dass das dem Veranstalter nicht zur Last gelegt werden kann.

Trotz eines konstruktiven Austauschs und eines möglichen Interessenausgleichs zwischen Anwohnern, Besuchern und Veranstalter steht die Zukunft des Oktoberfestes an den Spandau Arcaden in den Sternen. Obwohl Thilo-Harry Wollenschlaeger aufgrund seiner engen Verbindung um Bezirk Spandau das Oktoberfest gern in der Zitadellenstadt durchführen würde, sind es wirtschaftliche Erwägungen, die ihn zu einer Entscheidung zwingen.  Er fordert vom Bezirksamt, den Ermessensspielraum zu nutzen und über die Veränderung in der Beantragung nachzudenken. Das Oktoberfest, generell als „störende Veranstaltung“ eingestuft, könnte so von montags bis donnerstags als lärmgeringe Veranstaltung  bezeichnet und nur an den Wochenenden als laut eingestuft werden.

Das Frühlingsfest wird, da es dort kein Festzelt gibt, als nicht störende Veranstaltung eingestuft und ist bereits von Thilo-Harry Wollenschlaeger für das Jahr 2013 beantragt worden.

 

Spandau heute – November 2012

 

Spandau heute - November 2012
Spandau heute - November 2012

 

Spandau heute – Ausgabe November 2012 als PDF

 

Artikel der gedruckten Ausgabe von Spandau heute werden nach und nach auch online veröffentlicht.

Spandauer Media Verlag
Spandau heute
Karin Schneider
13597 Berlin
Breite Str. 35
Tel: 0177 / 510 11 29

E-Mail: info@spandau-heute.de

 

Lesezeichen: Nächtlicher Blick über den Bahnhof auf das Rathaus Spandau
Lesezeichen: Nächtlicher Blick über den Bahnhof auf das Rathaus Spandau

Lesezeichen aus Spandau

 

Postkarte: Blick auf die Spandauer Stadtmauer am Behnitz/Kolk
Postkarte: Blick auf die Spandauer Stadtmauer am Behnitz/Kolk

Postkarten aus Spandau

 

About Spandau-heute

One thought on “Ist Spandau als Standort für das Oktoberfest attraktiv?

  1. Tja, der Herr Wollenschläger möchte sich nicht an die Regeln halten, obwohl sie für alle gelten. Dann gibt es eben kein Oktoberfest, und niemand weint dem eine Träne nach. Wieder mal ein Unternehmer, der glaubt über den Gesetzen zu stehen. Davon gibt es viele, die hier aufzuzählen wäre müßig.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.