Die Nachfrage nach Kitaplätzen ist größer als das Angebot

Kann der Bezirk Spandau dem Bedarf bis zum 1.8.2013 gerecht werden?

Situation in den Kinderbetreuungseinrichtungen

Die Nachfrage nach Kitaplätzen ist größer als das Angebot
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Die Nachfrage nach Kitaplätzen ist größer als das Angebot

Die Situation in den Spandauer Kindertagesstätten und Tagesbetreuungseinrichtungen ist derzeit angespannt und mit dem Stichtag des 1.8.2013, wenn der Rechtsanspruch für unter 3jährige in Kraft tritt, wird sich die Lage nicht entspannt haben. In Spandau gibt es derzeit lange Wartelisten. Entwarnung ist nicht in Sicht, auch wenn das Land Berlin den Ausbau fördert, denn nicht nur die räumliche Notlage erschwert die kompetente Betreuung der Kinder.

Fachkräftemangel

Über 80 % der Einrichtungen in Spandau klagen über einen Fachkräftemangel, der trotz des angestrebten Ausbaus von Kindertagesstätten und Tagesbetreuungseinrichtungen zum Problem werden kann.  Deshalb fordert Bezirksstadtrat Gerhard Hanke eine Erhöhung der Ausbildungskapazität im Erzieherberuf, damit die angebotenen Plätze in Zukunft auch besetzt werden können.

Kita-Entwicklungsplan

Erstmalig hat das Jugendamt einen umfangreichen Kita-Entwicklungsplan inklusive der Kindertagespflege aufgelegt, um festzustellen, wie viele Plätze im Bezirk tatsächlich fehlen und wie die Situation in den einzelnen Ortsteilen aussieht.

Gegenüber dem heutigen Stand werden zum 1.8.2013 weitere Plätze zur Verfügung stehen, die für eine deutliche Entspannung in den einzelnen Ortsteilen sorgen.  Dennoch ist die komplette Realisierung aller in Planung befindlichen Projekte notwendig, um den mittelfristigen bis langfristigen Bedarf von ca. 9600 Plätzen zu decken Dabei kommt es in einzelnen Bezirksregionen zu Verschiebungen und  Mitversorgungen, denn die Eltern haben die freie Wahl des Betreuungsplatzes. Für Eltern, die keinen Betreuungsplatz in ihrer unmittelbaren Nähe finden, ist eine 30minütige Wegezeit zumutbar.

Unterschiedliche Situationen in den Ortsteilen Spandaus

Die Regionen Hakenfelde, Spandau Mitte, Brunsbütteler Damm, Haselhorst und Siemensstadt verfügen über ausreichend Kapazität, dem Ansturm auch nach dem 1.8.2013 gewachsen zu sein.  Hakenfelde und Haselhorst, zwei Stadtteile, die nach der Schließung des Flughafens Tegel an Attraktivität gewinnen werden, müssen in Zukunft dem Bedarf weiterer Wohnbebauungen und der Frage nach arbeitsplatznahen Einrichtungen nachkommen. In Siemensstadt liegt eine auskömmliche Ausstattung vor; die Region übernimmt sogar mit einemkleinen Überschuss eine Mitversorgungsfunktion in Charlottenburg-Nord. Die Region Spandau Mitte, die von der Freiheit die  Seegefelder Straße entlang reicht und im Norden den Bogen mit dem Hohenzollernring über schlägt, ist ausreichend versorgt, übernimmt aber bereits jetzt die Mitversorgung für das Gebiet des Falkenhagener Feldes. Aufgrund der zentralen Lage und der guten Erreichbarkeit der Region Spandau Mitte können hier weitere Einrichtungen etabliert werden, denn in der Geschäftswelt in und um  die Spandauer Altstadt ist die Nachfrage für arbeitsplatznahe Versorgungsmöglichkeiten groß. Ähnlich ist die Situation in der Region rund um den Brunsbütteler Damm.  Großzügig ausgestattet übernimmt das Gebiet für die Regionen Falkenhagener Feld. Heerstraße Nord und Wilhelmstadt eine wichtige Hilfsfunktion.

Diese drei Regionen sind wohl auch die problematischsten des Bezirks. Die Wilhelmstadt mit ihren vorrangig kleinen Einrichtungen ist prozentual am schlechtesten ausgestattet und es finden sich kaum geeignete Räume in diesem Gebiet. In den beiden anderen Gebieten besteht der größte Ausbaubedarf. Der Bevölkerungsindex ist hoch und ein starker Zuzug ist zu verzeichnen. Besonders problematisch ist die Situation im Falkenhagener Feld. Für den weiteren Ausbaubedarf finden sich kaum geeignete Liegenschaften und selbst bei der Umsetzung zweier Ideen mit über 100 Plätzen bleibt ein Unterstützungsbedarf durch die  anderen Bezirksregionen.

Die Region Gatow/Kladow ist am besten ausgestattet und hat bereits jetzt Überkapazitäten, die durch einen Mitversorgung des Gebiets Wilhelmstadt und Heerstraße Nord relativiert werden. Die zu erwartende Bundeswehrverstärkung und weitere Hausbauten ziehen allerdings eine verstärkte Nachfrage nach sich.

 

 

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