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Spandau wurde vor 125 Jahren Kreisfreie Stadt

Alle Voraussetzungen waren erfüllt: 25.000 Einwohner

125 Jahre Kreisfreie Stadt Spandau

125 Jahre Kreisfreie Stadt Spandau

Am 1. April 2012 jährte sich zum 125. Mal, dass Spandau einen eigenen Stadtkreis gebildet hat und aus dem Landkreis Osthavelland ausgeschieden ist. Die Havelstadt hatte die Voraussetzung von mindestens 25.000 Einwohnern am 1. Dezember 1880 erfüllt. Dann sollte es noch fast sieben Jahre dauern, bis der Schritt vollzogen werden konnte.

Zu Beginn der Verhandlungen mit dem Landkreis wirkte das Stadtbild noch sehr mittelalterlich. Ab 1880 wurde damit begonnen, die alte Stadtmauer abzutragen und die Befestigungsanlagen zu schleifen. Spandaus Altstadt war eingeengt und das sogenannte Vorland, die Grundstücke vor der Stadtmauer, waren stark verschmutzt. Durch die aufkommende Industrialisierung veränderte sich das Gesicht und im Zuge dieses städtischen Umbaus ist auch das Lindenufer, so wie wir es heute kennen, entstanden.

Es wurde die Entwicklung eingeleitet, allgemeine Industrie anzusiedeln, die Anfänge lagen jedoch bereits im Jahre 1722, als die ersten Militärwerkstätten ihre Produktion in Spandau aufnahmen. Das Rathaus stand noch auf dem Markt und Spandau befreite sich nun langsam vom Mief der kleinen Ackerbürgerstadt. Die Spandauer Neustadt, zwischen Falkenhagener Straße und Neuendorfer Straße gelegen, wurde erst zwischen 1876-78 militärisch befestigt und erhielt danach ihre Mietskasernenbebauung. Erst im Juni 1877 wurde der heute gebräuchliche Stadtname ‘Spandau’ eingeführt, bis dahin schrieb man die Havelstadt ‘Spandow’.

In diese Entwicklung hinein hat der Spandauer Magistrat entschieden, den Landkreis zu verlassen und einen eigenen Stadtkreis zu bilden. Der Bürgermeister Richard Gardemin (1872-1883) sollte die jahrelangen Verhandlungen mit dem Altkreis um das Vermögen, das Spandau dann aus dem Kreis zufallen sollte, aufnehmen und Friedrich Koeltze, erst 1886 ins Amt gekommen, brachte die Streitsache zu einem Ende und am 1. April 1887 war Spandau dann für gut 33 Jahre weitestgehend unabhängig.

Ein Drittel des Vermögens des Osthavellandkreises erhielt Spandau nach dem Beschluß des Oberverwaltungsgerichts zugesprochen. Spandau war Stolz, es geschafft zu haben, es folgten Prestigebauten um die eigene Bedeutung zu untermauern. Das neue Spandauer Rathaus, das Krankenhaus Spandau-Nord und weitere bauliche Kommunalprojekte wurden freilich auf Pump in den märkischen Sand errichtet. Erst die Eingemeindung Spandaus nach Berlin am 1. Oktober 1920 sollten der 700 jährigen städtischen Souveränität Spandaus ein Ende setzen.

Karl-Heinz Bannasch, Spandau Kreisfreie Stadt 1887

 

Spandau heute – Mai 2012

Spandau heute - Mai 2012

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Lesezeichen: Nächtlicher Blick über den Bahnhof auf das Rathaus Spandau

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Postkarte: Blick auf die Spandauer Stadtmauer am Behnitz/Kolk

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