Trinkwasser für Berlin (Foto: Ralf Salecker)

Trinkwasser in Spandau – Bezirksstadträtin kritisiert Kommunikation

Unterschiedliche Angaben zum Abkochgebot

Trinkwasser in Spandau
Trinkwasser in Spandau

Dazu führt Bezirksstadträtin Daniela Kleineidam, die während dieser Zeit die Vertretung für den Gesundheitsstadtrat Martin Matz übernommen hatte, aus:

„Das Gesundheitsamt Spandau hat unverzüglich nach Kenntniserhalt  über eine Belastung des Trinkwassers durch die Berliner Wasserbetriebe am Donnerstag die Bevölkerung und besonders sensible Einrichtungen wie Krankenhäuser, Senioreneinrichtungen und Kindertagesstätten über das mehrminütige Abkochgebot informiert.
Das Gesundheitsamt Spandau ist die zuständige Behörde und hat die Befugnis, ein verbindliches Abkochgebot unter Angabe der Dauer zu verhängen. Ohne Absprache mit dem Gesundheitsamt Spandau hat das Landesamt für Gesundheit und Soziales am Donnerstag ein Abkochgebot mit einer Dauer von 20 Minuten herausgegeben. Auch nach einer am Freitag durch mich erfolgten Absprache mit dem Präsidenten des Landesamtes für Gesundheit und Soziales über eine Abkochzeit von fünf Minuten, wurde an dem unpraktikablen Abkochgebot von 20 Minuten festgehalten, obwohl dies zur Gesunderhaltung der Spandauerinnen und Spandauer nicht erforderlich war.

Dies hat zu Verunsicherung und vielen Nachfragen geführt, die bei besserer Abstimmung mit dem Bezirk Spandau durch das Landesamt für Gesundheit und Soziales hätte vermieden werden können.

Das zuständige Gesundheitsamt Spandau wurde aber von Anfang an nicht in die Gespräche zwischen dem Landesamt für Gesundheit und Soziales und den Berliner Wasserbetrieben über die problematischen Befunde des Trinkwassers einbezogen.

Ein weiterer Punkt meiner Kritik an der Kommunikation der Berliner Wasserbetriebe ist die unzureichende Information über wichtige Untersuchungsergebnisse. Diese wurden dem Gesundheitsamt Spandau nur telefonisch, aber nicht wie vom Gesundheitsamt gefordert schriftlich übermittelt. Dies führte dazu, dass am Donnerstag die Berliner Wasserbetriebe eine Belastung durch E-Coli-Bakterien telefonisch übermittelten. Die schriftlich am Freitag Nachmittag übermittelten Laborergebnisse wiesen aber eine Belastung durch coliforme Keime aus. Insofern konnte das Gesundheitsamt Spandau die Öffentlichkeit nicht korrekt über die Belastung informieren.

Glücklicherweise hätten aber auch die schriftlichen Befunde der Wasserbetriebe keine anderen Maßnahmen  durch das Gesundheitsamt erforderlich gemacht, so dass die Spandauerinnen und Spandauer trotzdem auf der sicheren Seite mit dem verhangenen mehrminütigen Abkochgebot waren, da die Keime dann abgestorben sind.     

Wegen der mangelhaften Kommunikation und Koordination fordere ich die Senatsverwaltung für Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz auf, dafür Sorge zu tragen, dass sich solch eine unhaltbare Situation zum Schutze der Bevölkerung in Zukunft nicht wiederholt.“

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Ralf Salecker, freier Fotograf und Journalist

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