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Wladimir Gall, der friedliche „Eroberer“ der Zitadelle ist tot

Ohne den sowjetischen Offizier würde Spandaus Festung möglicherweise nicht mehr bestehen

Lesezeichen: Zitadelle Spandau im Sommer
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Wladimir Gall (Foto: SpreeTom)
Wladimir Gall (Foto: SpreeTom)

 

 

 

 

 

 

 

 

Als die sowjetischen Truppen in den letzten Kriegstagen nach Spandau einmarschierten, fanden sie eine Zitadelle vor, in der sich ein paar Mitglieder der SS verschanzt hatten. Mit ihnen harrten viele alte Menschen, Frauen und Kinder in den Mauern der Renaissancefestung aus.

Anfangs sah es nicht so aus, als wenn die SS kapitulieren wollte. Am 1. Mai kletterten dann zwei sowjetische Offiziere, Gall und Grischin, als Parlamentäre über eine Strickleiter in die Zitadelle. Sie wollten versuchen, die Zitadelle zur Aufgabe zu bewegen. Wladimir Gall, sowjetische Kulturoffizier und Hochschullehrer, im Januar 92 geworden, war einer von den beiden sowjetischen Soldaten.

Die Situation in der Zitadelle war nicht einfach. Die Waffen-SS wollte nicht kapitulieren, der Kommandant der Zitadelle dagegen schon.

Glücklicherweise siegte doch die Vernunft. So blieb und die Zitadelle erhalten und den Zivilisten auf der Zitadelle blieb unnötiges weiteres Leid erspart.

2005 ehrte der Bezirk Spandau Wladimir Gall durch einen Eintrag in das Ehrenbuch Spandaus.

Heute ist die altes Festung ein friedlicher Ort. Das Konzept einer intensiven kulturellen Nutzung ist ein voller Erfolg. Künstler, Kunsthandwerker, Museen und Gastronomie, Konzerte und andere Veranstaltungen locken jährlich tausende Besucher dorthin – Letztendlich dank Wladimir Samoilowitsch Gall, der am 9. September in Moskau verstorben ist.

 

Ralf Salecker

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Ralf Salecker, freier Fotograf und Journalist

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