Was tun?

Zum Tod von Osama bin Laden

Ein Terrorist wurde liquidiert

Heute morgen, in aller Frühe kam es in den Nachrichten. Der „Führer“ von al Quaida ist tot, erschossen von einem US-Amerikanischen Spezialkommando.

Was sich anfangs nach einer militärischen Aktion anhörte, in deren Folge der Terroristenführer getötet wurde, entpuppt sich immer mehr als eine militärische Hinrichtungsaktion.

Nun kann man die US-Amerikaner sicherlich verstehen, dass sie mit dieser Aktion ihr Trauma überwinden wollten. Sie wandten dabei ein Rechtssystem an, welches eher auf Rache, denn auf Bestrafung basiert.

Was mich aber mehr als verwunderte, war die fröhliche Äußerung unserer Bundeskanzlerin Angela Merkel. Sie war „froh“ über den Tod des Mörders.

Darf eine Vertreterin eines demokratischen Rechtsstaates so etwas sagen? Ich denke nicht. Damit führt sie unser gesamtes Rechtssystem ad absurdum.

Passt dies zu einem christlichen Menschenbild? Auch diese Frage muss man mit nein beantworten, es sei denn, sie bevorzugt den alttestamentarischen Rachegedanken „Auge um Auge …“.

Als Privatmensch kann ich den Tod dieses Menschen durchaus billigen …

Aber eine Bundeskanzlerin?

About Ralf Salecker

Ralf Salecker, freier Fotograf und Journalist

7 thoughts on “Zum Tod von Osama bin Laden

  1. Die Reaktion der Bundeskanzlerin ist ehrlich und korrekt gewesen. Nur ein Moralapostel kann einerseits über 9/11 trauern und andererseits das aktuelle Vorgehen der Amerikaner kritisieren. Die Kanzlerin muss Stärke zeigen, das gilt auch für solche Situationen.

  2. Ohhh!
    Ich wusste nicht, dass Stärke zeigen bedeutet, sich über Völkerrecht, Regeln eines demokratischen Rechtsstaates und Menschenrechte hinwegsetzen zu dürfen. Gilt nun doch, der Zweck heiligt die Mittel? Keine Frage, der Getötete war ein Mörder und Terrorist … darum geht es aber nicht. Das hat vor allem nichts mit Moralapostel zu tun …

  3. Wenn es darum nicht geht, dann weiß ich auch nicht mehr. In Deutschland hätte der Getötete wahrscheinlich Bewährung bekommen, so wie jeder U-Bahn Schläger. Der Getötete, der Demokratie und Rechtsstaat für einen schlechten Witz gehalten hat und den Menschenrechte absolut gar nicht interessiert haben, ist zu Recht liquidiert worden. Ich kann wirklich kein Mitleid empfinden, wirklich gar nicht! Die USA haben absolut richtig gehandelt!

  4. Ich kann gut nachvollziehen, wenn eine Privatperson aus persönlichen Gründen sich von Wut und Rache leiten lässt. Auch dann bleibt Mord immer noch Mord. Indiskutabel ist es, wenn ein demokratischer Staat sich über Menschenrechte und demokratische Regeln hinweg setzt. Ganz fragwürdig wird es, wenn „Christen“ glücklich über die Tötung eines anderen Menschen sind.
    Die Stärke einer Gesellschaft und die Belastbarkeit von Regeln beweist sich immer dann, wenn solche Extremsituationen auftreten.
    Ferner sind die USA ein hervorragendes Beispiel dafür, wie wenig die Todesstrafe dabei hilft, Kriminalität zu bekämpfen – von den vielen unschuldig hingerichteten ganz zu schweigen.

  5. Richtig, Mord bleibt Mord, unentschuldbar. Wenn man die aktuelle Nachrichtenlage überblickt, dann sind es hauptsächlich Nichtchristen, die mit Mord und Totschlag durch die Welt bomben. Deshalb kann ich nicht erkennen, warum die Liquidierung eines islamischen Verrückten bei Ihnen ein Problem hervorruft. Letzlich helfen die vielen Regeln und Gesetze, die sich die Menschen geben, nicht weiter, wenn es um Terror geht. Bin Laden hat tausende unschuldige Menschen hingerichtet. Dafür hat er den Tod verdient und darf sich nicht hinter Menschenrechten verstecken. Auch gibt es keinen Unterschied zwischen Privatperson und Staat in diesem Fall. Der Staat hat hier ausnahmsweise mal im Sinne seiner Bürger gehandelt, dafür hält man sich einen Staat. Ich bin kein USA Fan, aber Konsequenz in gewissen Bereichen wie dort finde ich korrekt. In Deutschland hingegen wird alles zerredet, die Täter werden gestreichelt und die Opfer verhöhnt. Das muss aufhören.

  6. Wenn „Mord bleibt Mord“ stimmt, dann ist auch eine Liquidierung Mord. Ich halte mir übrigens keinen Staat …
    Es ist auch ein wenig übereilt, zu behaupten der Staat hätte „im Sinne der Bürger“ gehandelt. Solche pauschalen populistischen Aussagen bereiten mir Kopfschmerzen, egal, von wem sie kommen.
    Welche Verrückten werden dann im nächsten Schritt liquidiert?

  7. Ich argumentiere absolut nicht populistisch. Sie möchten meinen Kommentar jedoch dahin lenken. Das ist jedoch nicht mein Probem.

    Welche Verrückten im nächsten Schritt beseitigt werden, weiß ich nicht. Es könnte aber sein, dass dies auch mal eine vermeintlich bürgerliche Regierung trifft, deren Volksverdummer ihr Ziel nicht erreichten. Mir persönlich würde es schon reichen, wenn zukünftig U-Bahn Schläger nicht mehr durch unsere sogenannte Justiz gestreichelt werden.

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