Seite auswählen

Ein dunkler Engel zu Allerheiligen als Bild des Tages

Unsterblichkeit und rastloser Forscherdrang …

Schwarzer Engel von P. Becher auf dem Friedhof in Stahnsdorf (Foto: Ralf Salecker)

Schwarzer Engel von P. Becher auf dem Friedhof in Stahnsdorf (Foto: Ralf Salecker)

Auf der Wahrheit Peripherie dräng trastlos der Forscher.
Aber der Radius ist leider unendlicher Weg.

So steht es über dem dunklen Engel. Ob dies gerade zu Allerheiligen passt, dem Gedenktag der römisch-katholischen Kirche? Ich kann´s nicht sagen. Jedenfalls ist dies eine der vielen faszinierenden Figuren auf dem Landschaftsfriedhof Stahnsdorf im Süden Berlins.

Forscher erstreben auch eine Art Unsterblichkeit, weniger die der Seele, noch als Geist, sondern der Ergebnisse ihrer geistigen Tätigkeit. So lässt nicht nicht nur der Geister und Seelen gedenken, vielmehr auch der vergangenen Gedanken, die auch heute noch bedeutsam sein können.

Aufgrund einer Nachfrage gibt es nun eine kleine Ergänzung:

Allerheiligen (lateinisch: Festum Omnium Sanctorum) ist ein christliches Fest, zu dem aller Heiligen gedacht wird – auch solcher, die nicht heiliggesprochen wurden – sowie der vielen Heiligen, um deren Heiligkeit niemand weiß als Gott.

Gerade den letzten Teil der Beschreibung des kirchlichen Gedenktages finde ich besonders sympathisch …

Wenn die Toten – nicht nur in Spandau – lebendig werden

Passend zu Halloween kommt das Bild des Tages vom Friedhof

Statue auf dem Friedhof in Stahnsdorf, im Süden Berlins - Foto: Ralf Salecker

Statue auf dem Friedhof in Stahnsdorf, im Süden Berlins – Foto: Ralf Salecker

Wer dem kommerziellen Trubel um Halloween entfliehen möchte, dem sei ein längerer Ausflug auf den Friedhof in Stahnsdorf empfohlen. Ein bemerkenswerter Landschaftsfriedhof im Süden Berlins, den es eigentlich nur gibt, weil ein paar größenwahnsinnige Germania aus dem Boden stampfen wollten. Germania ist glücklicherweise nie verwirklicht worden. Ob die vielen umgebetteten Toten mit ihrem Umzug zufrieden waren, bleibt auf ewig ungelöst. Es sei denn sie geistern zu Halloween umher und beantworten ein paar Fragen … Entstanden ist im Laufe der Jahre ein faszinierender Landschaftsfriedhof mit uralten Grabmalen. Versteckt zwischen Büschen und unter Bäumen liegen hier viele berühmte Persönlichkeiten. Von Spandau aus, ist man in rund einer Stunde mit dem Bus dort angelangt.

Märchenhaft verwunschen kommen die mit Moos und Efeu bewachsenen Statuen und Monumente daher.

Spandaus Stadtmauer im Behnitz

Hat eine Frau den Bau der Stadtmauer gestattet?

Spandauer Stadtmauer im Behnitz (Foto: Ralf Salecker)

Spandauer Stadtmauer im Behnitz (Foto: Ralf Salecker)

Am Hohen Steinweg im Behnitz steht der letzte Rest von Spandaus Stadtmauer. Der Name der Straße hebt ihre frühere Besonderheit hervor. Im Mittelalter gab es nur wenige gepflasterte Straßen, diese gehörte offensicht dazu.

Früher einmal umschloss die Stadtmauer die gesamte Altstadt. Im Jahre 1319 begannen die Bürger Spandaus ihre Stadt mit einer Mauer zu umgeben. Rund 30 Jahre lang dauerte dieses unterfangen. Der letzte Rest davon, mit einer Länge von 53 und einer Höhe von 6 Metern, steht im ältesten Siedlungsgebiet der Spandauer Altstadt. Zwischen Mühlengraben und Havel gelegen, war sie ringsum von Wasser umgeben. Am Ende der Mauer sind noch die rekonstruierten Reste eines Wiekhauses (Wehrturm) zu bewundern. 1348 existierten vier Stadttore, eines davon, das Mühlentor, stand auf dem Behnitz und wurde 1639 ebgebrochen. Der Straßenname Möllentordamm erinnert noch heute daran.

“Als Wiekhäuser bezeichnet man feldseitige Auskragungen mittelalterlicher Stadtmauern, die in einigen Städten zu kleinen Mauerhäusern oder -türmen ausgebaut wurden. Sie sind in mehr oder weniger regelmäßigen Abständen in die wehrhafte Stadtmauer eingebaut, trugen zu deren Erhöhung und Stabilität bei und wurden an Stelle von Wehrgängen zu Verteidigungszwecken errichtet.” Quelle: Wikipedia

“Möllentordamm: Von um 1232 bis 1938 hieß die Straße Damm, nach dem Dorf Damm an der Nordseite der Straße, das aus sieben Fischereigrundstücken bestand und 1875 nach Spandau eingemeindet wurde. Da der Straßenname zu Verwechslungen Anlass gab, wurde er nach dem 1639 abgebrochenen Möllen- oder Mühlentor, das am Ostende der Straße lag, umbenannt. Die Südseite der Straße, die schon immer auf Spandauer Gebiet lag, hieß bis 1882 Oranienburger Straße.” Quelle: Wikipedia

Feuer hat anscheinend auch etwas Gutes. Etwa um 1240 wütete in Spandau ein furchtbarer Brand, der einen Großteil der Häuser einschließlich der Kirche vernichtete.  Der Wiederaufbau war teuer und schwächte die Kaufkraft Spandaus. Aus diesem Grund wurden der Stadt für 8 Jahre die Steuern erlassen. Als “Zugabe” wurde ihr der Behnitz (Bens) übereignet. Der Behnitz selbst war früher einmal durch einen alten Havelarm vom Rest der Altstadt abgetrennt. Der Havelarm wurde zu einem Flutgraben ausgebaut, der bis 1912 Bestand hatte. Diesen schüttete man später zu. Heute fließt der Verkehr auf der Straße am Juliusturm und trennt den Behnitz ab von Trubel in der Altstadt. Eine Oase der Ruhe, mit schönen alten Häusern ist so, wenn auch unfreiwillig, entstanden.

Eine Stadtmauer errichtet man nicht so ohne weiteres. Dafür war eine Genehmigung von höchster Stelle notwendig. Markgraf Waldemar I., geboren 1297, könnte diese Genehmigung möglicherweise erteilt habe. Er starb am 14. August 1319, ohne einen Sohn zu hinterlassen. Kurfürstin Agnes von Brandenburg, Tochter des Herzogs Otto von Braunschweig-Lüneburg, übernahm unter Vormundschaft ihres nächsten Verwandten, des Herzogs Rudolf I. von Sachsen-Wittenberg, die Regentschaft in der Mark Brandenburg. Es könnte also auch eine Frau gewesen sein, die den Bau von Spandaus Stadtmauer erlaubte.

 

 

Kirche St. Marien am Behnitz in der Spandauer Altstadt

Klare Strukturen in Schwarz-Weiß

Kirche St. Marien am Behnitz in der Spandauer Altstadt (Foto: Ralf Salecker)

Kirche St. Marien am Behnitz in der Spandauer Altstadt (Foto: Ralf Salecker)

Man soll im normalen Leben das Denken und Handeln in Schwarz-Weiß-Strukturen vermeiden. Die Fotografie ist ein Gebiet, wo das Reduzieren auf einfachste Dinge manchmal sehr hilfreich ist.

Die kleine Kirche St. Marien lohnt nicht nur als Fotomotiv. Wer in der Spandauer Altstadt ist, sollte ruhig einmal einen kleinen Abstecher zum Behnitz, im Volksmund auch Kolk genannt, unternehmen. Wer ohnehin auf dem Weg von der Altstadt zur Zitadelle ist, sollte hier in jedem Fall vorbeischneien.

Geht es auch ohne Geld in Spandau?

Tauschring Falkenhagener Feld

Tauschring im Falkenhagener Feld

Tauschring im Falkenhagener Feld

Computer reparieren? Button Maschine ausleihen? Tapezieren?

„Jeder kann etwas und Jeder braucht etwas“

Dieses Motto hat sich das neue Tauschprojekt im Falkenhagener Feld zu Eigen gemacht und den Tauschring FFO gegründet. Bewohner vom Falkenhagener Feld können dort Dienstleistungen und Waren tauschen oder vermieten. Alles ohne Geld. Der Tauschhandel wird durch einen Tauschscheck besiegelt. Die Währung ist der Falken-Taler. Ein Falken-Taler entspricht einer ¼ Stunde Arbeitszeit.

Wenn Dennis gerne einen selbstgestrickten Schal hätte und Frau Müller gerne einen schweren Schrank aufstellen möchte, bringt der Tauschring beide Zusammen.

Jedes Mitglied im Tauschring hat ein eigenes Konto mit einem Guthaben. Wenn Jemand nun etwas sucht oder anbietet, kann er in der Tauschzeitung eine Anzeige aufgeben oder bei dem monatlichen Treff die anwesende Gruppe informieren. Der Tauschring ist ein gefördertes Projekt der Sozialen Stadt und des Quartiersmanagements Falkenhagener Feld Ost. Die Mitgliedschaft ist für die geförderte Projektdauer kostenlos für Anwohner. Damit kein Missbrauch betrieben wird, wird von jedem Mitglied bei der Anmeldung der Personalausweis kopiert.

Der Tauschring lebt vom Geben und Nehmen und von der Gemeinschaft der Mitglieder. Bei den monatlichen Treffen lernt man auch Leute aus dem Gebiet kennen und kann sich mit ihnen austauschen.

Haben Sie Interesse an dem Tauschring? Möchten Sie helfen beim Aufbau oder können Sie Hilfe gebrauchen und geben? Dann können Sie sich jeden 2. und 4. Montag im Monat im FIZ Ost (Westerwaldstraße/Herman-Schmidt-Weg) um 12 Uhr bei der Sprechstunde informieren. Dort gibt es auch die Tauschzeitung, die Satzung des Tauschringes und Mitgliedsanträge.

Weitere Informationen und eine aktuelle Liste mit Tauschangeboten gibt es auch auf den Seiten des Quartiersmanagements, bei Facebook unter „Tauschring Falkenhagener Feld“ oder unter www.tauschring.jimdo.com.

Zu erreichen ist der Tauschring auch unter 0177- 3936047 oder unter der E-Mail-Adresse: tauschring@yahoo.de (Projektleiter Ingo Gust)

Ingo Gust

Spandauer Neustadt im nächtlichen Schneetreiben

Zu Fuß durch den Schnee

Busse im Schneetreiben in der Spandauer Neustadt (Foto: Ralf Salecker)

Busse im Schneetreiben in der Spandauer Neustadt (Foto: Ralf Salecker)

Selbst im tiefsten Schneegestöber lohnt sich ein Weg zu Fuß durch die Spandauer Neustadt. Wer sich von Petrus Kapriolen nicht abschrecken lässt, der wird in der Mischung aus Dunkelheit und Licht das eine oder andere Bild entdecken. Irgendwann streikt dann auch die Kamera. Aber bis dahin …

Im Schnee

Wie naht das finster türmende
Gewölk so schwarz und schwer!
Wie jagt der Wind, der stürmende,
Das Schneegestöber her!

Verschwunden ist die blühende
Und grüne Weltgestalt;
Es eilt der Fuß, der fliehende,
Im Schneefeld nass und kalt.

Wohl dem, der nun zufrieden ist
Und innerlich sich kennt!
Dem warm ein Herz beschieden ist,
Das heimlich loht und brennt!

Wo, traulich sich dran schmiegend, es
Die wache Seele schürt,
Ein perlend, nie versiegendes
Gedankenbrauwerk rührt!

Gottfried Keller