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Die aktuellen Wetterlage macht ihnen das Leben schwer

Fledermaus in der Schorfheide (Foto: BAT e.V.)

Fledermaus in der Schorfheide (Foto: BAT e.V.)

Nach dem viel zu warmen Dezember waren wohl viele Fledermäuse gar nicht auf Winterschlaf eingestellt. Viele Tiere blieben in kleinen Zwischenquartieren anstatt die sicheren Winterschlafplätze aufzusuchen. Der Winterschlaf dient der energiesparenden Überbrückung der nahrungsarmen Zeit. Unsere nützlichen Insektenvertilger verschlafen üblicherweise die Zeit, in der es nichts zu fressen gibt.

Um aber tief und effizient schlafen zu können, müssen die Schlafplätze entsprechend kalt sein. Das war bislang nicht der Fall, so dass die Fledermäuse noch nicht vollzählig in den Winterquartieren waren. Bei der Kontrolle der Quartiere zwischen den Feiertagen musste festgestellt werden, dass teilweise ein Drittel der Tiere fehlte.

Der plötzliche Kälteeinbruch zwang die Tiere nun zum schnellen Aufsuchen besserer Hangplätze, die frostsicher waren. Dies führte besonders in Berlin dazu, dass zahlreiche Tiere in Gebäude eingeflogen sind. Allein in der vergangenen Nacht zum Mittwoch wurden der Pflegestation des Berliner Artenschutz Teams auf der Zitadelle Spandau 12 Einflüge gemeldet.

Insbesondere Zwergfledermäuse fanden sich in Schlaf- und Wohnzimmern, einzelne Tiere suchten aber auch Verwaltungsgebäude oder Schulen auf. Neben Zwergfledermäusen wurden durch Helfer des BAT auch Breitflügelfledermäuse und eine Zweifarbfledermaus geborgen.

Berlinern, die jetzt Besuch von einer Fledermaus bekommen, kann folgendes geraten werden:

Ruhe bewahren, die Tiere wollen nur schlafen. Die jetzt einfliegenden Tiere sind in der Regel nicht krank und nicht verletzt, sie suchen nur eine Unterkunft. Unsere Wohnungen sind für Fledermäuse ungeeignet! Die Räume sind zu warm und zu trocken. Am besten ist es, das Tier mit einem festen Handschuh vorsichtig zu greifen und in einen ausbruchsicheren Karton zu setzen. Achtung, die Tiere können schon durch kleinste Ritzen wieder entkommen.

Gefundene Fledermäuse können in der Zitadelle Spandau an Experten abgegeben werden. Bitte unbedingt den Fundort mitteilen!

Im Moment dürfte es ausreichen, das Tier mit etwas Wasser (gefüllter Flaschendeckel) im Karton an einen frostfreien, kühlen Ort zu stellen. Wenn es in den nächsten Tagen wieder wärmer wird, kann das Tier ins Freie gelassen werden.

Wenn das Tier verletzt ist, wird gebeten, den Fledermauskeller zu kontaktieren. Zur Artbestimmung und für generelle Fragen ist es hilfreich, eine E-Mail mit einem Foto an den Fledermauskeller info@bat-ev.de zu senden. Hierbei sollte etwas zu Größenvergleich mit fotografiert werden, z. B. ein Lineal oder eine Münze.

Die ausschließlich ehrenamtliche Tätigkeit der Helfer von BAT e.V. lässt es leider nicht zu, dass jede Fledermaus abgeholt werden kann.

 

Berliner Artenschutz Team -BAT-e.V.

  • Zitadelle, Haus 4
  • Am Juliusturm 64
  • 13599 Berlin
  • Telefon: 030/3675 00 61
  • Telefax: 030/3675 00 62
  • Internet: www.bat-ev.de
  • E-Mail: info@bat-ev.de