Museumswohnung Haselhorst: Willkommen in der guten Stube aus den 1930er Jahren (Foto: Sabine Dobre)

Museumswohnung in Haselhorst zum Tag des offenen Denkmals

Originalmobiliar und Haushaltsgerätschaften aus den 1930er Jahren

Museumswohnung Haselhorst: Willkommen in der guten Stube aus den 1930er Jahren (Foto: Sabine Dobre)
Museumswohnung Haselhorst: Willkommen in der guten Stube aus den 1930er Jahren (Foto: Sabine Dobre)

Der Tag des offenen Denkmals am 13. September 2015 bietet Geschichte zum Anfassen. Die Gewobag lädt an diesem Tag zu einem Streifzug in die Vergangenheit ein. Die Reichsforschungssiedlung in Haselhorst entstand in den 1930er Jahren und war das größte staatliche Wohnungsbauprojekt der Weimarer Republik in Berlin.

Zur offiziellen Fertigstellung 1935 wurden in Haselhorst mehr als 3.400 Wohnungen für rund 12.000 Menschen fertiggestellt. Wegen der großen Wohnungsnot war das Ziel des „Neuen Bauens“, möglichst praktische und platzsparende Grundrisse für das Leben von einkommensschwachen Familien zu entwickeln. Ergebnis waren staatlich geförderte Wohnungen, in denen der knappe Raum optimal ausgenutzt wurde.

Die Reichsforschungssiedlung in Haselhorst entstand nach Entwürfen berühmter Architekten. Der bekannteste von ihnen ist zweifelsohne der Bauhaus-Gründer Walter Gropius. Weitere namhafte Architekten waren Paul Mebes und Otto Bartning. Den Architekten ging es in erster Linie um die Schaffung preiswerten Wohnraums mit hoher Lebensqualität.

Am Burscheider Weg 21, wurde 2013/14 eine Wohnung mit Originalmobiliar aus der Entstehungszeit, also im Stil der 1930er Jahre, rekonstruiert.

Die heutige Museumswohnung plante Architekt und Stadtplaner Fred Forbát als Kleinstwohnung mit 45 Quadratmetern Wohnfläche für eine Familie mit zwei Kindern. Die Besucher erwartet viel Originalsubstanz: Holztüren mit den originalen Klinken und Türzargen, ein Türspion, Terrazzoböden in Bad und Küche, in den Zimmern historische Holzdielen mit ochsenblutrotem Anstrich. Das dazu passende Mobiliar aus der Bauzeit wurde neu beschafft, darunter eine historische Kochmaschine, eine Kurzbadewanne, ein Badeofen und sogar Vorhangstoffe und Bettwäsche aus den 1930er Jahren.

Ganz offensichtlich war es damals nicht anders als heute. Aktuell besteht ein großer Bedarf an preiswertem Wohnraum, der eine ansprechende Lebensqualität gewährleistet. Ob es heutige Architekten gelingt, Wohnraum zu schaffen, der auch viele Jahrzehnte später als beispielhaft gilt, sei einmal dahingestellt

Besichtigung für Einzelbesucher

Für Einzelbesucher ist die Museumswohnung an folgenden Tagen zur Besichtigung geöffnet:

30.8.2015: Zeit ?

13.9.2015: zum Tag des offenen Denkmals geöffnet von 11-16 Uhr; Besuch ohne Anmeldung möglich

Öffnungszeiten jeweils von 14:30–16:30 Uhr.

Eintritt frei.

Besichtigung für Gruppen

Für Gruppen ab 15 Personen prüfen wir gern die Möglichkeit einer individuellen Besichtigung.

Anfragen bitte an Tatjana Hoth, Fon: 030 4708-1526, E-Mail schreiben

Weitere Infos: www.gewobag.de/museumswohnung

 

Buchempfehlung:

Moderne Baukunst in Haselhorst – Geschichte, Bewohner und Sanierung der Reichsforschungssiedlung in Berlin-Spandau, Berlin Story Verlag, 144 S./Gebunden, mehr als 150 Abb., ISBN 978-3-86855-043-6, Preis 19,80 Euro

 

About Ralf Salecker

Ralf Salecker, freier Fotograf und Journalist