Kaum Verkehr am Wochenende, aber Probleme unter der Woche. (Foto: Ralf Salecker)

Freybrücke sorgt weiterhin für Verkehrsprobleme

Zulässiges Höchstgewicht wird von vielen LKWs ignoriert

Kaum Verkehr am Wochenende, aber Probleme unter der Woche. (Foto: Ralf Salecker)
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Kaum Verkehr am Wochenende, aber Probleme unter der Woche. (Foto: Ralf Salecker)

Die Verkehrsprobleme infolge der Verkehrseinschränkungen an der Freybrücke im Spandauer Ortsteil Wilhelmstadt beschäftigten auch die Bezirksverordnetenversammlung im Rathaus. Das 100 Jahre alte Bauwerk im Zuge der Heerstraße, über das sich tagtäglich etwa 60.000 Fahrzeuge bewegen, wird trotz Denkmalschutz abgerissen, weil sie marode ist. Aus diesem Grund entsteht an der Nordseite der Freybrücke eine Behelfsbrücke über die Untere Havel-Wasserstraße. Bisher sehen die Planungen vor, dass alle Arbeiten 2016 abgeschlossen sein sollen. Die Gesamtkosten sollen etwa bei 33 Millionen liegen. Bisher bekamen Autofahrer und Nutzer der öffentlichen Verkehrsmittel die Folgen ausschließlich durch Geschwindigkeitsbeschränkungen auf 30 km/h zu spüren. Eine der Hauptschlagadern Spandaus, die Bundesstraße B2/B5, wird zum bremsenden Nadelöhr.

Verkehrseinschränkungen auf der Heerstraße

Ersatz für die Freybrücke: Eine Schotterschicht wird aufgebracht. (Foto: Ralf Salecker)
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Ersatz für die Freybrücke: Eine Schotterschicht wird aufgebracht. (Foto: Ralf Salecker)

Nachdem Absenkungen an den Brückenauflegern festgestellt wurden, erfolgten am 14.Januar Teilsperrungen durch die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung für Fahrzeuge über mit einem Gesamtgewicht von 18 Tonnen. In der Folge setzten die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) auf der Strecke nur noch kleine Eindecker ein. Statt 100 Personen passen hier nur noch 60 hinein. Es wurde eng für die Fahrgäste der Linie M49, die sich nun eher wie Ölsardinen fühlen duften. Die konnten sich noch glücklich schätzen, weil sie mitfahren konnten. Andere sahen nur noch den überfüllten Bus an sich vorbeifahren. Was bei der winterlichen Witterung noch weniger erfreute. Spandauer, die aus Kladow und Gatow mit dem X34 Richtung Zoo fahren wollten, mussten feststellen, dass hier nichts mehr ging. Die BVG empfiehlt stattdessen zwischen den Bahnhöfen Olympiastadion und Spandau die S-Bahnlinie 5 zu nutzen.

X34 Verkehrsmeldung (Stand: 01.02.2014 bis auf weiteres)

Wegen eingeschränkter Befahrbarkeit der Freybrücke verkehrt die Linie in beiden Fahrtrichtungen nur zwischen Kaserne Hottengrund und Gatower Str./Heerstr. und wird über Gatower Str. Wilhelmstr., Klosterstr. und Seegefelder Str. zum S+U Bhf. Spandau/Galenstr. umgeleitet und endet hier. Auf dem Umleitungsweg werden die Haltestellen Gatower Str./Heerstr., Brunsbütteler Damm /Ruhlebener Str., S+U Rathaus Spandau bedient. Zur Weiterfahrt in Richtung S+U Zoologischer Garten nutzen Sie bitte die S Bahn.

X49 Verkehrsmeldung (Stand: 01.02.2014 bis auf weiteres)

Auf Grund der Gewichtsbeschränkung der Freybrücke ist die Linie X49 zwischen Hahneberg und S Messe Nord/ICC bis auf weiteres eingestellt. Bitte nutzen sie alternativ die Linie M49.

(Quelle: BVG)

Auf diesem Betonsockel ruht später die Ersatzbrücke (Foto: Ralf Salecker)
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Auf diesem Betonsockel ruht später die Ersatzbrücke (Foto: Ralf Salecker)

Ab dem 10. Februar, mit dem Ende der Winterferien, soll es Besserung geben. Dann sollen die Busse der Linie M49 wieder häufiger fahren – etwa im 6-Minuten-Takt. Erst im Sommer, wenn – hoffentlich – die Ersatzbrücke fertig ist, ist wieder mit Doppeldecker-Bussen zu rechnen. Die langen Gelenkbusse des X34er werden dann wohl auch wieder auf die Piste gehen.

Nicht alle halten sich an die Gewichtsbeschränkungen. Schwerlast-LKWs scheinen sich häufig nicht an die Beschränkungen des Höchstgewichts zu halten. Fast ein Dutzend 20- oder 40-Tonner sollen stündlich die Sperrung ignorieren. Dutzende wurden in der letzten Woche von der Polizei angehalten. Täglich wird der Zustand der Freybrücke durch die Berliner Senatsverwaltung überprüft. Eine mögliche Vollsperrung der Freybrücke, falls die bestehenden Schäden sich noch ausweiten sollten, würde ein riesiges Verkehrschaos hervorrufen. Bisher sehe es nicht danach aus.

Freybrücke wurde Thema in der Bezirksverordnetenversammlung Spandaus

Nadelöhr für den Schiffsverkehr an der Freybrücke (Foto: Ralf Salecker)
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Nadelöhr für den Schiffsverkehr an der Freybrücke (Foto: Ralf Salecker)

In der ersten Bezirksverordnetenversammlung in diesem Jahr, am 29.Januar, beschäftigten sich alle Fraktionen mit Anträgen zu den Folgen der Baumaßnahmen an der Freybrücke:

Ein Dringlichkeitsantrag der CDU zur Wiederherstellung der Busverbindung zwischen dem Spandauer Süden und dem Zoologischer Garten fand die allgemeine Zustimmung in der BVV.

Das Bezirksamt wird beauftragt, sich bei den Berliner Verkehrsbetrieben dafür einzusetzen, dass die Expressbuslinie X34 mit Bussen betrieben wird, die die Freybrücke passieren dürfen. Da die Teilsperrung der Freybrücke für den schweren Busverkehr für einen langfristigen Zeitraum bestehen bleiben wird, stellen die bisherigen Umleitungen und Linienschließungen der BVG keinen gleichwertigen Ersatz für die schlecht oder nicht bedienten Haltestellen und Verbindungen dar. Es ist dringend wieder eine durchgehende Verbindung vom Spandauer Süden zum Zoologischen Garten mit der City West notwendig.

Die GAL brachte einen Antrag ein zur Umleitung des Schwerlastverkehrs über den Zeppelinpark am Brunsbütteler Damm, um das Wohngebiet zu schützen. LKWs werden schon direkt an der Grenze zwischen Brandenburg und Spandau über die Sperrung der Freybrücke für LKWs über 18 Tonnen informiert. Viele nutzen dann den Weg über den Nennhauser Damm zum Brunsbütteler Damm. Künftig soll Umleitungsschild an der Kreuzung Nennhauser Damm und Straße Am Zeppelinpark aufgestellt werden, welches den Verkehr über das Gewerbegebiet umleitet.

Nachfragen der SPD ergaben, dass das Bezirksamt anscheinend über die Sperrungen und Verkehrseinschränkungen für Fahrzeuge oberhalb 18 Tonnen nach den Absackungen der Brücke nicht direkt informiert wurde. Es erfuhr von den Ereignissen ebenso „zufällig“ aus den Medien, wie es den überraschten Verkehrsteilnehmern erging. Das Bezirksamt bekam keine Möglichkeit zur Stellungnahme bzw. zur Abgabe von Vorschlägen.

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About Ralf Salecker

Ralf Salecker, freier Fotograf und Journalist

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