Falkensee: Angler auf dem Falkenhagener See (Foto: Ralf Salecker)

Falkensee – Eine Stadt vor den Toren Spandaus

Das „grüne Band der Sympathie“ verbindet

Falkensee: Angler auf dem Falkenhagener See (Foto: Ralf Salecker)
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Falkensee: Angler auf dem Falkenhagener See (Foto: Ralf Salecker)

Erst ein paar Tage nach dem Mauerbau bekam Falkensee die Stadtrechte verliehen und feierte 2011 sein 50-jähriges Bestehen. Als „Landgemeinde“ wurde Falkensee dagegen schon am 1.April 1923 gefründet. So steht dann 2013 auch das 90jährige Jubiläum ins Haus. Seit den 1990er Jahren haben 20.000 Menschen das Städtchen westlich von Spandau zu ihrem neuen Zuhause gemacht, sodass die Einwohnerzahl heute bei gut 41.000 liegt. Die Stadt besteht fast zu 80 Prozent aus Einfamilienhäusern.

Verbunden sind Spandau und Falkensee durch das „grüne Band der Sympathie“: Wer gut zu Fuß ist oder gern mit dem Fahrrad fährt, kann vom Rathaus Spandau bis in die „Gartenstadt Falkensee“ spazieren oder radeln und sich dabei fast immer im Grünen bewegen. Schon allein das ist Grund genug, sich unsere Nachbarstadt im Havelland einmal näher anzuschauen. Alternativ besteht die Möglichkeit, vom Bahnhof Spandau  aus die Regionalbahn zu nutzen und ein paar Minuten später entweder in Falkensee oder Finkenkrug zu einer Erkundungstour aussteigen.

Ein lebendiges Zentrum sollte man allerdings nicht suchen, denn eine Altstadt wie in Spandau gibt es in Falkensee nicht. Das verwundert nicht, schließlich ist unsere Nachbarstadt 1923 aus der Fusion der beiden Dörfer Falkenhagen und Seegefeld entstanden.

Viel ist über die Geschichte des nördlich gelegenen Ortsteils Falkenhagen nicht bekannt. Immer wieder wüteten Großbrände, die kaum Aufzeichnungen übrig ließen. Geprägt wird der Ortsteil vor allem durch zwei Gewässer, den Falkenhagener See 1 und den kleineren Neuen See 2. Während man den von lichtem Wald umgebenen Neuen See umwandern kann, wird es bei seinem großen Nachbarn schon schwieriger, denn die meisten Uferbereiche sind bebaut. Dafür kann man direkt am See Hunger und Durst in einem Restaurant 3 stillen. Nördlich des Sees erstreckt sich der Staatsforst Falkenhagen mit seinen Falkenhagener Alpen. Der an eine große Sanddüne erinnernde Scheinwerferberg 4 ist immerhin 40 Meter hoch.

Ein weiteres lauschiges, wenn auch sehr kleines Gewässer ist der Lindenweiher 5 an der Rembrandstraße. Der kleine See wurde beim Bau der Villenkolonie Neufinkenkrug durch Vertiefung der eiszeitlichen Abflussrinne geschaffen.

Wer kleine Dorfkirchen mag, wird in jedem der beiden Ortsteile fündig. Der bestehende Bau der Falkenhagener Kirche 6 mit ihrem holzeingefassten Turm entstand im 17. Jahrhundert auf dem Platz ihrer niedergebrannten Vorgängerin und liegt direkt neben dem Anger mit einem kleinen Teich.

Die Dorfkirche Seegefeld 7 unweit des Bahnhofs ist das älteste Bauwerk in Falkensee. Mitte des 13. Jahrhunderts wurde sie als rechteckige Feldsteinkirche errichtet und im 18. Jahrhundert um ein Nord- und Südschiff erweitert. Nahe dabei stand einmal das Gutshaus des Rittergutes Seegefeld, welches um 1960 abgerissen wurde.

In Falkensee haben die Ribbecks ihre Spuren hinterlassen. Einst gehörte einem Georg von Ribbeck der Falkenhagener See. Im 18. Jahrhundert stiftete ein anderer der Seegefelder Kirche Altar, Taufbecken und Kanzel.

Einem düsteren Kapitel der Vergangenheit begegnet man im Geschichtspark Falkensee 8 an der Hamburger Straße. Auf dem Gelände des ehemaligen Außenlagers Staaken-Falkensee des KZ Sachsenhausen leisteten die Häftlinge Zwangsarbeit im Rüstungsbetrieb der Deutsche Maschinenbau AG.

Wer mehr über die Geschichte Falkensees erfahren möchte, sollte sich unbedingt ins ehemalige Heimatmuseum, nun „Museum und Galerie Falkensee“, begeben. Manchmal locken auch der dazugehörige Museumsgarten und historische Backofen mit besonderen Veranstaltungen. Nicht nur die „inneren Werte“ des Gebäudes sind interessant, auch ansonsten hat es mit ihm eine ganz besondere Bewandtnis: Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts stand es noch als „Wohnhaus zur Ölmühle“ in der Spandauer Altstadt. Sein Besitzer, ein Zimmermann, nahm es bei seinem Umzug einfach mit.

Falkensee im Internet

  • www.falkensee.de

Museum und Galerie Falkensee

  • Falkenhagener Str. 77
  • 14612 Falkensee
  • www.museum-galerie.falkensee.de

Öffnungszeiten

  • Di + Mi 10–16 Uhr; Do, Sa + So 14–18 Uhr
  • an Feiertagen geschlossen

Eintrittspreise

  • Erwachsene: 1,00 €
  • ermäßigt: 0,50 €

Ralf Salecker

Ein paar Bilder aus Falkensee

About Ralf Salecker

Ralf Salecker, freier Fotograf und Journalist

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