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Spandau und Wasser – zwei Begriffe, die zusammengehören.

Spandauer See - Eiswerder-Brücke: Foto Ralf Salecker - www.unterwegs-in-spandau.de

Spandauer See - Eiswerder-Brücke: Foto Ralf Salecker - www.unterwegs-in-spandau.de

Die städtische Entwicklung Spandaus wurde maßgeblich durch den südlich der Zitadelle und Schleuse gelegenen Zusammenfluss von Spree und Havel bestimmt. Während die Spree relativ schmal von Osten kommend nach Spandau fließt, braucht die vom Norden kommende Havel flächenmäßig mehr Platz – jedenfalls bis zur Schleuse.

Nördlich derselben ähnelt deshalb die Havel der Form eines Sees: mit mehreren Seitenarmen und Inseln. So war es naheliegend diesen Teil der Havel – die Oberhavel – als Spandauer See zu bezeichnen. Er erstreckt sich von der Schleuse und der nebenan liegenden Zitadelle im Süden bis zum Maselakekanal und dem Hohenzollernkanal im Norden. Seinen Namen bekam er am 28. Mai 1997.


Vorausgegangen war 1992 der Beschluss des Senats von Berlin, das Entwicklungsgebiet „Wasserstadt Oberhavel“. Das Entwicklungsgebiet erfüllt bisher keine gesteckten Erwartungen. 13 000 Wohnungen sollten entstehen. Später korrigierte man die Zahl auf 7500.  Jetzt existieren gerade einmal 3800 Wohnungen. Seit Ende September 2008 gilt hier nicht mehr der Status eines Entwicklugsgebietes festzulegen. Angesichts der neuen Perspektiven für die Hauptstadt Berlin und des großen Wohnungsbedarfs sollte hier ein städtebaulicher Neubeginn erfolgen. Eine tiefgreifende Strukturänderung; denn am gesamten Ufer und auf der Insel Eiswerder war nur Industrie mit riesigen Altlasten, die erst beseitigt werden mussten.

Neben der bekanntesten und größten Insel Eiswerder, die von 1826 bis 1945 ein wichtiger Militärstandort der Zitadelle Spandau war und auf der die einstigen CCC-Filmstudios von Arthur Brauner liegen, gibt es noch die kleinen Inseln: Großer Wall mit einem Jugendzeltlager des Berliner Senats, Pionierinsel (unter Naturschutz stehend) und Kleiner Wall. Letztere wird auch nach dem auf ihr befindlichen 100 Jahre alten Gasthaus. Inzwischen geschlossen. Die Insel, auch Liebesinsel genannt, steht zum Verkauf. Für eine Million Euro, wenn ich nicht irre. 

Rund um den Spandauer See

Um heute, im Jahr 2009, Natur und neue Stadtkultur in einem zu erleben, begeben wir uns auf eine Wanderung um den See herum. Wir beginnen am Westufer des Sees und umrunden ihn im Uhrzeigersinn. Von der Altstadt ist es ein kurzer Weg durch den Wröhmänner-Park, am Ufer entlang, bis zur ehemaligen Schultheiss-Brauerei, in der sich heute eine Seniorenresidenz befindet. Auf der Frieda-Arnheim-Promenade laden Restaurants zum Verweilen ein.
Weiter führt uns der Weg bis zur Havelschanze und um den Nordhafen herum. Mittels einer Fußgängerbrücke überqueren wir die Maselake und wenden uns scharf nach rechts. Wir befinden uns auf der Havelspitze – dem Kernstück der Wasserstadt – von der gut die Zitadelle zu sehen ist.
Den Uferweg weiter verfolgend gelangen wir zum Fähranleger zur Insel Valentinswerder und nach Tegelort sowie zur Wasserstadtbrücke. Hier überqueren wir den nördlichsten Teil des Sees.
Wir befinden uns jetzt auf der Ostseite des Sees und machen Pause auf der unmittelbar neben der Brücke liegenden riesigen Terrasse. Von hier haben wir einen schönen Blick auf das gegenüber liegende Ufer – die Havelspitze mit ihrer gesamten Bebauung.
Immer am Ufer entlang kommen wir zur Spandauer-See-Brücke. Sie ist ein markantes Bauwerk und – wie fast alle Häuser der Wasserstadt, mit roten Klinkern verschalt worden. Sie verbindet das Quartier Salzhof, in dem wir uns jetzt befinden, mit der Wasserstadt.
Die großen, viereckigen Pfeiler können von der Brücke her betreten werden. Von hier hat man einen herrlichen Blick bis zur Spandauer Altstadt. Direkt unterhalb der Brücke liegt die verträumte Liebesinsel, mit einem Lokal und ein paar Lauben. Oben thront auf jedem Pfeiler ein großer Glaswürfel, der abends als Beleuchtung dient.
Unser Weg führt uns weiter am östlichen Ufer vom Quartier Salzhof zum Quartier Pulvermühle. In beiden Quartieren soll noch gebaut werden. Auch der Uferweg ist erst teilweise fertig. Über den Telegrafenweg gelangen wir zur U-Bahn-Station Haselhorst der Linie 7, die uns wieder zur Altstadt bringt.

Peter Siebke