Der Kiesteich im Falkenhagener Feld
Für die meisten Spandauer ist er einfach nur „der Kiesteich“. Er liegt mitten im Spektegrünzug, der sich etwa fünf Kilometer von der Spandauer Altstadt bis zum südlichen Teil des Stadtforstes erstreckt.
Mitsamt seiner näheren Umgebung hat sich der See zwischen Falkenseer Chaussee, Seegefelder Straße, der Straße Am Kiesteich und den alten Gleisen der Havelländischen Eisenbahn über die Jahre zu einem unverzichtbaren Naherholungsgebiet für rund 40.000 Anwohner aus dem Falkenhagener Feld entwickelt.
Entstanden ist er als einer von mehreren Baggerseen im Spektegrünzug Anfang der 1950er Jahre. Ausgehoben wurden die Seen damals, weil man Sand und Kies für den Aufbau des kriegszerstörten Berlin benötigte. Teilweise verfüllte man die Seen bereits ab 1955 wieder mit Bauschutt, U-Bahn-Aushub und Müll; wodurch auch der Spektesee an Größe verlor.
Heute bedeckt der See eine Fläche von 7 Hektar und hat eine Tiefe von 12 Metern. Jogger laufen 1,2 Kilometer, wenn sie den See umrunden. In seiner längsten Ausdehnung hätte ein Schwimmer eine Strecke von 300 Metern zu überwinden – theoretisch, denn der See konnte lange Zeit aufgrund seiner schlechten Wasserqualität noch nicht offiziell als Badegewässer freigegeben werden. Seit einigen Jahren hat er eine schöne Badestelle.

Mit Mitteln des Förderprogramms Stadtumbau West wurde das gesamte Umfeld für Jung und Alt ausgebaut. Neben der Badestelle, einer riesigen Liegewiese, einem Kletterfelsen, einer Beachvolleyball-Anlage, die o.G. Parcour-Anlage, einer Pipe für BMX-Räder und einer Trainingsanlage mit Geräten für jedes Alter gibt es für jedes Bedürfnis etwas zu nutzen. Jeden Sommer zieht der Kiesteich zahlreiche Wasserfreunde an.
Von einem kleinen Hügel im östlichen Teil des Kiesteiches hat man einen schönen Ausblick über die Landschaft. Im Winter nutzen ihn die Kinder als Rodelberg.
Im Norden des Sees befindet sich eine Liege- und Spielwiese, das so genannte Spektefeld. Eingerahmt von kleinen mit Bäumen und Sträuchern bewachsenen Hügeln wirkt diese große Wiese wie ein begrünter Meteoritenkrater. 2013 wurde der Spektepark eröffnet mit vielen Sportmöglichkeiten, die vom Klettern über den Mehrgenerationensprortplatz bis Parcour reichen.
Ein gut ausgebautes Wegenetz um den Großen Spektesee herum gibt Fußgängern und Radfahrern gleichermaßen die Möglichkeit, gemütlich unterwegs zu sein. An einem hölzernen Steg (inzwischen rückgebaut), von hohem Schilf umgeben, bekamen nicht nur die Kleinsten große Augen, wenn sich Heerscharen von Wasservögeln um das angebotene Futter streiten. Genau dieses Überangebot wurde zum Problem.

Landschaftplanerische Maßnahmen ließen im Laufe von Jahrzehnten eine Landschaft entstehen, in der versucht wird, dem Erholungsbedürfnis der Menschen gerecht zu werden und zugleich die Natur zu schützen – ein Spagat, der immer wieder eine Herausforderung war und immer noch ist. Bereits die Bepflanzung des Geländes gestaltet sich besonders schwierig, weil der Boden eine sehr unterschiedliche Beschaffenheit aufweist.
So hat beispielsweise das Auffüllen des Sees mit Schutt dazu geführt, dass der Boden an manchen Orten sehr trocken und anderswo sehr feucht ist. Das führte mitunter dazu, dass nicht immer die Pflanzen wuchsen, die geplant waren.
Trotz mancher widriger Umstände ist der See aus Sicht des Naturschutzes offensichtlich ein Ort zum Wohlfühlen: In seinem Umfeld können zahlreiche Vogelarten beobachtet werden, die auf der Roten Liste stehen. Sie finden Schutz und Lebensraum in den dichten Schilfbereichen rund um den See.

