Seite auswählen

Wir feiern Weihnachten – Was feiern Menschen anderer Religionszugehörigkeit?

Vier Beispiele für Feste zur Sonnenwende

Weihnachtsmarkt Spandau

Weihnachtsmarkt Spandau

Christi Geburt

Die Geburtszeit von Jesus Christus ist leider nicht genau überliefert. Die christliche Zeitrechnung bildete sich erst über Jahrhunderte hinaus und blieb mit römisch-heidnischer Zeitrechnung verflochten. Es ist sicherlich kein Zufall, dass Christi Geburt in die Zeit um die Sonnenwende gelegt wurde. Im 5. und 6. Jahrhundert unserer Zeitrechnung wurde zunächst von Mönchen mittels Bibelexegese und astronomischer Befunde Christi Geburt ermittelt und auf einem Konzil im 9. Jahrhundert verbindlich der 25. Dezember bzw. 6. Januar festgelegt. Christliche Feste und frühere heidnische Naturfeste überlagern sich. In der Nach vom 21. zum 22. Dezember ist jedes Jahr die Wintersonnenwende (auf der nördlichen Erdhalbkugel). Die längste Nacht und der kürzeste Tag des Jahres sind erreicht. Danach werden die Tage langsam wieder länger. Die Kräfte des Lichts und der Wärme bahnen sich ihren Weg.

Chanukka

Ein Fest, bei dem auch das Licht eine Rolle spielt, ist Chanukka, das jüdische Lichtfest. Es begann 2011 am 21. Dezember und dauert acht Tage, endet also am 28.12.2011. Chanukka ist ein untergordnetes Fest, aber ein Fest der Selbstbehauptung. Es erinnert an die Wiedereinweihung des zweiten jüdischen Tempels in Jerusalem. Im Jahr 164 v. Chr. führten Matitjahn und seine fünf Söhne eine kleine jüdische Armee gegen den hellenistischen-syrischen Herrscher Antiochus zum Sieg. Sie trieben ihn und seine Armee aus Israel hinaus. Die Makkabäer beseitigten den im jüdischen Tempel errichteten heidnischen Altar und führten den jüdischen Tempeldienst wieder ein. Als man zur Einweihung die Menorah, den siebenarmigen Leuchter des Tempels, anzünden wollte, fand sich nur ein kleines Gefäß mit koscherem (geweihtem/reinem) Öl. Wie durch ein Wunder reichte diese winzige Ölmenge für 8 Tage. So lange brannten die Lichter der Menorah. Daran erinnern die acht Arme des Chanukka-Leuchters. Hinzu kommt aber der neunte Arm, der Lichthalter („der Diener“). Nur mit dieser neunten Kerze dürfen die anderen Kerzen angezündet werden. Chanukka ist vor allem ein häusliches Fest. Die Familie feiert mit Freunden zu Hause. Man isst Krapfen oder Kartoffelpuffer mit Apfelmus. Gemeinsam werden Chanukka-Lieder gesungen. Die Kinder bekommen Geschenke und Süßigkeiten.

Dong Zhi

Die Chinesen feiern diesen Tag der Sonnenwende. Dong Zhi ist das zweitwichtigste Fest des chinesischen Kalenders. Es ist ein Fest der Familie und des Frohsinns. Die Menschen kleiden sich neu, bringen ihrer Familie Geschenke. Es wird getrunken und gefeiert. Auch im indianischen Kulturkreis genießt die Sonnenwende eine hohe Bedeutung. Die Hopi-Indianer feiern den Sieg des Lichtes über die Dunkelheit einen Monat lang. Im antiken Rom lag auf der Wintersonnenwende die Geburt Mithras, des unbesiegten Sonnengottes – zweifellos der Vorläufer des christlichen Weihnachtsfestes.

Divali

Unweigerlich mit Süßigkeiten als Geschenk verknüpft ist auch das hinduistische Fest Divali (auch Dewali oder Deepvali). Zum indischen Fest des Lichtes gehören Feuerwerk, Licht in Öllampen, Kerzenlicht oder Neonlichter. Letzteres ist bei wohlhabenden Leuten en vogue. Das Divali-Fest wird überall auf dem riesigen Subkontinent Indien gefeiert, hat aber sehr unterschiedliche Bedeutungen. Gemeinsamer Nenner ist, dass dieses Fest immer auch die Erneuerung des Lebens feiert. Das indische Fest liegt aber meist im Spätherbst, zwischen dem 19. Oktober und dem 13. November. Es ließen sich sicherlich noch mehr Feste zur Herbst- bzw. Winterszeit finden.

azb

Karriere eines „Lappen”

Ein oller Vierbeiner macht Karriere

Rentier (Quelle: U.S. Fish and Wildlife Service, Fotograf: Jon Nickles)

Rentier (Quelle: U.S. Fish and Wildlife Service, Fotograf: Jon Nickles)

Wie sich doch die Moden ändern. Vor mehr als 50 Jahren noch kam 24, eine weißbär­tige, vermummte und brummige Gestalt mit Reisigrute und Jutesack, alleine oder als Beglei­ter des Nikolaus auf einem Schlitten sitzend, ab dem 6. Dezember in unsere Städte und Dör­fer. Beide Symbolgestalten entstammen, wenn auch aus verschiedenem, in Europa verwur­zeltem Volks­brauch­tum. Als Kind wartete man zwar mit Vorfreude, aber auch mit gewis­sem Respekt, ja teilweise sogar Angst, auf diese Herren, denn wenn man das Jahr über nicht immer artig gewesen war, brachte Knecht Ruprecht auch schon mal seine Rute zum Einsatz.

Mit seinem sonorig-brummigen Bass rief er einen gleich bei Namen, sobald er in die Wohn­stube gestapft war. Und er wusste auch immer bestens über sämtliche Verfehlungen, die man sich im vergangenen Jahr geleistet hatte, Bescheid. Gnadenlos wurden einem die Missetaten aufgezählt und dabei jedes Mal bedrohlich mit der Rute gewedelt. Das kleine Geschenk aus dem Jutesack gab es auch nicht umsonst: Zuerst musste man Besserung, weiterhin gutes Betragen versprechen und auch, dass man seinen Eltern immer zur Hand gehen würde. Dann musste man noch ein Gedicht oder ein Lied vortragen. Sobald man dann aber das Geschenk überreicht bekam und er sich verabschiedete, war alles gut – und man konnte sich endlich entspannt und glücklich auf  Weihnachten freuen.

Heutzutage beginnt die Vorweihnachtszeit bereits im An­schluss an die Sommerferien

Die Kaufhäuser geben im September das erste Signal und rüsten spätestens ab Oktober ihre Re­gale und Auslagen auf Weihnachtsartikel um. In keiner Dekoration fehlt mehr das Ren­tiergespann oder einzelne Rentiere. Wer aber macht sich überhaupt noch Gedanken über den Hintergrund solcher Symbolträger?

Rentiere sind ursprünglich in den nördlichen, klimatisch kühleren Breiten, besonders in den Tundren und Nadelwäldern, beheimatete Wildtiere. Lediglich über das Volk der Lappländer ist seit dem 9. Jahrhundert überliefert, dass sie sich Rentiere als Haustiere hielten und sogar züchteten, unter anderem zum Ziehen von Schlitten, die ihnen als Trans­portfahrzeuge dienten. Rentiere sind somit also auch „old Eu­rope“.

Im Amerika von 1822 schließlich veröffentlichte ein Schriftsteller namens Clemens Clarke Moore eine Weihnachtsgeschichte, in der acht Rentiere im Gespann den voll beladenen Schlitten des „San­ta Claus“ ziehen.

Diese Geschichte wurde unter den amerikanischen Kin­dern immer bekannter, so dass eine Kaufhauskette 1939 auf die Idee kam, den acht Rentieren aus der Weih­nachtserzählung ein weiteres,  rotnasiges, namens Rudolph, hinzuzugesellen: Dasher, Dancer, Prancer, Vixen, Comet, Cupid, Donner, Blitzen und Rudolf. Durch Marktforschung hatte man herausgefunden, dass Kinder Außenseiter lieben. Man er­fand die passende Geschichte dazu, dass nämlich Rudolph aufgrund seiner feuerrot leuchten­den Nase von den acht anderen Rentieren verspottet, gehänselt und gemieden wurde, und erst volle Anerkennung erlangte, als „Santa Claus“ sich seiner Vorzüge, dem Wege-Ausleuchten-Können bediente und Rudolph als Leittier dem Gespann voranstellte. Dieses rotnasige Rentier sollte nun in seiner Außenseiterolle die Herzen der Kinder gewinnen – und damit den Weihnachts­ge­schenkeverkauf ankurbeln. Dieses gelang bestens und wurde von der amerikanischen Marketingin­dus­trie immer noch weiter präzisiert. Ein 1949 passend komponiertes Weihnachtslied und schließlich ein 1964 gedrehter Zeichen­trickfilm machten „Rudolph“ zum weihnachtlichen Shooting-Star, auch über Amerikas Gren­zen hinaus.

Inzwischen ist auch bei uns vom ermahnenden, Furcht oder mindestens Respekt einflößenden Knecht Ruprecht kaum noch etwas zu hören. Auch ein Zeichen des Wertewandels. Natürlich ist die Geschichte vom „rednosed-reindeer“ weitaus kinderfreundlicher. Aber wenn diese „gewollte“  Kinderfreundlichkeit einzig und allein dem Zweck der Konsumsteigerung dient und damit gleichzeitig überlieferte Symbolfiguren völlig in den Hintergrund gedrängt werden, sollte es erlaubt sein, sich auch einmal über Sinn und Werte von Advents- und Weihnachtsfei­erlichkeiten Gedanken zu machen. Natürlich ist es für unsere Wirtschaft von Vorteil, wenn mehr konsumiert wird.

Der Brauch des weihnachtlichen Schen­kens verkommt immer mehr zur Ersatzbefriedigung

Doch zu welchem Preis? Der Brauch des weihnachtlichen Schen­kens verkommt immer mehr zur Ersatzbefriedigung für mangelnde Zeit, Werte- und Sinnmangel und Mangel an Zuwen­dung. Deshalb: Vorsicht vor solchen Trends! Die Geschichte lässt sich schließlich immer noch weiter steigern: Man schafft sämtliche Ladenschlusszeiten und sämtliche Feiertage, natürlich ohne Lohnausgleich, ab. Somit hätten erstens, die Unternehmen weniger unproduktive Lohnkosten und zweitens, jedermann könnte jährlich Tag und Nacht durchgehend vom 1. Oktober bis zum 26. Dezem­ber, Weihnachtsgeschenke für seine zuhause vor dem Fernseher sitzenden, wurzellos und sinnent­leert jeden Konsumtrend aufsaugenden Kinder kaufen.

Natürlich ist es lustig und herzerwärmend, wenn Kinder die Geschichte von Rudolph mögen und mittlerweile überall auf der Welt den englischen Text: „Ru­dolph, the red-nosed reindeer had a very shiny nose, …“ trällern. Warum aber sollte man Kindern an Nikolaus und Weih­nachten aufgrund dieser Geschichte etwas schenken?

ej

 

 

Leise rieselt der Schnee – Gema-Freie Weihnachtslieder

Wie (Musik-)Piraten Weihnachten retten – oder so ähnlich …

Nicht nur Engel singen Weihnachtslieder

Nicht nur Engel singen Weihnachtslieder

Jetzt ist wieder die Zeit angebrochen, in der allüberall Weihnachtslieder gesungen werden. Nicht jeder kann oder will sich Lieder- und Notensammlungen kaufen. Gerade für Schulklassen und Kindergärten kann die Ausstattung für alle recht teuer werden. Der Verein Musikpiraten e. V.  bietet seit vielen Jahren Lieder für die Weihnachts- und Adventszeit, die frei kopiert und bearbeitet werden dürfen. Sie unterliegen der sog.  “Creativ-Commons-Lizenz”.

Sie dürfen also bei Gefallen auch vollkommen legal kopiert und weiterverbreitet werden. Aber aufgepasst: Einige Songs sind unter Lizenzen veröffentlicht worden, die die kommerzielle Nutzung untersagen!

Weihnachtlieder ohne Kosten. Unbeschwertes Singen in Kindergärten – ohne die Gefahr, sich strafbar zu machen.

Wem haben wir dies zu verdanken? Nein, nicht den Schweizern. Piraten, genauer gesagt Musikpiraten haben es mit einer Aktion ermöglicht, unbeschwert, d. h. kostenfrei und im erlaubten gesetzlichen Rahmen, Weihnachtslieder singen zu dürfen. Der Musikpiraten e.V. hat als Zweck die Förderung freier Kultur mit Schwerpunkt Musik als künstlerischem Ausdrucksmittel. Der Verein ist aus der Hessischen Piratenpartei hervorgegangen, hat sich durch seine Gründung aber bewusst unabhängig von der Partei gemacht.

 

Christian Hufgard zu den Hintergründen:

“Viele interessante Aktionen können wir nur deshalb nicht unterstützen, weil eine direkte Zusammenarbeit mit Parteien abgelehnt wird. Mit dem Musikpiraten e.V. ist die Unabhängigkeit von Parteien nun gegeben und wir können endlich überall aktiv mitarbeiten.”

Sie werden jetzt fragend die Stirn runzeln, ob dieser Ausführungen. Was will der Schreiberling damit sagen? Nun, Musik ist nicht wirklich ein freies Gut. Die Nutzung von Musik ist u. U. mit Auflagen verbunden? Auch Weihnachtslieder sind nicht einfach frei nutzbare Werke, die jedermann kopieren und verwenden kann. Ein Notensatz, auch von freier Musik, ist erst einmal 70 Jahre nach dem Tod des Urheber geschützt, wenn dieser nicht explizit freigegeben wird.  Die Musikverwertungsgesellschaft Gema, als Institution18, wacht über die Einhaltung der Regeln und treibt die entsprechende Gebühren ein.

Weihnachtslieder singen kann für Kindergärten teuer werden

Kopien von Noten dürfen nicht ohne die Einwilligung der Rechteinhaber angefertigt werden. Kopien kosten Geld, viel Geld.  Wenn also ein Kindergarten fröhlich seine alljährlichen Weihnachtslieder singen möchte, dann kassiert die Gema im Auftrag der Verwertungsgesellschaft Musikedition für die Lizenz 500 Kopien von Noten erstellen zu dürfen 56 Euro. Das ist viel Geld für einen Kindergarten, oder eine Kindertagesstätte.

Kaum jemand wird sich möglicherweise bewusst gewesen sein, dass er zwar uraltes Liedgut nutzt, dieses aber trotzdem durch Verwertungsrechte geschützt ist. Die Regel wird bisher gewesen sein, die Noten einfach zu kopieren. Frei nach dem Motto, wo kein Kläger ist, wird auch kein Geld zu zahlen sein … Formal wurden hier Raubkopien angefertigt – ein Straftatbestand.

Die sichere und kostenlose Alternative

Der Verein Musikpiraten hat dem nun ein Ende gemacht. Er startete einen Aufruf, um den Notensatz und die Liedtexte für deutschsprachige Advents- und Weihnachtszeit zu erhalten, die entweder der Creative Commons Lizenz (CC-BY bzw. CC-BY-SA) unterliegen, oder sogar als gemeinfrei (diese Werke sind nicht urheberrechtlich geschützt) freigegeben sind.. Waren Anfangs nur 12 Lieder in einer Sammlung geplant, sind es nun 30 geworden, die frei von jedermann kopiert werden dürfen.

„Bildungseinrichtungen sollen sich so auf ihren vorrangigen Zweck, das Vermitteln von Bildung, konzentrieren können, statt sich um Lizenzproblematiken zu kümmern. Denn niemand kommt auf die Idee, dass es strafbar sein könnte, Kopien der Noten von Jahrhunderte altem Liedgut anzufertigen. Vor allem, da auch Abgaben für die Kopiergeräte gezahlt werden. Und trotzdem müssen die Kopien in den meisten Fällen nochmal explizit bei der GEMA bezahlt werden.
Unser Ziel war es, ein kleines Notenbuch mit Liedern für die Vorweihnachtszeit zusammenzustellen, das jeder legal und kostenfrei kopieren und verteilen darf. Ich möchte
mich bei all denen bedanken, die uns hierbei geholfen haben.”

Christian Hufgard, 1. Vorsitzender des Musikpiraten e.V. (und Pressesprecher der hessischen Piratenpartei)


Die Noten der inzwischen 52 Lieder stehen in unterschiedlichen Datenformaten zu Verfügung (PDF, OpenOffice-Textdokument (freies Office-Paket), LilyPond-Format (freies Notensatzprogramm; als Zip-Archiv), PNG-Datei)

Internetadresse der Musikpiraten: Musikpiraten e. V.

Das Projekt von Sebastian Nerz  www.kinder-wollen-singen.de stellt ebenfalls Kinderlieder in einem bearbeitbaren Format unter einer freien Lizenz zur Verfügung.

Keine Tiere unterm Weihnachtsbaum!

Wenn Kinder ihren Willen durchsetzen

Tiere sind nicht die besten Weihnachtsgeschenke (Foto: Ralf Salecker)

Tiere sind nicht die besten Weihnachtsgeschenke (Foto: Ralf Salecker)

Das Fest der Liebe naht mit Riesenschritten. Wer kennt das nicht den Wunsch nach einem Haustier? Kinder wünschen sich Tiere zu Weihnachten, weil sie darin ein großes lebendiges Kuscheltier sehen. Vielen Eltern fällt es sehr schwer, diesem drängenden Wunsch nicht nachzukommen. Große Kinderaugen, aber auch lautstarkes Geschrei und noch viel mehr Tränen können ein ausgesprochen wirksames Druckmittel sein.

Die ehemalige Brandenburgische Verbraucherschutzministerin Anita Tack mahnte einmal:

„Keinesfalls sollte spontan ein Tier als Weihnachtsgeschenk gekauft werden. Vor deren Anschaffung sollten die Anforderungen an die artgerechte Haltung der Tiere intensiv bedacht werden. … Haustiere sind kein Spielzeug. Ihre Haltung bringt für einen langen Zeitraum ein erhebliches Maß an Verantwortung, Pflichten und Kosten mit sich.“

Spandaus Ordnungsstadtrat:

„Eine Entscheidung für ein Tier sollte immer wohlüberlegt, vorbereitet und langfristig getroffen werden, nur so werden alle glücklich werden. … Eine artgerechte Haltung braucht mehr Zeit als gedacht, ist von den Kindern allein meist eh nicht zu gewährleisten. … Wenn Sie zweifeln, dann empfehlen wir Ihnen vor dem Kauf einen Besuch im Tierheim Berlin. Dort wird eine gründliche Vorbereitung auf den tierischen Zuwachs angeboten, bei der Interessierte Tiere und deren Haltung kennen lernen können und intensiv von Tierpflegern beraten werden.”

Gewiss ist den meisten Eltern bewusst, dass sie mit der Erfüllung des Wunsches niemandem einen großen Gefallen tun. Aber auch Eltern wollen von ihren Kindern geliebt werden. So wird der innige Wunsch der Kleinen oft wider besseren Wissens in die Tat umgesetzt.

Ob kleine Kinder sich der Verantwortung bewusst sind, die mit der Anschaffung eines Vierbeiners oder gefiederten Freundes verbunden ist, kann mit großer Sicherheit verneint werden. Der Wunsch oder die feste Absicht, diese zu übernehmen ist ganz bestimmt vorhanden – anfangs sogar die Zeit dafür. Gerade letztere wird sehr schnell zum Problem. Immer nach solch großen Feiertagen haben Tierheime einen erschreckend großen Zulauf. Zum Glück, muss man fast sagen, schließlich landet leider manch ein Tierchen auf der Straße.

Exoten für die Erwachsenen

Nun kann man nicht immer den lieben Kleinen die Schuld am Kauf von neuen Hausgenossen geben. Exotische Tiere üben auf manch Erwachsenen eine große Faszination aus. Die Zahl an Spinnen, Schlangen, Echsen, Schildkröten und anderen nichtheimischen Tierarten in deutschen Haushalten nimmt stetig zu.

Geschützte Tierarten werden in Koffern aus fernen Ländern eingeführt. Immer wieder entdeckt der Zoll geschmuggelte Tiere. Da macht es nichts, wenn der größte Teil der Tiere den Transport nicht überlebt hat. Der Rest kann immer noch für viel Geld verkauft werden. Ehrliche Tierhändler, die ein Geschäft und Angestellte unterhalten müssen, können mit den Dumpingpreisen der Tiermafia nicht konkurrieren. In Spandau gab es einmal eine ganze Menge Zoofachgeschäfte. Wo sind sie geblieben?

Hauptsache billig

Nicht immer ist die Herkunft der kuscheligen Tiere bekannt. Vielfach ist es den Käufern egal – so lange das Tierchen nur billig ist. Ein scheinbares Rasse-Haustier wird da ohne zu überlegen genommen. Oft kommen die Tiere aus Osteuropäischen Zuchten, wo sie unter tierquälerischen Bedingungen gezüchtet werden. Ob nun über das Internet oder als Zeitungsinserat, wann immer eine solche Anzeige verlockend ins Auge fällt, sollten sich die potentiellen Käufer klar machen, das extrem billige Preise unter vernünftigen Zuchtbedingungen nicht möglich sind. Wer solche Tiere kauft, tut denen nichts Gutes, vielmehr feuert er so einen boomenden Markt an, bei dem schon vorher viele auf der Strecke geblieben sind. Tierschutzorganisationen raten grundsätzlich vom Kauf von Tieren aus ungeklärter Herkunft ab.

Kann man nun noch ruhigen Gewissens an den Erwerb eines Haustieres denken?

Natürlich! Alles ist möglich, man muss sich nur der eigenen Verantwortung bewusst sein, die mehrere Jahre zu tragen ist. Vor allem verursachen Tiere Dreck und viel Arbeit, manche Lärmen – besonders wenn sie länger alleine gelassen werden. Es sollte nur nicht unbedingt die Weihnachtszeit sein, in der man sich ein Tier anschafft. In der großen Hektik kann sich ein Tier kaum in Ruhe eingewöhnen. Natürlich gehört auch eine ausführliche Information über die Bedürfnisse der Tiere dazu. Die bekommen sie in den Zoofachgeschäften.

Aus einer kleinen unscheinbaren Echse kann im Laufe der Jahre ein mehrere Meter langes Ungetüm werden. Was geschieht dann? Im Südpark, im Spandauer Stadtforst und im Zitadellengraben tummeln sich Rotwangen- und Gelbwangen-Schmuckschildkröten im Wasser, ausgesetzt von ihren Besitzern, weil der Besitz von geschützten oder bedrohten Tieren einst meldepflichtig wurde.

Weihnachtsmann, ein krisensicherer Beruf?

Der bärtige Mann als Minijobber

Der Weihnachtsmann als Minijobber (Cartoon: Tina Kröll)

Der Weihnachtsmann als Minijobber (Cartoon: Tina Kröll)

Jedes Jahr wieder kommt der Weihnachtsmann in die Haushalte des Landes. Die Heinzelmännchen des Studentenwerks Berlin sind seit 1949 in Berlin tätig und vermittelte Studenten in diese begehrte Tätigkeit. Das bedeutet eine lange Tradition von 65 Jahren. 5000 mal eilen die Weihnachtsmänner allein von dieser studentischen Vermittlung in die Haushalte. 500 studentische Weihnachtsmänner und etwa 50 Weihnachtsengel verdienen sich jedes Jahr ein kleines Zubrot dazu. Weihnachtsmann scheint also noch immer ein Job für “echte Männer” zu sein. Das stimmt natürlich nicht ganz. Die eine oder andere Frau verbirgt sich hinter einem weißen Bart und einem roten Mantel. Immer mehr Frauen bewerben sich auf eine Stelle als “Weihnachtsmann”. Meist arbeiten sie aber Christkind oder Engel.
Diesen Markt teilte sich die TUSMA (Telefoniere und Studenten machen alles) mit einigen privaten Weihnachtsvermittlern. Seit der Geschäftsaufgabe (Konkurs) des Tusma e.V. setzt das Studentenwerk Berlin mit dem Berliner Weihnachtsmann-Büro die Tradition alleine fort. Für Familien, die einen Weihnachtsmann, einen Weihnachtsmann mit Engel oder ein Christkind für den 24.12.2016 buchen möchten, steht auf der Internetseite ein Onlineformular bereit.

 

Die Verdienstmöglichkeiten für Weihnachtsmänner sind recht unterschiedlich. Von 10 Euro pro Stunde bis zu 50 Euro und mehr pro Auftritt sind denkbar. Bei bis zu 20 Familienbesuchen pro Tag kann eine nette Summe zusammenkommen.  Während die Heinzelmännchen des Studenwerks eine Vermittlungsgebühr erheben, ist die Vermittlung über die Arbeitsangetur kostenlos. Trotzdem muss der Weihnachtsmann immer professionell entspannt bleiben. Von Termin zu Termin zu hetzen, geht zu Lasten der besuchten Familien, vom fehlenden Spaß an der Arbeit ganz zu schweigen.

Ist die Arbeit der Studenten möglicherweise bedroht, wenn viele Minijobber – für die ja nur ein kleiner pauschaler Betrag in die Sozialversicherungskassen gezahlt wird – ihnen diesen befristeten Arbeitsplatz streitig machen? Billiger als Minijobber sind eigentlich nur noch Ein-Euro-Jobber, oder Ausländer, die bis zu einem bestimmten Zeitpunkt Arbeit nachzuweisen haben, damit ihre Aufenthalterlaubnis oder Duldung erhalten bleibt …

Wie bekomme ich einen Weihnachtmann von den Heinzelmännchen?

Wer sich rechtzeitig um den rotgekleideten Gesellen bemüht, hat eine gute Chance, ihn an Heilig Abend daheim begrüßen zu können. Manch einer scheint jedes Jahr aufs neue von Weihnachten überrascht zu werden. So kommen selbst an heilig Abend Anfragen nach Weihnachtsmännern. Das Weihnachtsmannbüro der Heinzelmännchen des Studentenwerks Berlin nimmt die Anfragen telefonisch unter der Telefonnummer 030-93939-7711 und über ein Onlineformular entgegen. Bis zum 6.12. nehmen die Heinzelmännchen noch Anträge entgegen. Ab dem 7.12. ist ein Preisaufschlag nicht zu vermeiden. Bis zum 19.12. melden sich dann die Weihnachtmänner und Engel bei den Auftraggebern.

Am 1. November 2017 nahm das Weihnachtsmannbüro der Heinzelmännchen seinen Betrieb auf. Während der gesamten Vorweihnachtszeit, von 10:00 bis 19:00 Uhr, ist es telefonisch und per E-Mail erreichbar!

Es gibt aber auch einige andere Agenturen, die Weihnachtsmänner und Engel vermitteln.

Weihnachtsmann oder Engel kann nicht jeder werden. Leidenschaft ist eine sehr wichtige Voraussetzung. Kinder merken recht schnell, wenn jemand nur lustlos seinen Job macht. Voraussetzung bei den Heinzelmännchen ist ein Besuch eines speziellen Weihnachtsmann-Workshops. In dessem Rahmen werden Themen wie Kostüm- und Requisitenkunde, Gesang, Schauspieltraining, Konflikttraining und Improvisationstechniken geprobt. Der potentielle Weihnachtsmann soll entspannt auf alle denkbaren und undenkbaren Situationen reagieren können. Vom Vorgespräch mit den Eltern über den ersten Schritt in die Wohnung bis zu den Gesprächsinhalten mit Kindern und Eltern soll alles in Fleisch und Blut übergehen, damit mögliche Peinlichkeiten und Missgeschicke vermieden werden können. Auch wenn sich das Handy für viele Menschen inzwischen zum externen Körperteil entwickelt. Während der Bescherung sollte es auf keinen Fall klingeln! Ein Weihnachtsmann der nicht singen oder Gedichte aufsagen kann ist undenkbar!

Manche Eltern wünschen sich einen besonders strengen Weihnachtsmann. Was sie selbst nicht in der Lage sind zu leisten, versuchen sie auf den Herren mit der Rute abzuwälzen. Ein vernünftiger Weihnachtsmann, dem sein “Ehrenkodex” wichtig ist, wird sich weder auf verbale noch symbolische Gewalt einlassen. Erziehung lässt sich kaum auf den kurzen Moment an Heilig Abend reduzieren.

Nicht nur im klassischen Familienumfeld werden Weihnachtmänner eingesetzt. Die Heinzelmännchen vermitteln auch Weihnachtsmänner und Engel an Firmen für Werbe- und Promotionaktionen oder für Weihnachtsfeiern. Kitas, die sich einen Besuch wünschen, müssen für diese Dienstleistung  mindestens 65 Euro auf den Tisch legen. Logischerweise beeinflusst vor allem die Länge des Besuchs den zu entrichtenden Preis.

Weihnachtmann vom Arbeitsamt?

Für einen Weihnachtsmann existiert keine geregelte Ausbildung. Jeder kann sich Weihnachtsmann nennen. Mit dieser Einleitung macht die Arbeitsagentur nicht unbedingt Mut, “den Richtigen” zu finden. Für fast jede Tätigkeit bietet die Arbeitsagentur eine umfangreiche Berufsbeschreibung an, natürlich auch für Weihnachtmänner. Schaut man sich das Tätigkeitsprofil (von 2013) für Weihnachtsmänner an, dann muss es jemand geschrieben haben, der sich innerlich sehr weit von der “Seele” dieses Jobs entfernt hat:

Weihnachtsmänner und -frauen verkleiden sich mit einem Weihnachtsmannkostüm, einer Perücke sowie einem langen Bart und haben meist einen großen Geschenkesack bei sich. Ziel ist es, die fiktive Figur des Weihnachtsmannes möglichst realistisch zu verkörpern und vor allem Kinder zu unterhalten. Weihnachtsmänner bzw. -frauen fragen Kinder, ob sie artig gewesen sind, und drohen ihnen spielerisch oder loben sie. Auch lassen sie die Kinder Gedichte aufsagen und Lieder singen. Als Belohnung verteilen sie Süßigkeiten oder kleine Spielsachen, die sie aus ihrem Geschenkesack hervorzaubern.

Da sie während ihrer Auftritte in die Rolle einer fiktiven Gestalt schlüpfen, achten Weihnachtsmänner und -frauen darauf, vor den Kindern glaubwürdig zu wirken, und lassen sich durch Fangfragen nicht aus der Ruhe bringen. Vor Auftritten sprechen sie sich ggf. mit den Auftraggebern ab und bereiten sich auf den jeweiligen Anlass vor. Je nach Auftrittsort und -situation studieren sie unter Umständen auch ein kleines, weihnachtliches Programm ein. (Quelle: Arbeitsagentur)

Die Bundesagentur für Arbeit vermittelt in Berlin Weihnachtsmänner über die ZAV-Künstlervermittlung. 

ZAV-Künstlervermittlung Berlin

 

 

BärGiDa auf dem Spandauer Weihnachtsmarkt 2017?

Will der rechtspopulistische bis rechtsextreme PEGIDA-Ableger die adventliche Stimmung stören?

BÄRGIDA-Demo Spandau (Foto: Ralf Salecker)

BÄRGIDA-Demo Spandau (Foto: Ralf Salecker)

BärGiDa, die sogenannten Berliner Verteidiger des Abendlandes könnten wieder einmal wieder in Spandau aufmarschieren. Diesmal soll möglicherweise am Montag, den 11. Dezember, der Weihnachtsmarkt in der Spandauer Altstadt als „Aufmarschgebiet“ missbraucht werden.

Auf dem Twitter-Account von NOBärGiDa ist folgende Aussage zu lesen: „BärGiDa wird am Montag definitiv NICHT nach Spandau fahren, „wegen dem Weihnachtsmarkt gibt es keine Genehmigung für eine Demo“ so die Aussage der Polizei.“ Dies lässt sich so interpretieren, dass es wohl einen Versuch von BärGiDa gegeben hat, die Demo von der Polizei genehmigt zu bekommen. Diese Genehmigung ist wohl – wegen des Spandauer Weihnachtsmarktes – nicht erteilt worden.

Dort wird auch die voraussichtliche Route des Bärgida-Aufmarsches über den Spandauer Weihnachtsmarkt beschrieben: Beginn 19.45 Uhr; Startpunkt: Bahnhof Spandau – Carl-Schurz-Straße – Jüdenstraße – Ritterstraße – Mönchstraße – Breite Straße – Markt – Carl-Schurz Straße – Endpunkt: Bahnhof Spandau. (Quelle: Berlin gegen Nazis und Twitter)

Auf der BärGiDa-Seite selbst findet sich kein Hinweis dazu. Sollte es weitere aktuellere Informationen geben, werden sie hier ergänzt.

 

BÄRGIDA-Demo Spandau (Foto: Ralf Salecker)

BÄRGIDA-Demo Spandau (Foto: Ralf Salecker)

BärGiDa hatte schon einmal in Spandau einen großen Besuch in Spandau angekündigt. Gerade einmal 35 Leutchen hatten es bis in Berlins westlichsten Bezirk geschafft. Insgesamt war das Polizeiaufgebot im Juni größer gewesen, als die Zahl der BärGiDa-Demonstranten. Gleiches gilt für die Zahl der Gegendemonstranten, die ein Zeichen gegen Fremdenhass und nationalistische oder rechtsextreme Äußerungen setzten.

BärGiDa hat kein Problem damit, regelmäßig Lügen zu verbreiten, aktuell ist es z.B. die Behauptung „Mann und Frau sollen als biologische Kategorie abgeschafft werden“. Viele Mitglieder haben etwas gegen die „Ehe für alle“. Diese Ablehnung wird dann gerne unter „Gender-Mainstreaming“ zusammengefasst. Dem Islam wird der Status einer Religion abgesprochen. Damit befinden sich die BärGiDa-Anhänger nicht mehr auf dem Boden des Grundgesetzes, welches eine freie Religionsausübung garantiert.

Die BärGiDa ist der offizielle Berliner Ableger des rechtspopulistischen bis rechtsextremen oder sogar völkischen und fremdenfeindlichen deutschen Demonstrationsbündnisses „Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“ (PEGIDA). BärGiDa hat kein Problem damit gemeinsam mit Identitäten und Reichsbürgern unterwegs zu sein.

BärGiDa-Mitglieder versammeln sich regelmäßig in Berlin Mitte, um sich dem angeblich drohenden Untergang des Abendlandes entgegenzustellen. Nun wollten sie zum zweiten Mal den Spandauern zeigen, wo der Hammer hängt, auch wenn der bei BärGiDa auf dem Kopf steht. Gauland sieht in Pegida die natürlichen Verbündeten der AfD.

Wie notwendig es ist, ein Zeichen für Vielfalt und Toleranz zu setzen, zeigt das Ergebnis der Wahlen bei der AfD in Hannover. Dort hat sich endgültig der Rechtsnationale Flügel durchgesetzt. Gemäßigte kommen allenfalls in der zweiten Reihe vor.

 

BÄRGIDA-Demo Spandau (Foto: Ralf Salecker)

BÄRGIDA-Demo Spandau (Foto: Ralf Salecker)

Die Fahnen und andere Symbole:

 

 

Smartphone-App GEGEN NAZIS

Die Smartphone-App GEGEN NAZIS